Wahlkampfendspurt – 3 Tage wach

Es ist Wahlkampfendspurt in der Europawahl und hier in Tübingen auch im Kommunalwahlkampf. Eine gute Aktion ist dabei “3 Tage Wach” – auf http://www.gruene.de werden alle Fragen zur Grünen Politik und zu Europa beantwortet, auch ich bin online dabei mit meinen Antworten, zum Erneuerbare Energien-Gesetz, zu Handwerkskammern und auch zu den Arbeitsbedingungen der Hungerlöhner.

Die Grünen sind, über die grossartige Aktion hinaus übrigens auch den Rest des Jahres im Internet ansprechbar, bei Facebook oder MySpace, bei WKW oder im VZ, bei Twitter und auf vielen anderen Kanälen. Und jetzt bis zur Schliesung der Wahllokale auch noch telefonisch unter 030/28442-180

Im Rahmen der Idee Global denken, lokal handeln bin ich aber nicht nur in Berlin dabei Fragen zu beantworten, sondern auch in Tübingen wenn Fragen unter http://www.waehlt-al-gruene.de/sag-was-du-willst/ kommen werde ich mich bemühen, diese zeitnah Tag und Nacht zu beantworten. Ab 10 Uhr ist an diesem Samstag jetzt ansonsten das Wahl-Abschlussfest auf dem Marktplatz in Tübingen, wo die Grünen KandidatInnen auch ganz direkt ansprechbar sind.

Von 14:30 bis 21 Uhr folgt die Literarische Weltreise durch Tübingen und am Sonntag freuen wir uns ab 17 Uhr in der Gaststätte Alt-Tübingen über einen gelungenen Wahlkampfabschluss mit der Wahlparty zur Europawahl. Am selben Ort, auch in der Haaggasse 10, feiern wir Montag Abend dann die Kommunalwahlergebnisse und freuen uns mit Ihnen und Euch auf die nächsten Jahre Tübinger Politik, in der Grün Wirkt! [ siehe auch Grün Wirkt! ]


Erstellt am Samstag, 6. Juni 2009
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung, Video | 1 Kommentar »

Geburtstag 2.0

Gestern hatte ich ja Geburtstag – für mich Gelegenheit, einmal eine kleine Statistik zu machen, auf welchen Kommunikationswegen (ausser dem direkten Gespräch, Händeschütteln und Umarmungen, wie heute nachträglich als ich auf Listenplatz 1 der Liste zum Ortschaftsrat von Bebenhausen gewählt wurde) mich Glückwünsche erreicht haben (Update 01.04.):

Offline:

  • Telefon: 2
  • SMS: 1
  • Brief: 1
  • Postkarte: 1
  • Zotter-Schokolade: 1
  • Heliumballon: 1

Web 1.0:

  • eCard: 1 (all-yours.net)
  • Webservices-Gratulationen: 8 (von Bahn.de über Elfster bis Web.de)
  • Persönliche Emails: 1
  • InstantMessenger: 2
  • Forum: 2

Web 2.0:

Was sagt das? Dass Twitter weniger ‘persönlich’ ist oder jedenfalls genutzt wird – mehrere meiner etwas über 300 Twitter-Kontakte haben mit statt dort eben auf Facebook gratuliert. Brief und Telefon spielen eigentlich keine Rolle mehr, auch Firmen gratulieren soweit sie online sind eben jetzt per Email oder auf ihrer Webseite, zum Teil mit Bonusgeschenken oder -Angeboten verbunden. LiveJournal ist als einstiger Schwerpunkt digitaler Grüße aus dem Bild gefallen: Bei einer ähnlichen Kontaktzahl wie im VZ ist die Konversionsrate in Glückwünsche mit 0 absolut abgesackt. Wer-kennt-Wen spielt erwartungsgemäss für mich keine Rolle (dass bei unddu.de überhaupt jemand was schreibt verwundert dagegen) und XING ist nicht das richtige Forum dafür. Foren, das zum Schluss, haben gegenüber vor fünf Jahren (2004) an Bedeutung auch abgenommen, auch wenn ich in mindestens einem noch täglich bin. Insgesamt: Web 2.0 schlägt den Rest locker, Facebook alleine schlägt die anderen Kommunikationswege alle zusammengenommen (wenn man die Werbung abzieht).

