DESERTEC – Woher kommt der Strom der Zukunft? Bericht mit Videos

Am Samstag, den 13. November, trafen sich im Stuttgarter Haus der Wirtschaft, über 150 Teilnehmer, um über das DESERTEC-Projekt zu diskutieren.

DESERTEC – ein Verbund aus regenerativer Stromerzeugung aus Solarkraftwerken in Nordafrika, Windkraftwerken entlang der Atlantikküste und Speicherkraftwerken in Skandinavien – stand im Zentrum einer Konferenz der GRÜNEN in Stuttgart. Auf der hochkarätig besetzten Veranstaltung wurden in zwei Podien technische und wirtschaftliche Grundlagen sowie entwicklungs- und europapolitische Aspekte diskutiert.

Dabei ist das Projekt nicht unumstritten. Einerseits bietet es die Vision einer regenerativen Vollversorgung zu vertretbaren Preisen, andererseits kann es neue Energie-Abhängigkeiten schaffen und in Konkurrenz zu dezentralen Lösungen treten.

Die Vorstellung der Konferenz durch MdL Franz Untersteller (GRÜNE BW), Ein einführendes Grußwort sprach der Landesvorsitzende Chris Kühn (GRÜNE BW):

Auf dem ersten Podium referierten und diskutierten Dr. Franz Trieb vom Deutschen Institut für Luft und Raumfahrttechnik, ein Ideengeber von DESERTEC. DESERTEC solle der Ersatz für Strom aus Atom und Kohle sein in der Region EUMENA (Europa Mittlerer Osten, Nord-Afrika).

Als Kritiker sprach Dr Fabio Longo von Eurosolar. Er stimmte mit seinem Vorredner überein, dass DESERTEC wichtig für Nordafrika sei, aber der Strombedarf der EU solle vollständig mit heimischen, erneuerbaren Energien gedeckt werden.
Thorsten Marquardt von der „DESERTEC Industrial Initiative“ zeigt die technischen und finanziellen Optionen, sowie die Vielzahl der internationalen Partner auf:

MdB Ingrid Nestle brachte die Position der Grünen im Bundestag ein. Sie sagte, DESERTEC sei dann zu unterstützen, wenn die EU das Ziel 20% Erneuerbare bis 2020 aus Europäischen Quellen einhält. Sie wies darauf hin, dass Schleswig Holstein heute schon mehr als 100% des Eigenstrombedarfs durch Windstrom erzeugt.

Im Anschluss stellte sich das Podium auch den Fragen (und Kurzreferaten) aus dem Publikum:

Im zweiten Podium betonte Hans Hühn von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit die positiven Entwicklungswirkungen von DESERTEC und lobte die Vorbildfunktion Marokkos. Der marokkanische Botschafter Rachad Bouhlal stellte die Projekte zum massiven Ausbau erneuerbarer Energien in seinem Heimatland vor und betonte die Energiesouveränität Marokkos. Dr. Isabelle Werenfels von der Stiftung Wissenschaft und Politik betonte die positive Rolle Marokkos und Tunesiens, während in den Ölförderländern die Atomlobby die Entwicklung erneuerbarer Energien erschwere:

Die folgenden Schlussfolgerungen können aus der Veranstaltung gezogen werden:

• Es ist sowohl der Ausbau zentraler (DESERTEC), wie auch dezentraler (EUROSOLAR) erneuerbarer Energien anzustreben.
• Für eine regenerative Energieversorgung ist der Ausbau von Hochspannungsgleichstromleitungen, sogenannten Supergrids, als auch von intelligenten lokalen Stromnetzen, sog. Smartgrids notwendig.
• DESERTEC bietet eine wichtige Entwicklungsperspektive für die afrikanischen Länder der Mittelmeerregion.

Eine nachhaltige Energieversorgung Europas ist nur mit einem konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien denkbar. Für dieses Ziel muss der Ausbau der Europäischen Netze gezielt für erneuerbare Energien optimiert werden.

3 Kommentare zu “DESERTEC – Woher kommt der Strom der Zukunft? Bericht mit Videos”

  1. Tobias Schmidt-Detering schreibt:

    Sehr geehrter Herr Wettach,
    mit Interesse habe ich Ihren Auftritt unter http://gruene.wettach.org/?p=470 recherchiert. Leider waren viele Beiträge aus technischen Gründen schlecht wahrnzunehmen.

    Freundlich möchte ich deshalb anfragen, ob ein Skript oder eine Präsenation erstellt wurde, die ich Sie freundlich bitten würde, mir zuzusenden.

    Ich versichere, dass ich Ihre Unterlagen ausschließlich gemeinnützig und auf privater Ebene nutzen möchte. Ich verbürge mich dafür mit den unten angegebenen persönlichen Daten.

    Falls Sie keine elektonischen Dokumente Ihrer Tagung erstellt lassenhaben, würde ich mich ebenfalls über die Zusendung eines Skripts an meine unten genannte postalische Adresse freuen.

  2. rhyo schreibt:

    Wackelige Kamera, schlechter Ton… unerträglich! Bei solchen Veranstaltungen muss man mit einem externen Mikro arbeiten, das auf den Lautsprecher im Saal gerichtet ist, nicht auf den Sprecher!

  3. WGW schreibt:

    Wir haben noch eine bessere Tonspur, direkt vom Mikro der Sprechenden. Ich habe aber schon erstmal die Rohfassung der Videos zur Verfügung stellen wollen, bevor perfektionierte Videos (zB mit Betitelung und Schnitt) zur Verfügung stehen.

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