Bildungsaufbruch Baden-Württemberg konkret: Neue Gemeinschaftsschulen in Tübingen

Während in Stuttgart die Grünen mit Fritz Kuhn aufbrechen, auch diesen OB-Posten zu holen, ist das ganze Land im Aufbruch: Im Bildungsaufbruch nämlich, zu der neuen Schulform “Gemeinschaftsschule”.

Gemeinschaftsschulen

Gemeinschaftsschulen

Die neue grün-rote Landesregierung hat sich für die Einführung von Gemeinschaftsschulen entschieden. In Tübingen wird es gleich drei Gemeinschaftsschulen geben, die folgende Ziele verfolgen:
* Längeres gemeinsames Lernen.
* Individuelle Angebote für SchülerInnen in heterogenen Lerngruppen.
* Jedes Kind wird nach seiner Leistungsfähigkeit gefördert, das heißt alle SchülerInnen erhalten Aufgaben nach ihren Lern- und Leistungsniveaus.

“Gemeinschaftsschule: Kann Sie gleichzeitig Starke und Schwache fördern?”

Das war die Fragestellung einer ersten öffentlichen Veranstaltung, zu der der AK Schule der Tübinger Grünen und seine Sprecherin, Gemeinderätin Aster Yeman, eingeladen hatten.  In einer offenen Diskussionsrunde mit mehreren Stuhlreihen im Fishbowl-Verfahren standen folgende Personen für Fragen und Antworten zur Verfügung:

Im Publikum waren daneben unter anderem noch Rainer Drake, Vorsitzender des Gesamtelternbeirats GEB Schulen und Elternbeiratsvorsitzender der Französischen Schule, Rektor Sperth von der Werkrealschule Innenstadt in der künftigen Gemeinschaftsschule ‘Bildungszentrum West’, Doris Hertkorn-Gärtner, Rektorin der Französischen Schule, Herr Seidel als Geschäftsführer der Freien Waldorfschule Tübingen und viele mehr. Es waren angeregte Diskussionen mit vielen Wünschen vor allem an die Grün-Rote Landesregierung, der vordringlichste der an den Starterschulen Beteiligten: Der Klassenteiler der Gemeinschaftsschulen, auch und gerade weil sie inklusiv beschulen sollen und wollen, sollte baldmöglichst auf die ursprünglich geplanten 25 (von derzeit 28) gesenkt werden. Verständnis wurde geäussert dafür dass die Grünen nicht Geld zaubern und alle Wünsche auf einmal erfüllen können – und erbeten dafür dass die Grünen nicht alleine sondern partnerschaftlich mit der SPD zusammen regieren, so dass der Haushalt auch nicht nur grüne Schwerpunkte widerspiegeln kann.

Mancherlei Bedenken wurden, von Schulleitungs- wie von Eltern-Seite geäussert, erstere wollten besonders berücksichtigt werden, letztere zum Teil “Keine Experimente”, eine Befürchtung gegen die sich wiederum die Vertreter der Starterschulen wandten. Deutlich wurde aber: jede der drei künftigen Gemeinschaftsschulen hat sich auf ihre Weise bereits auf den Weg gemacht: Die WSI mit neuer Pädagogik, die GSS mit knapp zwei Jahren “ErKo”, der Erweiterten Kooperation der drei Schularten, die Französische Schule mit ihrem reformpädagogischen Ansatz und als gebundene Ganztagsschule sowie mit ihrem Prozess zum längeren gemeinsamen Lernen. Sie wird als erste und bisher einzige Gemeinschaftsschule im Land von Klasse 1-10 das gemeinsame Lernen bei individueller Förderung praktizieren.

Auch in Stuttgart übrigens und auch bei der CDU ist dieser Bildungsaufbruch ein Stück weit angekommen: Die Stuttgarter Bildungsbürgermeisterin Eisenmann hat all ihre Realschulen aufgefordert, sich auf den Weg zur Gemeinschaftsschule zu machen. Da ist der gymnasiale Bildungsanspruch der Gemeinschaftsschule vielleicht nicht angekommen… aber immerhin.

Diese erste Veranstaltung des AK Schule der Tübinger Grünen, zu dem ich gehöre, wird nicht die letzte bleiben weil der Informations- und Diskussionsbedarf weiter hoch ist. Zwei weitere grosse Veranstaltungen sollen noch in diesem Jahr folgen.

Wolfgang G. Wettach. CC-BY-NC-SA 3.0

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>