40 Jahre Zoll-Union: Geschmuggelt wird immer

40 Jahre Zollunion: Wolfgang G. Wettach bei der Customs Union in Brüssel. Bild: (CC) Wettach. Image Hosted by ImageShack.usDieses Jahr ist auch ein rundes Jubiläum für die Europäische Zollunion: 40 Jahre, von 1968 bis 2008, gibt es sie schon, wenn auch die heutige Dimension des Schengen-Abkommens nochmal eine ganz andere ist als damals.

Geschmuggelt wurde schon immer – früher war es Kaffee, Schokolade oder Wein. Heute finden die Beamte vor allem Zigaretten (gestern 4Millionen Zigaretten), Drogen (letzte Woche Marihuana für 100.000 €) und Waffen (z.B. Handfeuerwaffen). Wie sicher sind die Grenzen der EU?

Auch gefälschte Pillen – ob mit oder ohne Beipackzettel – sind ein beliebtes und häufiges Schmuggelgut. Die Nebenwirkungen sind nicht einzuschätzen und oft gefährlich. Zwar stellten die Zöllner im vergangenen Jahr über vier Millionen Sendungen mit gefälschten Medikamenten sicher. Aber natürlich erwischen sie nicht alles. Die meisten Produkte, die in die EU importiert werden, kommen auf dem Frankfurter Flughafen an. Dabei finden die Zöllner eben auch immer wieder Schmuggelware. (…)

Geschmuggelt werden aber nicht nur Klamotten, Pillen oder Drogen, sondern auch Menschen, die sich dann als illegale Einwanderer durchschlagen müssen. Auf den Kanarischen Inseln landen immer wieder Illegale – oft sind es Fischer aus Mauretanien oder dem Senegal. Wenn man sie fragt, warum sie ihre Heimat verlassen haben, hört man immer die gleiche Antwort: Weil der Fisch weg ist – er wurde illegal weggefischt und weggeschmuggelt, oft von Kuttern aus Europa.

Erstellt am Dienstag, 28. Oktober 2008
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Teil haben – Teil werden!

Plakat zur Interkulturellen Woche 2008

„Teil haben – Teil werden!“ – lautet in diesem Jahr der Titel der bundesweit gefeierten Interkulturelle Woche. Tübingen hat sich dieses Motto in vielen Bereichen schon seit Langem zu eigen gemacht. Vom 27. September bis 4. Oktober 2008 finden in der Universitätsstadt zahlreiche Veranstaltungen statt, die helfen sollen, das Bewusstsein für Migrationsfragen zu schärfen.

Wie in den vergangenen Jahren haben sich viele Organisationen und Vereine zusammengeschlossen, um das Thema Migration und Integration mit einer ganzen Reihe von Informations-, Mitmach- und Gesprächs-Angeboten in die Tübinger Öffentlichkeit zu tragen. Diese Veranstaltungen gewähren Einblicke in andere Kulturen, lassen Neues und Unbekanntes vertrauter werden und sensibilisieren für die Lebenswege von Menschen, die aus anderen Teilen der Welt nach Tübingen gekommen sind.Zu den Angeboten der Interkulturellen Woche in Tübingen gehören Filmvorführungen, ein arabischer Abend und ein Tag der offenen Tür im Gebetsraum des Türkischen Vereins. Die Tübinger Interkulturelle Woche informiert über eine Vielzahl interkultureller Themen.

Informationen zur bundesweiten Woche finden Sie unter [ http://www.interkulturellewoche.de ]. Das vollständige Tübinger Programm liegt an zahlreichen Stellen aus oder kann hier abgerufen werden [ Programm der Interkulturellen Woche 2008 ]

Warum blogge ich das (um mit TillWe zu sprechen)? Weil mir das Thema natürlich am Herzen liegt:

  • als Leiter des Runden Tisches Gewaltprävention in Tübingen der reibungsfreie Umgang und die freundschaftliche Integration – und Aktionen gegen Fremdenfeindlichkeit
  • als Sprecher des Vorstands des Gesamtelternbeirats der Kinderbetreuungseinrichtungen (GEB Tübingen) die Integration und Frühförderung von Kindern mit Migrationshintergrund in unserer vorschulischen Bildung
  • als Mitglied des Arabisch-Amerikanischen Dialogs im Deutsch-Amerikanischen Institut dai Tübingen die besondere Situation arabischer Flüchtlinge und hier angekommener MitbürgerInnen.
  • als Grüner Europapolitiker die besondere Situation der “Festung Europa” mit der unmenschlichen Politik, für die die Grenzschutzagentur “Frontex” (PDF-Download) steht – und die menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen.

Darum unterstütze ich auch die Forderung des “Forum Internationales Tübingen” zur Schaffung eines Ausschusses für Migration und Integration in Tübingen.

Teil haben – Teil werden! – Diese Forderung könnte sich im Sinne des Diversity Mainstreaming aber nicht nur auf Menschen mit Migrationshintergrund beziehen, sondern Weiterlesen »

Erstellt am Dienstag, 30. September 2008
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“Wettlauf der Schäbigkeit” zum Tag des Flüchtlings

Banner. Bild: CC: Zeitrafferin/FlickR

Nicht immer wenn sich das Europaparlament mehrheitlich auf etwas einigen kann ist das dann auch etwas was zur Grünen Politik passt oder dem mit grünen Überzeugungen guten Gewissens zugestimmt werden kann. So auch diesmal, wo ich mich nicht auf die Initiative “Intelligentes Auto der Zukunft” von heute beziehe, sondern auf die Abschieberichtlinie der gestern eine Mehrheit zugestimmt hat. Es war das erste Mal, dass das Europaparlament über Asylpolitik der EU abstimmen durfte, mit einem Kompromiss am Ende, den etwa SPÖ-MEP Jörg Leichtfried als “absolut unerfreulich” bezeichnete, während sogenannte Sicherheitspolitiker umso eifriger von der “Festung Europa” träumen, die ich für nicht aufrechthaltbar halte, selbst dann nicht wenn man sie an den Grenzen ganz konkret ebenso “absolut unerfreulich” gestaltet wie die völkerrechtswidrige israelische Mauer (ob Iron Wall oder Zaun) durch Palästina. Motigo Webstats - Free web site statistics Personal homepage website counter

Die oft als “Gewissen der Grünen” bezeichnete Claudia Roth Mit Claudia Roth im Hamburger Wahlkampf Februar 2008(hier im Bild mit mir beim Hamburger Wahlkampf im Februar dieses Jahres) erklärte dazu:

„Für Flüchtlinge ohne gültige Aufenthaltspapiere in der EU steht der diesjährige Welttag des Flüchtlings unter einem schlechten Stern. Erst am Mittwoch stimmte das Europäische Parlament der neuen Abschieberichtlinie zu, die das Prinzip der ‘Freiwilligen Ausreise’ vorsieht. Dies ist blanker Hohn, wenn bei Verweigerung der Ausreise bis zu 18 Monate Haft drohen. Hier deutet sich ein Wettlauf der Schäbigkeit an, denn absehbar ist, dass auch Staaten mit derzeit geringerer Haftdauer die Regelungen der Richtlinie voll ausnutzen werden. “

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Erstellt am Donnerstag, 19. Juni 2008
Kategorie: Deutsch | Kommentieren »