30 Jahre GAU in Three Miles Island (Harrisburg,PA)

Zum 30. Jahrestag der Katastrophe im AKW Harrisburg erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

Atomlügen abwählen - Zeit wird's

“Vor genau 30 Jahren verwandelte sich der Traum von einer sicheren und
sauberen Energieversorgung mit Atom abrupt in einen schrecklichen
Alptraum. Die partielle Kernschmelze im Reaktor von Three Mile Island in
Harrisburg offenbarte, wie gefährlich und unkontrollierbar die Nutzung
von Atomenergie ist. Die Katastrophe von Tschernobyl, aber auch der
Beinahe-GAU im schwedischen AKW Forsmark und unzählige Zwischenfälle in
deutschen Atomkraftmeilern seitdem beweisen: Atomkraft ist eine
unbeherrschbare Risikotechnologie.

Die Versuche der Atommultis RWE und Vattenfall, Schrottmeiler durch
Tricksereien, Verzögerungen und rechtliche Schritte länger in Betrieb zu
belassen, sind daher unverantwortlich und gefährlich. Das
Bundesverwaltungsgericht hat gestern klug entschieden, als es die
Übertragung von Reststrommengen des AKW Mülheim-Kärlich auf die
Schrottreaktoren Biblis A und Brunsbüttel untersagte.

Der Atomausstieg und die ökologische Energiewende hin zu Erneuerbaren
Energieträgern ist der einzig richtige Schritt hin zu einer sicheren
Energieversorgung. Nur mit dem Ausstieg aus der Atomenergie – ohne
Verlängerung der Laufzeiten – kann die Energiewende gelingen.”

Den Traum was “eine sichere und saubere Energieversorgung” angeht haben viele wie auch ich schon damals nicht mit der Atomkraft sondern mit Erneuerbaren Energien, mit Wind wie in Tvind, verbunden, zu groß das Risiko, zu zahlreich bereits damals die Unfälle und Pannen auch in deutschen Atomkraftwerken, zu problematisch gemäß den Aufsätzen von Holger Strohm und anderen auch die zusätzliche Niedrigstrahlung im Regelbetrieb. Direkt vor dem GAU, dem Größten Anzunehmenden Unfall, der laut dem nach seinem Herausgeber so genannten “Rasmussen-Report” nur einmal in 24.000 Jahren vorkommen würde, kam schon der Film “Das China Syndrom” in die Kinos, der eindrücklich genau diesen Fall vor Augen führte. Direkt für die Tage nach diesem GAU war schon lange die Großdemonstration gegen Atomkraft und den sogenannten “Entsorgungspark Gorleben” (mit sogenanntem “Endlager” und sogenannter “Wiederaufbereitungsanlage”) in Hannover geplant, auf die auch durch diese Ereignisse in Three Miles Island (TMI) bei Harrisburg aufgerüttelt schliesslich 100.000 Deutsche strömten. Das war nicht der Anfang der Anti-AKW-Bewegung in Deutschland, das war nur der “Tipping Point” wie Malcolm Gladwell es nennen würde, der Punkt wo die Stimmung im Land kippte und auch Philisterpräsident Ernst Albrecht nicht anders konnte als zuzusichern dass Gorleben doch nicht gebaut würde. Es war auch der Anfang meiner eigenen Anti-AKW-Bewegtheit. Zwar war ich noch zu jung um selbst an der Demonstration in Hannover teilzunehmen, aber ich folgte ihr kontinuierlich über die damals durchgängige Vor-Ort-Berichterstattung des Norddeutschen Rundfunks (NDR) im Radio.Zu keinem Zeitpunkt, das muss man sich heute nochmals klar machen, hatten die Betreiber des AKWs TMI die Situation unter Kontrolle. Dass aus dem GAU von Harrisburg nicht, wie in Tschernobyl, ein Super-GAU wurde, ist nicht der Verdienst beherzter Techniker sondern schieres Glück gewesen. Selbst warum es nicht schlimmer kam konnten die Betreiber, die nur ohnmächtig beobachteten statt zu steuern, hinterher nicht plausibel erklären.

