Koalitionsfragen: Die Tigerente in Roten Socken vor der Ampel auf Jamaica?

Image Hosted by ImageShack.usAuf “Grünes Gelsenkirchen” hat Robert Zion einen Text namens “Tigerenten in Roten Socken vor der Ampel auf Jamaika” geschrieben und ist dabei selbst in der Ypsilanti-Falle der Ausschliesseritis geblieben, wie ich auch dort kommentiert habe. Ich will das auch angesichts der Jamaica-Diskussion im SozialenNetzwerk “MeinVZ/StudiVZ” noch einmal ausführlicher hier tun.

Zuerst einmal: Jamaica mit Grün als Juniorpartner wäre ein Graus. Nicht nur, aber vor allem, für Grüne und Grünwähler, die gerne einen Politikwechsel wollen.

Umso mehr für Menschen, die erkennen, wie nötig ein solcher Politikwechsel ist, neben Datenschutz und Bürgerrechten vor allem in den Bereichen Bildung, Klima und Gerechtigkeit – und damit auch hin zu einer Grünen Marktwirtschaft – ist, ein Wandel der so radikal sein sollte, dass er den Begriff “Neuer Grüner Gesellschaftsvertrag” oder auf Neudeutsch “Green New Deal” auch verdient. Würden wir heute einer starken gesellschaftlich verankerten SPD als echter “Volkspartei”in mehr als einem Sinne gegenüberstehen, wäre der Weg von deren “Deutschlandplan” zu unserem “Gesellschaftsvertrag” nicht so weit wie der von “Hartz IV” zu “Solms 1″. Die SPD ist aber eine schwächelnde Kraft von der bezweifelt werden darf, dass sie sich jemals wieder in Räume oberhalb von 40% schwingen kann.

Bild hochgeladen von Wolfgang G Wettach

Wären die Grünen erkennbar vor der FDP, käme es auch bei Jamaica auf das Verhandlungsergebnis an, ob schon die Koalitionsvereinbarung aufzeigt dass man bei eben jenen Schwarzgelben, die wir aus guten auch nuklearen Gründen verhindern möchten, eine Weile später einen grünen Steigbügelhalter mit gezielten Provokationen an und über die Schmerzgrenze bringen möchte.

Denn diese Gefahr besteht, sie bestand ja schon bei Basta-Gerd in Umweltfragen wenn die Interessen vor allem der Automobilindustrie berührt waren, oder beim Otto-Katalog, wenn von Bündnis 90/Die Grünen verlangt wurde, die wachsenden bürgerrechtlichen Zumutungen unseres Sicherheitsstaats-Ministers und einstigem Parteifreund Otto Schily mitzutragen (für die die SPD jederzeit auch eine Mehrheit ohne uns gefunden hätte, wie man an den Fortsetzungen und Steigerungen dieser Politik unter Wolfgang Schäuble sieht (Stasi 2.0 lässt grüssen)).

Letztlich kommt es eben ausser auf die Programme (Piratenpartei-Lesende klicken bitte jetzt hier) auch auf die Personen an, mit denen eine solche Koalition umgesetzt würde – weshalb ich nicht dagegen bin, eine solche Jamaica-Koalition in einem der Bundesländer auszutesten, falls es passt. Peter Müller ist nicht Roland Koch, so wenig wie Klaus Töpfer ein Walter Wallmann war.
Auf Bundesebene wäre mir persönlich Schwarzgrün mit starken Grünen (wie in Hamburg) oder die Ampel mit einer von SPD und Grünen eingerahmten und damit zivilisierten FDP lieber als Jamaica.

Rot-Rot-Grün oder selbst Rot-Grün-Rot ist meiner Überzeugung nach derzeit auch nur eine Bundesland-Lösung, die mit dieser SPD und diesem Guantanamo-Steinmeier wohl nicht und mit dieser tendenziell EU-feindlichen Linken Bundesführung nur schwer geht.

Aber am 01.Oktober sind wir alle schlauer, um welche Koalitionen es tatsächlich geht (was auch heisst: am 27.September eventuell noch nicht) – und bis dahin tut sich niemand einen Gefallen damit, weitere Koalitionen auszuschliessen – nichtmal “Die Linke”.

Erstellt am Dienstag, 22. September 2009
Kategorie: Deutsch | Kommentieren »

Wahlkampfendspurt – 3 Tage wach

Es ist Wahlkampfendspurt in der Europawahl und hier in Tübingen auch im Kommunalwahlkampf. Eine gute Aktion ist dabei “3 Tage Wach” – auf http://www.gruene.de werden alle Fragen zur Grünen Politik und zu Europa beantwortet, auch ich bin online dabei mit meinen Antworten, zum Erneuerbare Energien-Gesetz, zu Handwerkskammern und auch zu den Arbeitsbedingungen der Hungerlöhner.

Die Grünen sind, über die grossartige Aktion hinaus übrigens auch den Rest des Jahres im Internet ansprechbar, bei Facebook oder MySpace, bei WKW oder im VZ, bei Twitter und auf vielen anderen Kanälen. Und jetzt bis zur Schliesung der Wahllokale auch noch telefonisch unter 030/28442-180

Im Rahmen der Idee Global denken, lokal handeln bin ich aber nicht nur in Berlin dabei Fragen zu beantworten, sondern auch in Tübingen wenn Fragen unter http://www.waehlt-al-gruene.de/sag-was-du-willst/ kommen werde ich mich bemühen, diese zeitnah Tag und Nacht zu beantworten. Ab 10 Uhr ist an diesem Samstag jetzt ansonsten das Wahl-Abschlussfest auf dem Marktplatz in Tübingen, wo die Grünen KandidatInnen auch ganz direkt ansprechbar sind.