Erstellt am Dienstag, 31. März 2009
Kategorie: Deutsch | 1 Kommentar »

Nahostkonflikt in Kurzform

We need peace in Gaza - Salaam Shalom by Takver

Wer hat angefangen? Das ist im Konflikt um Frieden, Israel, Palästina, Gaza, Westbank, Ostjerusalem und besetzte Gebiete nicht einfach eine Frage von Henne, Ei und Sechstagekrieg. Die Schuldfrage ist auch nicht mit Fatah, Hamas oder Harakat Al-Muqaawama Al-Islamiya, Hisbollah, Syrien, Iran und Ägyptens Moslembruderschaft zu beantworten. Als Mitglied des Amerikanisch-Arabischen Dialogs spreche ich regelmässig mit Menschen aus Palästina und Tunesien, Libanon und Algerien, Jemen und Iran, Jordanien und Irak, Detroit und New York, aber auch Abchasien und Türkei… mit US-Deserteuren aus Irak- und Afghanistan-Krieg und mit einem Reservisten aus Israel …

Stop the slaughter in Gaza - Stop Israel's crimes by Takver

und habe so einen breiteren Eindruck von der Situation der Region und ihrer Völker als nur aus Zeitungen und politischen Studien. Das wichtigste ist, dass es einen sofortigen (und nicht einfach baldigen) Waffenstillstand gibt. Eine von UN-Truppen geschützte Pufferzone zwischen beiden Staaten dürfte Falken auf beiden Seiten nicht gefallen, beiden Völkern dagegen schon – wenn das heisst, dass Wasser, Nahrung, Energie und Medikamente wieder nach Gaza und der Westbank frei geliefert werden können.Die Situation ist nicht nur kompliziert, sie ist auch beliebig komplex und jede einfache Antwort wird, wie die Bombardierung von und durch Israel, falsch sein.

Philipp Peter hat im Deutschlandfunk für die Sendung Hintergrund Politik einen Beitrag verfasst, der einen Eindruck von der Vielschichtigkeit der Lage bietet und den ich allen ans Herz legen möchte, die meinen sie wüssten wer Schuld und was richtig sei.

[ Hier ist der Podcast] und in Textform [ hier der Artikel ] zu finden.

Jewish Voice for Peace

Update: Ein Nachtrag zum Netzaktivismus bei “Waffenstillstand jetzt“: Eine Facebook-Gruppe die den Frieden spezifisch aus jüdischer Sicht sucht, aber auch für alle Nichtjuden offen ist, die die Prinzipien der Gruppe unterstützen: “Jewish Voice for Peace

Update 2: (11.01.09) Die Grüne Jugend hat in ihrem Blog ein Thesenpapier zum Nahostkonflikt veröffentlicht, auf das ich gerne verweise, ohne es wie Mitautor Sebastian Brux und die Unterstützenden Max Plenert und Julia Seeliger hier im Volltext wiederzugeben. [ Hier lesen und diskutieren: Der Konflikt der doppelten Standards ] In vielen Punkten stimme ich zu, auch wenn es mir mit Unrecht und Krieg von Israel/Hamas so geht wie früher bei Unrecht von NATO/Warschauer Pakt: Natürlich messe ich mit zweierlei Maß und nehme mir heraus, meine Seite, in diesem Fall das von Deutschland, Grünen und mir in seinem Existenzrecht unstrittige und in den demokratischen Idealen uns und der Europäischen Union eng verbundene Israel, stärker zu kritisieren als die Gegenseite.