Das 30jährige Jubiläum dieser Katastrophe die hätte schlimmer kommen können ist kein Grund zum Jubeln – aber wie Claudia Roth auch anregt ein Grund, heute nochmals deutlich zu machen, dass Atomstrom keine Alternative ist. Eva Lichtenberger, Europaabgeordnete der Grünen aus Österreich, hat das in einer ECard sehr gut verdeutlicht, die ich hiermit wiedergeben möchte:

Erstellt am Freitag, 27. März 2009
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Zum 90. Geburtstag von Helmut Schmidt: Die SPD, die Grünen, Schmidt und ich.

Heute also ist (oder besser war, der Tag ist ja fast vorbei) der 90. Geburtstag von Helmut Schmidt, Bundeskanzler a.D. und Dr. h.c. mult., wie der Hamburger Klaus Lübke schreibt. Rechts ein Bild aus dem Bundesarchiv in den Wikimedia Commons, das ihn als Bundeskanzler im Amt zeigt, im Jahr 1976. Ich erinnere mich zwar nicht an das Bild, aber sehr gut an mein erstes Treffen mit Helmut Schmidt. Diesen Mann ehrt mit einem Glückwunsch nicht nur die Klimaschnecke und Bundeskanzlerin Angela Merkel sondern auch angefangen mit Jens vom Pottblog (den ich bei der BDK in Erfurt kennenlernen konnte) viele Blogger, etwa Julian Reydt, Stoibaer, die P2News, der Semsakrebsler, noch positiver Peter Roskothen oder die Tratschliese, haben gratuliert. Von der Presse ist der Vorwärts, den ich einst regelmässig gelesen habe, natürlich euphorischer als etwa die Junge Welt, die noch letzte Woche beim 95. Geburtstag von Willy Brandt, auch ein grosser Altbundeskanzler, deutlich positiver gestimmt war. Auch ich will das meine – und nicht nur aus der WikiPedia ab-schreiben.

Während den meisten heute eher der Elder Statesman Schmidt vor Augen ist, der Mitherausgeber meiner Lieblings-Wochenzeitung Die ZEIT, der “auf eine Zigarette” Kommentare über Gott und die Welt von sich gibt, will ich zurückschauen. Das erste Interview mit ihm das ich kenne, stammt aus meinem Geburtsjahr und enthält die Antwort auf die Frage, was denn an der Politik so fasziniert:

“Es ist gar nicht so leicht, darauf druckreif zu antworten. (…) Zum einen, für mich jedenfalls, steckt eine ungeheure Befriedigung in dem Bewusstsein, für das öffentliche Wohl tätig zu sein, das ist eine Passion die ja viele Menschen ergreift. Und zum anderen: Politik ist in gewisser Weise ein Kampfsport , das steht nicht im Vordergrund aber das ist es unter anderem auch, das macht mir auch Spass.”

Als alter Judoka und als schon seit klein auf politischer Mensch der heute in vielen Funktionen tätig ist, kann ich diese Aussage Schmidts voll unterschreiben. Wie er bin auch ich “nicht durch Tradition zur SPD gekommen”, sondern nach Wahlplakaten, dem früh gelesenen ersten Wahlprogramm und dem Friedensnobelpreis für Willy Brandt entscheidend waren die Gespräche mit dem späteren Finanzminister von Brandenburg, Klaus-Dieter Kühbacher, damals erst SPD-Aktivist in, dann MdL aus Braunschweig als Helmut Schmidt Kanzler wurde. Als Schmidt das erste Mal und gegen Helmut Kohl vom Volk gewählt wurde, glaubte ich noch an das “Modell Deutschland”, mit dem die SPD in den Wahlkampf zog. Beim Bundestagswahlkampf zog ich in die von der SPD gefüllte StadthalleBraunschweig (nachdem ich vor der Halle noch für die Abschaffung des §218 unterschrieben hatte), nahm für die Schülerzeitung meiner Schule einen der Presseplätze vorne rechts ein und ging in der Pause nach vorne. Kühbacher stellte mich dem Bundeskanzler (und dessen Nach-Nachfolger, dem späteren Bundeskanzler und damaligen Juso Gerhard Schröder) vor. Während Schröder wenig Interesse zeigte, nahm sich Helmut Schmidt die Zeit, sich mit mir in dieser Pause zu unterhalten und beendete das Gespräch mit meinem heute noch liebsten Schmidt-Zitat:

“Wolfgang, aus dir wird nochmal ein grosser Politiker.”