Von 14:30 bis 21 Uhr folgt die Literarische Weltreise durch Tübingen und am Sonntag freuen wir uns ab 17 Uhr in der Gaststätte Alt-Tübingen über einen gelungenen Wahlkampfabschluss mit der Wahlparty zur Europawahl. Am selben Ort, auch in der Haaggasse 10, feiern wir Montag Abend dann die Kommunalwahlergebnisse und freuen uns mit Ihnen und Euch auf die nächsten Jahre Tübinger Politik, in der Grün Wirkt! [ siehe auch Grün Wirkt! ]


Erstellt am Samstag, 6. Juni 2009
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung, Video | 1 Kommentar »

Geburtstag 2.0

Gestern hatte ich ja Geburtstag – für mich Gelegenheit, einmal eine kleine Statistik zu machen, auf welchen Kommunikationswegen (ausser dem direkten Gespräch, Händeschütteln und Umarmungen, wie heute nachträglich als ich auf Listenplatz 1 der Liste zum Ortschaftsrat von Bebenhausen gewählt wurde) mich Glückwünsche erreicht haben (Update 01.04.):

Offline:

  • Telefon: 2
  • SMS: 1
  • Brief: 1
  • Postkarte: 1
  • Zotter-Schokolade: 1
  • Heliumballon: 1

Web 1.0:

  • eCard: 1 (all-yours.net)
  • Webservices-Gratulationen: 8 (von Bahn.de über Elfster bis Web.de)
  • Persönliche Emails: 1
  • InstantMessenger: 2
  • Forum: 2

Web 2.0:

Was sagt das? Dass Twitter weniger ‘persönlich’ ist oder jedenfalls genutzt wird – mehrere meiner etwas über 300 Twitter-Kontakte haben mit statt dort eben auf Facebook gratuliert. Brief und Telefon spielen eigentlich keine Rolle mehr, auch Firmen gratulieren soweit sie online sind eben jetzt per Email oder auf ihrer Webseite, zum Teil mit Bonusgeschenken oder -Angeboten verbunden. LiveJournal ist als einstiger Schwerpunkt digitaler Grüße aus dem Bild gefallen: Bei einer ähnlichen Kontaktzahl wie im VZ ist die Konversionsrate in Glückwünsche mit 0 absolut abgesackt. Wer-kennt-Wen spielt erwartungsgemäss für mich keine Rolle (dass bei unddu.de überhaupt jemand was schreibt verwundert dagegen) und XING ist nicht das richtige Forum dafür. Foren, das zum Schluss, haben gegenüber vor fünf Jahren (2004) an Bedeutung auch abgenommen, auch wenn ich in mindestens einem noch täglich bin. Insgesamt: Web 2.0 schlägt den Rest locker, Facebook alleine schlägt die anderen Kommunikationswege alle zusammengenommen (wenn man die Werbung abzieht).

Erstellt am Dienstag, 31. März 2009
Kategorie: Deutsch | 1 Kommentar »

Virales Marketing, Netzbegrünung und vernetzte KandidatInnen

Gerade eben wieder im Fernsehen auf Pro7 die klassischen Szenen:

Ich habe heute das PDF-File meiner Bewerbung für das Votum des Landesverbands Baden-Württemberg, das auf der Landesdelegiertenkonferenz in Schwäbisch-Gmünd Ende nächster Woche in der Tischvorlage verbreitet wird, vorab an die Kreisverbände, einige FunktionsträgerInnen und einige meiner Grünen FreundInnen (online und offline) per Email gesandt, mit der Bitte um Weitergabe an die Mitglieder und vor allem Delegierten des Kreisverbandes und Weiterverbreitung. Auch Du, liebeR LeserIn, bist gebeten, diese Datei weiterzuverbreiten – es ist kostenlos, es kostet dich nichtmal deine Stimme auf der LDK, auf die ich natürlich dennoch hoffe. Wissend dass der Landesverband nur einem Mann ein Votum mitgeben will, sich aber fünf gute Kandidaten darum bewerben, ist es umso wichtiger, dass diese Kandidatur landesweit und bundesweit bekannt gemacht und gerne auch diskutiert wird.

Netzbegrünung:

Teil der Netzbegrünung ist auch, dass sich Grüne bei Facebook (knapp 300 Grüne), XING, im StudiVZ (knapp 1000 Grüne), bei Wer-kennt-Wen (knapp 200 Grüne) und bei MySpace vernetzen. Dazu gehört auch ein Grünes Blognetzwerk, für das Henning Schürig schonmal eine Liste angefangen hat – oder eine Liste der Vernetzung Grüner KandidatInnen zur Bundestagswahl wie TillWe sie gemacht hat. Das Ziel von all dem findet sich natürlich auch im Titel (aber noch nicht in der Nutzerzahl) der Post-ESU Community “The Greens Are United“.

Erstellt am Freitag, 3. Oktober 2008
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung, Video | Kommentieren »