Ich erwarte dass jedes beliebige “wir” zu dem ich zähle, zB die westliche Wertegemeinschaft, höhere moralische Standards nicht nur fordert sondern auch einhält. Das gilt auch für die solidarische Kritik an den USA was Menschenrechte und -nur zum Beispiel- Guantanamo und Abu Ghraib angeht. Unrecht des Gegners kann nicht zur Rechtfertigung eigenen Unrechts dienen. Das sage ich natürlich auch umgekehrt, in aller Freundschaft, auch meinen GesprächspartnerInnen beim Arabisch-Amerikanischen Dialog an dessen Sitzungen ich regelmäig teilnehme.

Erstellt am Sonntag, 4. Januar 2009
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung | 1 Kommentar »

Waffenstillstand Jetzt!

Mit Claudia Roth im Hamburger Wahlkampf Februar 2008

Zur Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der Hamas erklärt
Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
(rechts im Bild mit mir beim Wahlkampfhöhepunkt in Hamburg, Februar 2008):

Die Gewalt im Gazastreifen und in Israel erfüllt uns mit großer Sorge.
Die israelische und die palästinensische Zivilbevölkerung leidet unter einem immer stärker eskalierenden Konflikt.

Die Hamas hat mit ihren gezielten Angriffen auf den Süden Israels diese neuerliche Eskalation in unverantwortlicher Weise provoziert. Israel hat die Aufgabe, seine eigene Bevölkerung vor den Attacken der Hamas zu schützen. Doch mit ihren unverhältnismäßigen militärischen Aktionen im Gazastreifen, die zu zahlreichen zivilen Opfern führen, erzeugt sie eine neue Welle der Gegengewalt. Dabei gibt es für den israelisch-palästinensischen Konflikt keine militärische Lösung.

Die internationale Gemeinschaft ist dringend gefordert, weiterhin nachdrücklich auf die Konfliktparteien einzuwirken, damit es zu einem unverzüglichen Waffenstillstand kommt. Die Kampfhandlungen auf beiden Seiten müssen beendet werden, stattdessen müssen Verhandlungen über einen erneuten Waffenstillstand, über eine inner-palästinensische Versöhnung und konkrete Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit, der Nothilfe und der Versorgung der Bevölkerungen auf beiden Seiten vorangetrieben werden.

Eine Strategie für die Zukunft sowohl für Israel wie für die palästinensischen Gebiete kann nur die Erreichung der Zwei-Staaten-Lösung und die Verbesserung der Lebensumstände der Bevölkerung im Gazastreifen sein. Nur so sind langfristig die Aggressionen der Hamas zu stoppen.

Für Internetaktivismus gibt es bereits eine Gruppe bei Facebook: Stoppt den Krieg im Nahen Osten! Wesentlich größer naturgemäss die englischsprachige Gruppe: Peace in the Middle-East.

Für MySpace-Nutzer gibt auch Möglichkeiten, aktiv zu werden und neue Kontakte hinzuzufügen mit denen man sich dazu austauscht. Von den 315 Gruppen und Initiativen in meinem MySpace-Netzwerk (gegenüber 235 vor drei Monaten ein guter Zuwachs) empfehle ich folgende:

Erstellt am Dienstag, 30. Dezember 2008
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung | 1 Kommentar »

Eindrücke von den Medientagen München

Ifa zeigt flaches Fernsehen by kotofoto

Ob das Fernsehen noch ein ernsthafter Kulturträger ist wird seit der versuchten Verleihung des Fernsehpreises diskutiert – und die eifrige Diskussion zeigt, dass dieses Medium noch nicht von allen aufgegeben wird. Was aber sollen die Medien der Zukunft sein? Der Standort München (zweistellige Prozentzahlen der MitarbeiterInnen im Verlagswesen und in der Filmbranche in Deutschland) freut sich, trotz der Zensurbemühungen mancher Innenminister, dass im Frühjahr 2009 erstmals der Deutsche Spielepreis in München verliehen wird, weil Computerspiele das am stärksten wachsende und langsam auch schon das stärkste Segment der Medienbranche sind, auch vom Umsatz her bedeutender als Hollywood oder eben Geiselgasteig.