Helmut Schmidt zitierte in einem Interview, was der damalige Bundeskanzler Adenauer über den jungen Schmidt sagte: “der Schmidt, der ist sich noch am Entwickeln” und attestierte Adenauer: “der war kein schlechter Menschenkenner, glaube ich“. Nun, ich war und bin auch noch “am Entwickeln” und halte Helmut Schmidt auch für keinen schlechten Menschenkenner.

Mag also sein, dass er schliesslich Recht behält damit, so wie manche es ihm in anderen Punkten zugestehen, etwa bei der von mir bekämpften “Nachrüstung”, dem “NATO-Doppelbeschluss” für den damals übrigens auch die heute von mir geschätzte Gesine Schwan eintrat. Jedenfalls aber nicht in seiner SPD, denn die wurde mir entfremdet bevor ich alt genug war, einzutreten.

Unter der Kanzlerschaft von Helmut Schmidt wurde massiv der Ausbau der Atomkraft vorangetrieben, was auf meine Skepsis und etwa in Whyl auf den Widerstand von Umweltschützern wie dem Tübinger Lehrer und gewaltlosen Aktivisten Hartmut Gründler stiess. Der “Bürgerdialog Kernenergie” war eine Farce und als Hartmut Gründler sich aus Protest gegen die Dialogverweigerung von Helmut Schmidt vor dem Parteitag in Hamburg selbst verbrannte, hat mich das sehr beeindruckt und so wie die Kämpfe um Brokdorf zu tieferer Beschäftigung mit dem Thema geführt. Das Ergebnis war, dass ich die AKW-Politik der SPD von Helmut Schmidt schon aus sachlichen Erwägungen in keiner Weise mehr teilen konnte. Die “Grüne Liste Umweltschutz” GLU trat zuerst in Niedersachsen an, als Lehrerpartei. Mein Mentor war zu der Zeit ein grüner SPD’ler, der zum Flügel um Erhard Eppler gehörte. Eppler, damals Landesvorsitzender der SPD in Baden-Württemberg, erst Entwicklungshilfeminister in der Regierung Schmidt, war nach massiven Kürzungen seines Budgets unter Helmut Schmidt zurück getreten.

Petra Kelly, die für die Europäische Komission in Brüssel tätig war, erklärte in einem offenen Brief an Helmut Schmidt ihren Austritt aus der SPD und kündigte eine neue politische Vertretung an, womit die bald gegründeten Grünen gemeint waren. Bei der Gründungsversammlung der Grünen in Braunschweig war sie dabei und nach einem kurzen Gespräch mit ihr war auch ich das, wurde Gründungsmitglied, gerade alt genug dazu geworden. Spätestens von diesem Moment an stand ich nicht mehr auf der Seite Schmidts, sondern auf der Gegenseite – nicht nur bei der Atomkraft sondern auch beim Thema “Innere Sicherheit” und Überwachung, wo der “Stern” damals vom regierungsamtlichen “Sicherheit, Ordnung, Staatsgewalt” mit S.O.S. abkürzend den drohenden Verlust der Freiheit zuspitzte. Auch beim Thema Nachrüstung, dem NATO-Doppelbeschluss – unter George W. Bushs großem Vorbild Ronald Reagan schien nicht erst nach der “Mikrophonprobe” die größere Bedrohung des Friedens von den USA und dem einen auf Europa begrenzbaren Atomkrieg planenden Pentagon auszugehen. Pershings, Cruise Missile und andere Atomwaffen schienen mir damals und scheinen mir noch heute dem Frieden nicht zu helfen.

Ich war bei Blockaden an Atomwaffenlagern, in Holland und Deutschland, ich war bei den Demonstrationen und Aktionen gegen den Doppelbeschluss als der kalte Machtwechsel von Helmut Schmidt zu Helmut Kohl stattfand, im Oktober mit Hunderttausend in Bonn und im November mit Hunderten an der Bannmeile. Auf der anderen Seite habe ich immer Dialoge geführt, etwa mit kirchlichen Kreisen als die Reformierte Kirche der Niederlande es zu einer Bekenntnisfrage erklärte, die Atomwaffen abzulehnen und westdeutsche Vertreter der Bekennenden Kirche (wie mein Freund der SPD-Mann Werner Koch) diskutierten ob wir es ihnen gleichtun sollten. Helmut Schmidt (2001)Was Bundeskanzler Helmut Schmidt dazu dachte hörte ich in dieser Zeit von Karsten D. Voigt, der zum engeren Kreis in der SPD-Fraktion gehörte, heute Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit ist und meiner festen Überzeugung nach zu jeder Zeit einen guten deutschen Aussenminister abgegeben hätte. Was ein Helmut Schmidt sagt und denkt habe ich also nicht nur der Presse entnommen.

