Schlimmer geht immer: Nationalstaaten für Uploadfilter

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Die Verhandelnden zur Urheberrechtsreform im EU-Parlament haben es eilig. Will man doch versuchen, sie noch vor den Wahlen im Mai umzusetzen. Streitpunkt war bisher Artikel 13, welcher Upload-Filter für Onlineplattformen vorsieht. Hier scheint es nun zwischen Frankreich und Deutschland eine Einigung zu geben.

Ein großer Schritt in die falsche Richtung.

Nur noch Plattformen, die sowohl jünger als drei Jahre sind, als auch mit weniger als 10 Millionen Jahresumsatz und unter fünf Millionen Nutzer pro Monat sollen von Artikel 13 ausgenommen sein.

Julia Reda (MdEP, Fraktion GREENS/EFA), Abgeordnete aus der Piratenpartei in der Grünen Fraktion, warnt vor den Folgen dieses Deals:

„Der deutsch-französische Deal sieht vor, dass Artikel 13 für alle profitorientierten Plattformen gilt. Die vereinbarten Ausnahmen greifen nur bei einer verschwindend kleinen Anzahl von Plattformbetreibern. Unzählige völlig harmlose Apps und Webseiten, die nicht alle der 3 Ausnahmekriterien erfüllen, müssten demnach Uploadfilter installieren, die User und Betreiber gleichermaßen schädigen, selbst wenn die Plattform bisher überhaupt kein Problem mit Urheberrechtsverletzungen hat.
Darüber hinaus müssten selbst die kleinsten, neuesten Plattformen, die alle drei Kriterien erfüllen, beweisen, dass sie „größte Bemühungen“ unternommen haben, um von Rechteinhabern Lizenzen einzuholen. Eine unmögliche Aufgabe, da Plattformbetreiber für alle möglichen Inhalte, die ihre Nutzer potentiell hochladen könnten, Lizenzen einholen müssten.“ Weiterlesen »

Erstellt am Mittwoch, 6. Februar 2019
Kategorie: Deutsch | Kommentieren »

Meseberg Declarations: Baby steps and a ray of sunlight – JEF Europe

Gastbeitrag: Die Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) loben die Meseberg Erklärung als positives Zeichen einer längst benötigten Reform der EU. Ich dokumentiere die Erklärung im Detail:

After a long winter, a first shy sunbeam of hope: JEF Europe welcomes Meseberg declaration as a positive sign for much-needed reform in Europe

Category: News, Press Release

The Young European Federalists (JEF Europe) cautiously welcome the Meseberg declaration published last week following a bilateral meeting of President Macron and Chancellor Merkel: “The Meseberg declaration gives a sense of hope. After long years of waiting we finally see a positive agenda – albeit still not up to the challenges ahead – attempting to address the pressing challenges of our time. European leaders have recognised that change is needed and started discussing solutions instead of red lines. This allows for much-needed progress during this week’s Council meeting and in the coming months”, comments Christopher Glück, President of JEF Europe.

“Yet: We must also be clear that the Meseberg declaration is not a comprehensive reform package and is lacking any truly courageous commitments. Many of the proposals are blurry at best and more detail will be needed to judge whether they can realistically contribute to solving Europe’s woes. A Eurozone budget of below 50bn Euros, for example, is a welcome step, but will not able to fulfill the role of a real stabilisation function in the macroeconomic cycle. The declaration unfortunately also remains remarkably silent on the question of the future size of the European budget. Delivering European solutions for European challenges, as the declaration claims to do, will not be possible with a budget of the current size. Overall, the Meseberg declaration constitutes a clear commitment to a European future by Germany and France, but not the ringing endorsement of European solutions that is needed”, continues Glück.

Eurozone
For the first time since the financial crisis exposed the weaknesses of the Eurozone architecture, the German government agreed that convergence and stabilisation need to be supported on the European level and not by Member States alone. This is a potential turning point that might allow for a more comprehensive compromise package further down the line. In this sense, it is highly welcome that Germany and France commit to further exploring the option of introducing a European unemployment insurance mechanism, a stabilisation and solidarity tool that JEF has long called for. A Eurozone budget is another important tool for convergence and stability, but it must be established with an appropriate size to deliver on its objectives. This is not the case right now.  Moreover, it is regrettable that a common European deposit insurance has been postponed to an uncertain time in the future, and that – as a consequence – no other tools for breaking the sovereign-bank loop are discussed. Finally, the declaration unfortunately remains entirely silent on the question of a democratic governance of the Eurozone, including a European finance minister. “If the Eurozone is not strengthened for and with the people of Europe, who is it for then?”, lamented Glück.

Migration
It is highly welcome that the declaration calls for a Common European Asylum System and a European border guard. However, the declaration remains blurry on what such a system would entail in detail, with an overemphasis on the security aspects: see for example the positive reference to the EU-Turkey deal as a potential blueprint for other agreements with third countries. “What Europe needs is not only improved governance structures for managing migration but importantly a much stronger commitment to humanitarian values in migration and asylum matters”, commented Glück.

