Die Relevanz des Web 2.0 im Internet und die Relevanz der Frankfurter Rundschau

Nerd Crossing by jparise.Gestern bei der Wahlkampfkommission habe ich das Ergebnis unserer Web 2.0 KampagneWir für Winne.de” erst der WKK, dann der Kreismitgliedsversammlung vorgestellt: an die 200 Follower bei Twitter, über 300 Fans bei Facebook, über 6.000 Views für die Winne-Videos bei YouTube, 10.000 Besucher für das Kampagnenblog, die 200.000 Hits, Dateiabrufe von Seiten und Bildern, erzeugt haben. Der Erfolg auch unserer Erststimmenkampagne, die von CDU-, Links- und Piratenwählenden honoriert wurde, war auch am nochmal gesteigerten Zweitstimmenergebnis der Grünen im Kreis Tübingen ablesbar. Ergebnis ist auch, dass Web 2.0 als Werkzeug für die ganze Legislaturperiode weitergeführt wird – und nicht, wie bei anderen, nach dem Wahlkampf “abgeschaltet”. Die Grünen haben verstanden.

Ganz anders der Kernkraft-und-Kohle-Schreiber Klaus Kocks, der sich jetzt “Meinungsforscher” nennt, nachdem er jahrelang vor allem die Meinung zu beeinflussen versucht hat. Der durfte in der “Frankfurter Rundschau”eine Meinungskolume schreiben, die “Piraten Nein Danke” betitelt ist. Das Internet wird da folgendermassen beschrieben:

dieses Universum unnützen Wissens, in dem niemand Geld verdient außer der Porno-Industrie, die uns listenreich mit ihrem Müll versorgt.

Für Ulrike Langer von media-digital ist das “Der Tag an dem ich aufhörte, die Frankfurter Rundschau ernstzunehmen“. Der wegen Herrn G. aus B. ausgetretene Ex-GrüneSebastian Raible im Blog FalsePositive sieht das als einen Aufreger mehr, über den sich die Piraten zu sehr aufregen würden.

Mein Kommentar und warum Web 2.0 nicht unterschätzt werden darf:Es liegt hier die bittere Erfahrung vor dass je mehr jemand von einer Sache versteht, diese Person umso eher in der Lage ist, die Inkompetenz anderer zu erkennen. In diesem Fall führt das dann vielleicht zur Erkenntnis: Die kochen nicht nur auch mit Wasser, die trinken vorher offensichtlich auch mal etwas anderes zuviel, bevor sie so einen Text uneingerahmt von eigenen Worten ins Blatt nehmen. “Et audiatur altera pars”?

Der Text suggeriert, der Piratenpartei ginge es nur ums lustige Raubkopieren, den Untergang des Abendlandes (von dem auch Frau Gaschke in der von mir sonst geschätzten ZEIT gerne faselt) nähmen sie dafür billigend in Kauf.

Wer sich etwas mit der Partei beschäftigt sollte vielleicht auch selbst mal deren Webseite, Wiki, Forum angeschaut haben (ad fontes, liebe Journalisten). Da stellt man rasch fest, dass es zwar eine inhaltlich in vielen Punkten wortlose oder um Worte ringende Partei ist, aber eine die sich der ganzen Breite der Wissensgesellschaft annehmen will, von Gen-Patenten über Bildung bis zum Grundrecht auf Informationelle Selbstbestimmung.

Meine in Kocks’ Kolumne auch erwähnte Partei ist zu meiner Freude durchaus breiter aufgestellt und zugleich programmatisch was die Wissensgesellschaft angeht nicht hinter den Piraten zurück. Ich erwarte von einer politischen Kraft im Land auch mehr als Politik für das eigene Klientel, wie das bei Piraten und Steuersenkungsgläubigen die Gefahr ist. Darum: Bevor ein Herr G. aus B. nicht Bundesvorsitzender wird habe ich nicht vor, die Partei zu wechseln. Mir ist auch unwohl, wenn die Partei nach Rechts so offen zu sein scheint, was Burkhard Schröder verhindern möge. Es gibt also durchaus berechtigte Kritik an der Piratenpartei wie sie sich heute zeigt.

Aber die Botschaft dieser Meinungskolumne, die vom Wert her nicht wesentlich über “geht doch nach Kuba!” hinausgeht, ist so unterirdisch dass sie genausogut von FJ Wagner in der BILD stammen könnte.

Wer angesichts von BILD-Niveau Kolumnen in der FR Schwierigkeiten hat, die Frankfurter Rundschau noch ernstzunehmen hat mein vollstes Verständnis. Ob ich sie zum Trotz erstmal nur kostenlos in diesem “Universum unnützen Wissens” lese, mit AdBlock damit sie wirklich nichts an mir verdienen? Mal sehen. ;-)

Und hier nochmal deutlich, warum Soziale Netzwerke und das Web 2.0 nicht unterschätzt werden dürfen:

Ein Kommentar zu “Die Relevanz des Web 2.0 im Internet und die Relevanz der Frankfurter Rundschau”

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