Als aktiver Leser der ZEIT komme ich mit dem was Helmut Schmidt sagt und schreibt auch heute noch regelmässig in Kontakt und so ist mein Respekt vor der Lebensleistung dieses Mannes – bei allen Unterschieden in den politischen Sachfragen die mir am Herzen lagen – über die Zeit nicht geringer geworden, sondern nur gewachsen. Der Elder Statesman als der er auch im Podcast des SWR zu seinem 90.Geburtstag bezeichnet wird, hat sich verdient gemacht mit seinen Kommentaren, mit Kritik aus der Distanz und auch manch deutlichem Wort – so stammt etwas das Wort vom “Raubtierkapitalismus“, das ich in der bundesweiten EU-AG von Attac heute öfters höre als bei der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft, von Helmut Schmidt:

Ich bin ganz stolz darauf, das war ein richtiges Wort.” (Helmut Schmidt bei der Vorstellung seines Buches “Ausser Dienst” im Jahr 2008)

Das Bild rechts zeigt diesen Helmut Schmidt zwischen dem grünen Datei:Palmerschmidtkueng.jpgOberbürgermeister Boris Palmer und Hans Küng anläßlich seiner “Weltethos-Rede”, die auch als Hörbuch auf CD erschienen ist und in der er ‘”Zum Ethos des Politikers” spricht und sich mit der Instrumentalisierung der Religion für politische Zwecke beschäftigt. Der “Vorwärts” schreibt in seiner Zusammenfassung “Helmut Schmidt fürs Ohr” dazu:

“Schmidt beabsichtigte mit seinem Vortrag nicht in Konkurrenz mit den großen Philosophen zu treten und er stellt daher – so Schmidt wörtlich – keinen „Versuch eines Kompendiums oder Kodexes“ zur politischen Ethik dar. Er beschränkt sich auf das „Verhältnis von Politik und Religion“, die „Rolle der Vernunft und des Gewissens in der Politik“ sowie die „Notwendigkeit des Kompromisses“. Dazu zieht er eigene Einsichten heran, die er selbst in drei Jahrzehnten als Politiker gewonnen hat, und geht kritisch auf das Weltgeschehen ein. Eine wunderbar schlüssige und überzeugende Rede, die man am liebsten vor Ort erlebt hätte.

Vor Ort geht nicht mehr – aber zuhause am Computer geht: Wer meinen Respekt für den Jubilar dieses Tages verstehen will, höre und sehe sich diese Weltethos-Rede zum Ethos des Politikers an – sie ist in verschiedenen Formaten und Auflösungen hier zu haben.

Update: Glückwünsche anderer Menschen finden sich unter anderem im Gratulationsblog der ZEIT.

Ihnen, geehrter Helmut Schmidt, wünsche ich einen weiterhin so klaren Verstand und uns noch viele Jahre Ihre Worte und Gedanken.

Erstellt am Dienstag, 23. Dezember 2008
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Bericht aus Gorleben – Update

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Erstellt am Sonntag, 9. November 2008
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung, Video | 2 Kommentare »

Auf nach Gorleben: Hast Du Feuer?

Anti-AKW-BewegungWarum eigentlich sollte jemand nach Gorleben gehen? Warum sollte man das tun, wenn doch die Busse der Grünen BW (ganze drei Busse aus Baden-Württemberg, aber so voll dass alle Ausfallplätze auch schon vergeben sind… natürlich kann man nicht einfach einen vierten mieten) oder der Grünen Jugend Hessen (“hätten wir letzte Woche gewusst wievielen Leuten wir jetzt diese Woche noch absagen müssen hätten wir locker noch ein. zwei Busse füllen können”) oder der Grünen Hannover (“aber bei den Grünen Hildesheim soll von was frei sein” – naja, die stehen auch nicht auf der Busliste von Castor.de) alle schon voll sind? Die Frage ist: Brennst du mit Leidenschaft für eine bessere Welt? Oder um es mit Creme Fresh zu formulieren: Hast Du Feuer?

