Green ESU: Zugang zu Bildung und Wissen

Das Panel zu Access to Knowledge mit (von rechts nach links) Prof.Dr.Claudia Lux (BID), Helga Trüpel (MdEP GRÜNE, Deutschland), Sandrine Bélier (MEP EELV, France), Jane Lindgaard (Journalist Mediapart)

Auf Einladung der Europaabgeordneten Sandrine Bélier (EELV Frankreich) und Helga Trüpel (Bündnis 90/Die Grünen Deutschland) befasste sich ein Panel mit der Frage des Zugangs zur Bildung und Wissen und all den Dingen, die für eine Wissensgesellschaft in Europa erforderlich sind. Einen radikalen Vorstoß zum Urheberrecht brachte Professor Dr. Claudia Lux von der Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheks- und Informationsverbände e.V. (BID): Das Copyright für Bücher sollte auf ein Jahr begrenzt werden, da die meisten Titel nach einem Jahr bereits aus dem Buchhandel verschwinden, oder zumindest auf fünf Jahre, nach denen die meisten Verwertungszyklen für die Urheber und die Verlage abgeschlossen seien. Zu Google Books, einer Quelle für alte und neuere Bücher, erklärte sie: „Wer das nicht kennt, ist kein Student – zumindest nicht in den Geisteswissenschaften.“ Problematisiert wurde die Monopolisierung von Wissen in der Hand eines einzigen Konzern dennoch und die Frage nach Europas Antwort auf Google gestellt. Helga Trüpel erklärte, dass dies eine Aufgabe sei, um deren Aufnahme in den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union noch gerungen werde. Ihrer Überzeugung nach muss die ‚Europeana‘, die Europäische Digitale Bibliothek, in die EU 2020 Strategie aufgenommen werden, um den dauerhaften freien Zugang zu Wissen und Bildung nicht von einem einzigen Konzern abhängig zu machen.

Jade Lindgaard, eine Journalistin des Abonnement-finanzierten Online-Nachrichtenmagazins Mediapart, erklärte den Kampf um Bezahlinhalte im Internet für gewonnen: „Die Menschen erkennen, dass es Dienste im Internet gibt, die es wert sind, bezahlt zu werden.“ Der Kampf um den Qualitätsjournalismus aber werde weiter geführt, weil zum einen Zeitungen wie in Frankreich seit vielen Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten leben, aber durch öffentliche Zuwendung überleben, die sie weniger unabhängig und zum Teil immer weniger kritisch machen, während zum anderen Dienste wie WikiLeaks völlig neue Möglichkeiten für den investigativen Journalismus bieten. Zu den aus dem Publikum aufgeworfenen Lösungsansätzen für den Zugang zu Bildung und Wissen für alle gehörten das Wissenschaftsmagazin PLoS One, der Mikro-Bezahldienst Flattr, der über eine monatliche Flatrate und deren Verteilung auf Inhaltsanbieter eine Zuverdienstmöglichkeit für Internet-Journalismus, Blogger und die tageszeitung aus Berlin bietet, sowie die Frage nach einer echten Kulturflatrate die Künstlern als Teil ihrer Lebensgrundlage zugute kommen könnte.

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