Tübingen macht blau

Heute also der Tag wo Tübingen mit dem Klimaschutz ernst macht – und der Bund soll sich an dieser Musterstadt ein Vorbild nehmen.

Tübingen macht blau - CC: WGW

In den letzten Wochen konnte man in Tübingen rätseln, was die Plakate mit dem Bild einer jungen Frau auf einer grünen Wiese vor dem Hölderlinturm und dem Slogan “Tübingen macht blau” zu bedeuten haben. Nun hat Palmer das Geheimnis gelüftet: Blau steht für den Klimaschutz, der “zum Anliegen einer Bürgerbewegung” werden soll. Wichtig ist ihm dabei die Vorbildfunktion der Stadt. Und so wurden die Investitionen für die Wärmesanierung städtischer Gebäude in diesem Jahr auf 5 Millionen Euro verdoppelt – “alles Maßnahmen, die sich für die Stadt rechnen”, so Palmer. (taz)

Das Ziel: 10 Prozent Reduktion des CO2-Ausstoßes bis 2010 und 70 Prozent Reduktion bis 2020.Tübingen werde künftig “eine Vorbildrolle als Klimaschutzkommune spielen”, so Palmer. Erreichen will der grüne OB dies beispielsweise mit dem “Bluegreen”-Tarif der Tübinger Stadtwerke, dem blauen Energieausweis für Gebäude, mit Bürgersolaranlagen und Investitionen für die Wärmesanierung städtischer Gebäude in Millionenhöhe.

Palmers Klimaschutzpolitik hat vier Phasen: Vorbild leben, Aufmerksamkeit schaffen, Partner für Innovationen finden und schließlich Ergebnisse präsentieren. »Ich will zeigen, dass Ökologie und hohe Lebensqualität zusammengehen«, so der OB am Dienstag.

Gruenes Klima

Ein Vorzeigemodell der besonderen Art ist der Tübinger Klimapass für Neuwagen. Weil Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) einen Pass auf Bundesebene seit langem lediglich ankündigt, schafft Palmer für Tübingen jetzt Fakte und hofft, “dass die Einführung des Tübinger Klimapasses eine entsprechende Bundesregelung beschleunigt”. (Grünes Klima)

Die dazugehörige Webseite sorgte einige Tage für Frustration: Ohne Flashplayer sah sie einfach blau aus -auch bei mobilem Zugang über das Handy- und bot auch sehbehinderten Menschen nicht mehr als den Seitentitel, der auch mit Screenreader nicht mehr Informationen vermittelt. “Barrierefrei geht anders”. Mehr Infos bekommt man inzwischen auf der Webseite der Aktion, die von der Stadt Tübingen betrieben wird – durch die Umleitung auf http://www.tuebingen.de/umwelt

Positiv sieht man die Aktion zum blauen Tübingen im grünen Freiburg, wo darauf hingewiesen wird, die Green City FR nehme für ihren Ansatz die Farbe der Grünen, die Stadt des “Klimaretters”, das blaue Tübingen, die Farbe von Bündnis90.

Eine der Aktionen beim Aktionstag war das Fotoshooting, dem sich auch der Grüne Tübinger Bundestagsabgeordnete Winne Hermann stellte: “Gib dem Klimaschutz dein Gesicht.” Ich schliesse mich da gerne an, wenn auch nur mit meinem Handy, weil ich leider keine Zeit für das Fotoshooting hatte – zuviele Businesspläne harren noch meiner Bewertung.

Neben der taz, Bloggern und dem Tagblatt berichteten auch im Fernsehen die RTF1-Nachrichten von der Aktion. Noch bis 19:30 ist das Nachrichtenvideo vom Samstag online anzusehen. Interessant dabei nicht nur die Aktion mit der kostenlosen Umtauschaktion: Alte Energieverschwender-Glühlampe gegen neue Energiesparlampe, sondern auch die Verknüpfung mit dem Regionalmarkt:

“20% der gesamten Klimabelastung kommt über die Ernährung. Und wir wollen hier aufzeigen wie sie die Belastung reduzieren können. Sie können’s nicht auf Null reduzieren, aber es gibt Untersuchungen, dass sie maximal 64% von den 20% wieder einsparen können.” Hellmut Stöhr von ‘Slowfood

co2freieWesentlich, so Slowfood, ist dabei der Verzehr von lokaler Bionahrung und das Herunhterfahren des Fleischkonsums. “Vor allem Rindfleisch schade dem Klima, so Stöhr”. Auf Rindfleisch zu verzichten fällt mir als Vegetarier natürlich leichter als nur regionale Bioware zu beziehen aber auch da wird es mit wachsendem Angebot einfacher. Neu auf dem Regionalmarkt zum Beispiel: Amaranth von der Schwäbischen Alb. Das steht auch schon länger auf meinem Speiseplan. Und mehr Klimaschutz auf meiner Agenda – zum Beispiel indem meine Grüne Kampagnen-Webseite (und meine anderen Webseiten) CO2-neutral mit Naturstrom betrieben werden.


Update1: Kontraproduktiv der Ansatz der Union zum Klimaschutz: Die CDU will die Solarförderung massiv senken. Nichts verstanden? Oder nur Argumente für Atomkraftwerke basteln in der Tschernobyl-Woche? Was sagt Schwarzgrün in Hamburg dazu dass da viel Kohle für Solarstrom wegfallen soll?

2 Kommentare zu “Tübingen macht blau”

  1. Stadt der Bücher, Stadt des Friedens - Grüne Kraft für Europa - Wolfgang G. Wettach - http://gruene.wettach.org schreibt:

    [...] ist Tübingen wieder in vieler Hinsicht eine Ausnahmestadt – und eine positive Ausnahme. Tübingen macht nicht nur blau, wenn es um den Klimaschutz geht, Tübingen hat sich auch bei der Jubiläumsveranstaltung am 8.Mai [...]

  2. Klimaziele werden festgezurrt: Dossier des Europaparlaments - Grüne Kraft für Europa - Wolfgang G. Wettach - http://gruene.wettach.org schreibt:

    [...] heutige Heimatstadt Tübingen macht für den Klimaschutz mit der Kampagne “Tübingen macht Blau” einiges, von der ausgiebigen Förderung des öffentlichen Nahverkehrs mit Nachtsammeltaxis [...]

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