Es ist die Frage ob du rennst oder pennst, ob du flennst oder kämpfst, für was an das du glaubst nicht nur denkst, ob du brennst, ob du dein letztes Hemd gibst, representest, echter Fan bist. Ob du dich anstrengst bis du fast plemplem bist oder drauf wartest bis du was geschenkt kriegst…. Creme Fresh: Hast Du Feuer? Lyrics. Image Hosted by ImageShack.us (…) Hast du Feuer? (Siehe Lyrics rechts vom Booklet der CD, das mir FATONI bei der Jugendgala für Streitkultur signiert hat)

Von daher: Auf zum “Strassentreffen“, wie es Holger Burner nennt. Ich habe Feuer – Komm auch du: Du schreibst Geschichte – so wie “Madsen”, die kommen und bei der Demo spielen. Wir sehen uns in Gorleben!

Und wer nicht dabei sein kann:

((Suchbild: Wer findet yours truly? Ich war dabei!))

Erstellt am Freitag, 7. November 2008
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Castor 2008: Wir Grünen stellen uns quer!

Nicht mehr frisch, aber lesenswert, ist zum Thema Atomkraft der Aufruf “Grüne stellen sich quer” bei Julia Seeliger:

http://julia-seeliger.de/castor2008/wp-content/themes/emptiness/header.jpg

Wir kämpfen dafür, dass die Schrauben des Atomausstiegs angezogen werden und widersetzen uns jedem Versuch, sie zu lockern. Dafür werden wir in den kommenden Wahlkämpfen streiten. Das wird jedoch nicht genügen – wir brauchen eine Renaissance der Anti-Atombewegung auf der Straße. Auch wir tragen hierzu bei: Wir unterstützen den gemeinsamen Aufruf von Bundesverband und Landesverband Niedersachsen zur Teilnahme an kraftvollen und gewaltfreien Demonstrationen vom 8. bis 10. November im Wendland.

Auch praktisch werden wir uns an den Castor-Protesten rund um Gorleben beteiligen: Bei der Auftaktdemonstration am 8. November in Gorleben zeigen wir Gesicht für eine andere Energiepolitik. Darüber hinaus engagieren wir uns dafür, dass mit Unterstützung der Grünen möglichst viele AtomkraftgegnerInnen an der Demonstration teilnehmen können und dass dorthin Busse fahren. Am 9./10. November stellen wir uns selbst quer und beteiligen uns an der gewaltfreien Sitzblockade des Castor-Transports im Wendland. Hierzu werden wir uns den Aktionen von X-tausendmalquer anschließen und/oder weitere Aktivitäten planen.

Ich freue mich über diese Initiative – eine von vielen Grünen Aktivitäten im Umfeld der bundesweiten Gorleben-Demonstration. Noch im September bei der Herbstkonferenz der Anti-AKW-Bewegung in Braunschweig bin ich ziemlich allein darin gewesen, die Grüne Fahne hochzuhalten, Grüne Präsenz zu zeigen. Eine Frau aus der GrünenJugend war am ersten Tag als Gast dabei, die Vorsitzende der Grünen Braunschweig, die wie ich auch Gründungsmitglied der Braunschweiger Grünen ist, am letzten Tag, ich als Grüner Europakandidat die ganze Zeit, was wertvoll für die Vernetzung mit europaweiten AktivistInnen ist.

Auch ich habe mich dort deutlich lesbar verewigt:

Wolfgang G. Wettach, KV Tübingen, Grüner Europakandidat
Nicht nur in Deutschland, sondern europaweit gilt es, für die Stillegung der Atomanlagen und gegen den Neubau aktiv zu werden. Auch in Frankreich und UK werde ich das tun, mit europäischen Freunden.

Alle Grünen Mitglieder sind aufgefordert unter Hinweis auf ihren Kreisverband (und ggf. ihre Funktion in der Partei) diese Erklärung dass sie selbst aktiv werden, hier zu unterschreiben. Wer nur lesen will, wer schon alles von den Grünen unterschrieben hat, kann auch das tun: http://julia-seeliger.de/castor2008/wir-stellen-uns-quer/

Erstellt am Samstag, 25. Oktober 2008
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