8. März #Frauentag: Die Hälfte der Macht den Frauen!

101. Internationaler Frauentag: Wir haben sehr viele starke GRÜNE Frauen, die für sich selbst sprechen können – zum Beispiel unsere Frauenpolitische Sprecherin Ulrike Baumgärtner, hier interviewt von unserer Landesvorsitzenden Thekla Walker:

Thekla Walker interviewt Ulrike Baumgärtner

Die Frauenquote, für die GRÜNE sich seit 30 Jahren einsetzen, ist wichtig, nicht nur aber auch in Baden-Württemberg, wo das Wahlrecht bisher für dramatisch weniger Frauen im Landtag sorgt. Auch wenn es vor Ort manchmal schwierig sein kann, genügend Frauen für manche Aufgaben zu finden, sage ich als Grüner Stadtvorstand in Tübingen, ist die Quote wichtig, weil sie dafür sorgt dass Männer nach guten Frauen suchen und diese ermutigen müssen, weil sie auch dafür sorgt dass Frauen sich beteiligen die sonst anderen den Vortritt lassen würden, aber viel beizutragen haben. Die Quote ist wichtig, auch wenn sie mich in der Erscheinungsform hart quotierter Redelisten manchmal ärgern mag (weil Männer dann nicht mehr reden dürfen wenn Frauen nicht mehr reden wollen) – es gibt verschiedene Möglichkeiten das zu handhaben, auch im Reissverschlussverfahren sorgt sie dafür dass Frauen in gleichem Maß zu Wort kommen können.

Ist der Tag noch zeitgemäss, nach 101 Jahren? Ja, es gibt die Erfolge und bisherigen Meilensteine der Frauenbewegung, aber es bleibt viel zu tun:

* Vor Ort und bei uns im Land:

Es gibt gerade in der Fläche noch viel zu wenig Kinderbetreuungsplätze, die eine echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Viele Kommunen haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht, was den kommenden Rechtsanspruch angeht. Aber: Das ist nicht alles. Es gibt auch noch, vor Ort und im Land, viel zu wenig vätergrüne Männer die in Elternzeit gehen, zu wenig Jungen und Männer, die mehr zuhause tun als die Mädchen und Frauen mit denen sie leben. Und: Pflegerinnen, Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen, Tagesmütter und Kinderfrauen, sind auch noch chronisch unterbezahlt. Auch dafür, weil Frauen meist mehr verdienen als sie bekommen, streikt ver.di jetzt und das ist gut so. Ich bin als einziger Mann (und als Vorstand des Landeselternrats LER) in den Gründungsvorstand des KITA-Bündnisses für Bildung und Erziehung gegangen, wo dafür gestritten wird, dass Kindererziehung und -betreuung nicht nur stattfindet sondern auch fair bezahlt wird und genug Personal dafür da ist. Hierein, nicht ins falsche Anreize setzende “Betreuungssgeld”, müssen wir investieren. Wenn sich nichts ändert, wenn wir nichts ändern, wird der Fachkräftemangel in diesem Bereich (PDF) schlimmer werden. Das Ehegattensplitting muss weg weil es die falschen Anreize setzt – und gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss endlich her. Was sonst? Es gibt noch viel zu tun!

* In Europa:

In Europa ist “Gender_gap” nicht der Streit um die beste Schreibung statt grossem Binnen-I sondern der (bei einem Rückgang offener Diskriminierung in der EU) noch immer massive Gender Pay-Gap, der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern.
Der Internationale Frauentag ist nicht ein einziger Tag in dem Geschlechtergerechtigkeit erreicht werden kann, aber er ist eine gute Gelegenheit, diesem Menschen-Anliegen (denn Frauenrechte sind Menschenrechte) eine Stimme zu geben. Die Französische Grüne Präsidentschaftskandidatin Eva Joly (EELV) hat diese Gelegenheit genutzt: Französischer Artikel und Französisches Video:

Eva Joly Egalité Femmes Hommes 8 mars 2012 von SAV_EvaJoly

Schauen wir auf den Balkan, was ich schon wegen der Donauraumstrategie öfter tue: Wie sieht es in Serbien aus? Nicht gut, wie Adriana Zaharijević und Katarina Lončarević (Frauenstudienzentrum) berichten. Auch in Bosnien-Herzegowina ist es schwierig und in Kroatien passiert manches aber der Weg ist noch sehr weit (Videointerview).

* International:

Das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Gleichberechtigung. Aber in der Praxis?
Arabischer Frühling als Vorbote des Winters für die Frauen? Julia Gerlach erinnert in der Frankfurter Rundschau an den 08.März 2011 und schreibt “kaum hatten die Aktivistinnen die Transparente ausgerollt, wurden sie von Männern angepöbelt und begrapscht. Vielen der Frauen gab dieser offensichtlich organisierte Angriff zu denken, sie sahen darin die Vorboten einer finsteren Zeit, und sie behielten Recht.”

Der fortdauernde Krieg in Afghanistan wurde bei uns immer auch legimiert mit der Verbesserung der Situation der Frauen und Mädchen dort. Eine starke Frau, Margot Käßmann, Ex-Bischöfin aus Deutschland, hat schon bei uns gesagt “Nichts ist gut in Afghanistan” und wurde dafür heftig angegriffen. Eine andere Frau, Malala Joya, Ex-Abgeordnete aus Afghanistan, kam zu uns um ihre Sicht darzulegen und wird ohnehin stets angegriffen. Wie sieht es heute aus? Nicht gut. Die Tagesschau berichtet heute zum Frauentag über “Die Angst der Frauen in Afghanistan“.

Die Hälfte der Macht den Frauen? Es ist an der Zeit.

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