In den nächsten Wochen soll in Brüssel die Telekommunikation neu geregelt werden, dabei wird es auch darum gehen, die digitale Dividende zu nutzen um das breitbandige Internet in die Breite, in die Fläche zu bringen. Bayern will hier zeigen dass sie das alleine besser können als eine Behörde der Europäischen Union. Dabei kommt es natürlich auch darauf an eine Lösung dafür zu finden, dass der Computer längst für viele auch der Fernseher ist und diesen ersetzen kann. Was bedeutet das für die Frage der Werbeverbote im Fernsehen, was für die Frage der Rundfunkgebühren?

Eberhard Sinner ist der deutsche Vertreter der 16 Länder bei den Ministertreffen der EU zu Medienthemen und beklagte einerseits die Schwierigkeit der Stimmgewichte (das beliebte Malta 3 gegen Deutschland 29 Stimmen, wobei Deutschland nach dem Maßstab Maltas 400 Stimmen haben müsste) – und andererseits die erhöhte Effizienz eines Gesprächs auf Ministerebene, bei dem dann der Weg eines einzelnen Landes nicht nur als Sonderweg sondern auch als der besonderen Lage des Landes geschuldet gesehen und akzeptiert werden kann.

Murdoch Junior singt bei den Münchener Medientagen das Loblied der Befreiung von Werbeflut und meint damit seinen Dienst Sky+, bei dem die Kunden Werbung ausblenden können. James Murdoch ist das junge Gesicht der NewsCorp, der Chef für Europa und Asien, einer Firma die für das rechte Bildzeitungs-Fernsehen Fox-News in den USA steht, das abwechselnd als “Faux-News” oder “Fixed News” oder “Fox Noise” bezeichnet wird. In Deutschland hatten wir vor einigen Jahren die Situation, dass der Chef der Nachrichtenredaktion eines grossen Privatsenders zugleich Wahlkampfberater des CDU-Kanzlers Kohl war, was man diesen Nachrichten (Sat1) durchaus ansah. Aber Sat1 hat bei weitem nicht die Reichweite von Fox, sowenig wie n24 die Reichweite von FoxNews, das heute seine Kommentatoren massiv gegen Obama hetzen lässt. Murdoch steht natürlich auch für MySpace, eine Plattform die vor allem für Bands wichtig ist: In einem Monat wird dort über eine Million Songs dort gehört oder auch heruntergeladen.MySpace nutzen aber auch progressive Gruppen, ich nutze es für meine internationale Vernetzung mit grünen und pazifistischen AktivistInnen, inzwischen auch dort über 300 mit mir vernetzte Gruppen und Personen, von den Iraq Soldiers Against the War bis zu Grünen Jugend Regionalgruppen und den Grünen in Canada.

Fernsehen-Widget by Eay

Diskutiert wird in München unter dem Titel “Werbung im Wandel” über Medien im Allgemeinen und Fernsehen im Besonderen mit einer breiten Runde in der die Hochkultur von Hubert Burda vertreten wird, als Kunstgeschichtler und Kunstliebhaber, Laudator für Peter Handke beim Thomas Mann Preis, auf Petrarcas Spuren auf den Mont Ventoux gestiegen und immer dabei sich philosophisch fortbildend. Die Zukunft wird vertreten durch Philipp Schindler, den Chef für Nord- und Zentraleuropa von Google, dessen Allmacht im Zukunftsmedium Internet vielleicht diskutiert aber nicht kontrolliert wird.

Schindler immerhin erkennt an dass Google nicht die Treiber der Innovation sind, sondern dass die radikale Bewegung der jüngeren Mediennutzer es sind, die die Innovation treiben, die ihre Gewohnheiten jederzeit rasch ändern und von Medienkonsumenten zu Mediennutzern wurden. Google ist bei diesen Bewegungen nur technischer Anbieter – und muss Partner der Nutzer und nicht nur der Werbetreibenden sein.

Erstellt am Mittwoch, 29. Oktober 2008
Kategorie: Deutsch | Kommentieren »