Constitutional matters
Transnational lists and less Commissioners as from 2024 are good news, especially as Merkel’s party has recently argued forcefully against transnational lists. “One is left wondering, though: if both are the right policies for 2024, why are they not for 2019?”, quipped Glück. The declaration also aspires to ‘end unanimity in foreign affairs’. That of course is an important step if Europe is to play an important role on the world stage in the 21st century. The proposal to achieve this with a European security council and rotating members, however, does not seem to be the most promising way.
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Erstellt am Mittwoch, 27. Juni 2018
Kategorie: English, Europa, Europa-Union, Gastbeiträge | Kommentieren »

3 Jahre, 3 Orte: Fukushima – Cattenom – Fessenheim

Heute vor drei Jahren kam es, nach Harrisburg / Three Miles Island 1979, nach Tschernobyl 1986, zur Katastrophe von Fukushima. In Deutschland hat man die Konsequenz gezogen und den endgültigen Atomausstieg beschlossen. Nicht schnell genug, nicht ambitioniert genug und um den Preis dass sich die Kohlelobby in den Vordergruind spielt während man heute versucht, die echte Energiewende abzuwürgen. Aber immerhin. Ich bin aber noch nicht fertig mit dem Thema sondern mitten-drin im Einsatz für einen europaweiten Atomausstieg!

Für eine echte Sicherheit brauchen wir die Stillegung aller Atomanlagen. Das zeigt sich nicht nur nach den Erfahrungen von Tschernobyl, dessen radioaktiver Output heute noch in manchen Böden Süddeutschlands zu finden ist, es langt nicht, nur in Deutschland auszusteigen. Gerade an der Rheinschiene ist man sich dessen schmerzlich bewusst, da besonders grosse, besonders alte und besonders störungsanfällige Reaktoren nahe der deutschen Grenzen sind: Cattenom und Fessenheim in Frankreich an erster Stelle.

Anlässlich dessen haben GRÜNE europaweit heute darauf hingewiesen, dass der Atomausstieg europaweit werden muss. Anlässlich dessen haben GRÜNE und andere sich dieser Tage an vielen Orten für die Stillegung aller Atomanlagen demonstriert. Ich war dieser Tage in mehreren Ländern vor Ort dabei – drei Bilder zum Beispiel und Beleg:

https://fbcdn-sphotos-c-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash3/t1/1184861_10202413351308967_2038739394_n.jpg

Mit MdL Stephanie Nabinger bei der Kundgebung von “Cattenom Non Merci” mit Luxemburgern, Deutschen und Sortir Nuclaire aus Frankreich im Dreiländereck von Perl, nahe der Brücke von Schengen

Mit MdL Josha Frey auf der Dreiländerbrücke zwischen Weil am Rhein und Huninge, im Dreiländereck Deutschland – Frankreich – Schweiz, über die wir mit AktivistInnen aus allen drei Ländern nach einer gelungenen Kundgebung, auch gegen die Museumsmeiler von Beznau und Mühlenberg in der Schweiz, eine Menschenkette gespannt haben, auch um zu zeigen, dass das Thema grenzüberschreitend dringend ist.

Mit MdL Reinhold Pix direkt vor den Toren des AKW Fessenheim. Auch Ex-MdB Till Seyler, MdL Bärbl Mielich, MEP Sandrine Bélier (mit vielen Mitgliedern von EELV), die GRÜNE im KoKreis von ATTAC, der Sprecher der BAG Ökologie und Freunde von der LAG Europa waren dabei…

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Erstellt am Dienstag, 11. März 2014
Kategorie: Atomkraft, Deutsch, GrüneBW, Internationales, Umwelt | Kommentieren »

Europa hören – mit Tobias, Horaz und Vergil

Hör mal!Wie schon einmal erwähnt bin ich ein grosser Freund von Podcasts – Audio und Video dann wenn es passt, nicht dann wenn es in irgendeinem Sendeschema vorkommt. Europa ist ein Dauerthema nicht nur für mich in der grünen Politik sondern auch in Podcasts die ich höre. Diesmal möchte ich Podcasts und Sendungen des Uniradios Tübingen vorstellen, die sich mit Europa perspektivisch beschäftigen. Tobias ist übrigens das Tübinger Online-Bibliotheks Archiv der Sendungen, Vergil der Server wo sie gehostet werden – Horaz ist der Podcast-Server der die Unimax-Sendungen vorhält:

# PodCast-Server Horaz

Erstellt am Dienstag, 12. Januar 2010
Kategorie: Deutsch | 1 Kommentar »

Kick it like Frankreich – Bildungsproteste gehen weiter

Wer glaubte, mit der landesweiten Demonstration der Studierenden am Samstag in Stuttgart seien die Bildungsstreiks und -Proteste für dieses Jahr beendet, sah sich getäuscht. An vielen Universitäten im Südwesten nehmen zwar vielleicht die Zahlen der Teilnehmenden an den Plenarsitzungen und Streik-Arbeitskreisen ab, die Proteste und auch Besetzungen gehen aber weiter, so auch in Tübingen, wo der Hörsaal 21 des Kupferbaus weiter besetzt ist, wo ich schon mehrfach im Kupferbau mit Studierenden, mit MdL Haller-Haid und MdB Haensel, mit Rektor Engler und Kanzler Rothfuß diskutiert habe. So auch in Reutlingen, wo die Aussenstelle der FH Ludwigsburg besetzt ist und ich morgen bei deren Aktiontag sein werde, um anhand des Films über die Französische Schule, an dem ich mitgewirkt habe und für den meine Töchter aufgenommen wurden, über Beispiele gelingender Bildung zu diskutieren.

Um daran zu erinnern, wie vielfältig schon in den letzten Jahren die Bildungsproteste in Deutschland waren, hier der Film “Kick it like Frankreich“, das so wie dieses Mal Österreich und besonders Wien, in den vergangenen Jahren das Vorbild deutscher Proteste vor allem in Frankfurt war:

Erstellt am Mittwoch, 25. November 2009
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung, Video | Kommentieren »