Gesundheitspolitik in Europa: Was bewirkt die EU-Transplantationsrichtlinie? Veranstaltung am 17.11.09

Zur EU-Organspende-Richtlinie Europaweit warten derzeit etwa 56.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Schätzungen gehen davon aus, dass täglich zwölf Menschen innerhalb der Wartezeit sterben müssen. In allen EUStaaten steigt der Bedarf an Organspenden und die Zahl der Organtransplantationen nimmt stetig zu. Zwischen den EUMitgliedstaaten werden kaum Spenderorgane ausgetauscht. Die Europäische Kommission reagierte auf diese problematische Situation 2008 mit dem Entwurf einer Richtlinie zu Qualitäts- und Sicherheitsaspekten von Organtransplantationen. Im Vordergrund steht dabei die Schaffung eines klaren Rechtsrahmens, es muss aber ebenso einer Kommerzialisierung des menschlichen Körpers entgegengewirkt werden.

Rechtliche, medizinische, ethische und theologische Probleme treffen aufeinander: Insbesondere in einer Europäischen Union mit 27 nationalen Vorstellungen und Antworten und mit unterschiedlichen Organisationsmodellen. Die Spenderquote variiert zwischen den Mitgliedstaaten zwischen 34,6 Spendern pro Million Einwohner in Spanien und 6 Spendern pro Million Einwohner in Griechenland. Deutschland liegt mit 15,3 Spendern pro Million Einwohner im Mittelfeld. Ferner bestehen auch beträchtliche Unterschiede hinsichtlich der Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen und der organisatorischen Aspekte (Transplantationsregister, Zuteilung von Organen etc.). In Deutschland liegt die Koordinationsrolle in der Organtransplantation bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Durch den Vorschlag der EU-Organspenderichtlinie wird das deutsche System in verschiedener Hinsicht herausgefordert, und potentielle Folgen werden derzeit kontrovers diskutiert.

Diese Problematik will die Europa-Union Deutschland am 17.11.2009 aus politischer, rechtlicher, medizinischer und ethischer Sicht beleuchten und den einzelnen Bürgerinnen und Bürgern Anhaltspunkte in diesem komplexen Feld geben.

~EINFÜHRUNG~
Prof. Dr. Gabriele Abels, Professur für Innen- und EU-Politik, Institut für Politikwissenschaft, Universität Tübingen

~MODERATION~
Dr. Birgit Locher-Finke, gesundheitspolitische Referentin der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, Lehrbeauftragte des Instituts für Politikwissenschaft, Universität Tübingen

~PODIUMSDISKUSSION~
PD Dr. Monika Bobbert, Diplom-Psychologin und Theologin, Institut für Geschichte der Medizin, Bereich Medizinethik, Universität Heidelberg, Mitglied der Ethikkommission (Forschung am Menschen in der Medizin)
Dr. Peter Petersen, Leitender Transplantationsbeauftragter, Universitätsklinikum Tübingen
Peter Friedrich, SPD, Mitglied des Deutschen Bundestages, Wahlkreis Konstanz
Annette Widmann-Mauz, CDU, Mitglied des Deutschen Bundestages, Wahlkreis Tübingen-Hechingen, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit (angefragt)

~EMPFANG~
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion findet ein Empfang im Kleinen Senat der Neuen Aula statt.

Termin: Di, 17.11.2009 – 18-20 Uhr
Raum: Hörsaal 2 Neue Aula, Wilhelmstr. 7, 72074 Tübingen

VERANSTALTER:

* Europa-Union Kreisverband Tübingen,
* Prof. Dr. Gabriele Abels, Institut für Politikwissenschaft, Universität Tübingen,
* Europa Zentrum Baden-Württemberg
* und Junge Europäische Föderalisten (JEF) Tübingen

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Kontakt:
Prof. Dr. Gabriele Abels/
Annegret Eppler M.A., Ass. iur.
Institut für Politikwissenschaft
Melanchthonstr. 36
D-72074 Tübingen
Tel. +49-(0)7071-2978369
e-mail: gabriele.abels@uni-tuebingen.de;
annegret.eppler@uni-tuebingen.de

Pressemitteilung

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