Europawahlkampf in Tübingen – “Europa zum Mitnehmen”

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MdEP Tobias Pflüger, Matthias Wolf vom Staatsministerium, eine Vertreterin der CDU, Peter Tscherny von der Jungen Union, Max-Richard Freiherr von Rassler, Europakandidat der FDP, und Wolfgang G. Wettach, Europapolitiker der Grünen

Bild: (c) Wetter (mit freundlicher Genehmigung)

Der blaue Oberbürgermeister Boris Palmer als Vertreter des Ehrenstandorts Tübingen dieser Tour

Neben dem Studio Tübingen des SWR-Radios und dem regionalen Fernsehsender RTF1 berichtete auch das Schwäbische Tagblatt von der Wahlkampf-Aktion:

Das Interesse an der Europawahl ist – Umfragen zufolge – noch sehr begrenzt. Das sollten Aktionen gestern auf dem Tübinger Marktplatz und vor der Uni-Bibliothek ändern.

Tübingen. Für Europa warben auch Sprüche: „Tust du immer das, was man dir sagt? Schock deine Eltern. Geh wählen!!!“ Diese Sätze waren auf einem Plakat zu lesen. Es zeigte einen jungen Mann, der sich mehr für HipHop und Graffiti zu interessieren scheint als für die Politik aus Straßburg, Luxemburg und Brüssel. Im Marktplatz-Eck stand ein großer Bus im Europa-Design. Er tourt seit Ende April durch Baden-Württemberg – an 40 Tagen in über 50 Städte und Gemeinden. Am Sonntag hat ihn ein Fahrer der Tübinger Firma Kocher aus Freiburg geholt. Denn neben dem Staatsministerium, der Landeszentrale für politische Bildung, dem Europazentrum und der Europa-Union beteiligen sich auch die Omnibusunternehmer im Ländle an der Werbung. Eins ihrer Ziele: für eine hohe Wahlbeteiligung am 7. Juni zu sorgen.

Siehe auch:
Kommentar: Europa profitiert von der Kommunalwahl 26.05.2009

Zu den Kindern kam Europa in Form von blauen Luftballons mit gelben Sternen oder gelben FDP-Windrädern. Denn auch die Parteien waren mit Ständen auf dem Marktplatz vertreten. Manche Passanten hatten völlig unpolitische Absichten. „Wir sind nur da wegen der Luftballons“, sagte eine Mutter mit Kleinkind im Buggy unumwunden.

Es gab Broschüren in Massen. „Wie funktioniert die Europäische Union?“ Oder: „50 Wege vorwärts“ über „Europas größte Erfolge“. Die Tübinger Bäcker Gehr und Gauker hatten Brezeln beigesteuert und dafür eigens die Buchstaben „EU“ geformt. An einem Quizrad konnten Interessierte ihr Wissen etwa über europäische Hauptstädte testen. Etliche Menschen in blauen Europa-T-Shirts standen bereit, Fragen zu beantworten und zu diskutieren. Eine von ihnen war Eva Scherwitz, die Projektleiterin der Bus-Aktion. „Was bringt mir Europa?“ Das ist eine der Fragen, die das Team vom Staatsministerium immer wieder zu hören bekommt. Reise- und Bewegungsfreiheit, Frieden und Studium im Ausland waren vier Stichworte, die der Politologin spontan einfielen. Sie findet zudem die Möglichkeit spannend, die Europäische Union (EU) zu gestalten.

Das wollen auch die Vertreter der Parteien. Der Tübinger Europa-Abgeordnete und -Kandidat Tobias Pflüger (Linke) findet „den Versuch richtig, die Leute zur Wahl zu motivieren“. Er ließ jedoch die Antwort auf die selbstgestellte Frage offen, ob das Staatsministerium dafür die richtige Institution ist. Zumindest liest sich die Position der Linken zum Vertrag von Lissabon anders als der Text in der Broschüre aus dem Ministerium.

Friedenssicherung und Völkerverständigung – das sind zwei Gründe, warum sich Annegret Eppler für Europa engagiert. Sie ist Kreisvorsitzende der überparteilichen Europa-Union, die in Tübingen 53 Mitglieder hat. „Die Tatsache, dass Staaten einen Teil ihrer Souveränität abgeben und zusammenarbeiten“, empfindet die Politologin, die über das Erasmus-Programm der EU in Brüssel studiert hat, als „etwas Tolles“.

„Überregulierung“ – dieses Wort stieß eine Passantin aus. Eigentlich ein Thema für Max-Richard Freiherr von Rassler, den die FDP als Europa-Kandidaten ins Rennen schickt. Doch die Frau hat keine Zeit. Sie wollte ihre Einkäufe vom Wochenmarkt nach Hause bringen. „Die Währungsunion“ sagt der Hotelier von Schloss Weitenburg spontan zur EU, sei „eine ganz tolle Errungenschaft“.

Thomas Schwenke am CDU-Stand wundert sich, dass eine Mehrheit der Deutschen kaum Interesse am politischen Europa hat. „Es gibt noch viel zu wenig Europa-Bildung in der Schule“, findet er. Dass nicht mal die Spitzenkandidaten bekannt sind, hat von Rassler erlebt. Er ist auf einem Plakat mit der in allen Medien präsenten FDP-Frontfrau Silvana Koch-Mehrin zu sehen. Ein belesener Mann, erzählte von Rassler schmunzelnd, habe ihn gefragt, ob das seine Lebensgefährtin sei.

„Wirtschaft, Klima, der Hunger in den Entwicklungsländern“ – das sind aus Sicht des Grünen-Wahlkämpfers Wolfgang G. Wettach Herausforderungen, „die wir nur gemeinschaftlich lösen können“. Europa muss mehr sein als nur ein freier Markt: gerecht und sozial. Diese Botschaft hätten Passanten am SPD-Stand mitnehmen können. Doch gegen Mittag stand das Team – vorher unterstützt von der Tübinger SPD-Landtagsabgeordneten Rita Haller-Haid – voll in der Sonne.

Appetit machen mit frischen „Europäern“

Selbstgebackene „Europäer“ statt „Amerikaner“, Äpfel, eine Leine mit Wunschzetteln an die EU: Die „Jungen Europäischen Föderalisten“, der Nachwuchs der Europa-Union, verwandelte die Wiese vor der Uni-Bibliothek in ein Informationszentrum. „Werben für Europa, sensibilisieren und kritisch reflektieren“ nannte Christine Sudbrock als Ziele der JEF-Aktivisten. Die Politikstudentin hat ein europäisches Freiwilligen-Jahr absolviert und war als Erasmus-Studentin in Polen. Ausbildung, Studium, Reisemöglichkeiten, Umwelt, Frieden und die „Festung Europa“ sind ihrer Erfahrung nach Themen, die Studierende bewegen. Vor ihrem Wahlkampfauftritt suchte auch die CDU-Kandidatin Elisabeth Jeggle im Schatten des Europa-Busses das Gespräch mit Studierenden.

…und ich natürlich auch:

[ Wiederveröffentlicht im Grün Wirkt! Blog ]

2 Kommentare zu “Europawahlkampf in Tübingen – “Europa zum Mitnehmen””

  1. Daily News About Fotos : A few links about Fotos - Monday, 25 May 2009 11:40 schreibt:

    [...] Europawahlkampf in Tübingen [...]

  2. GRÜN WIRKT schreibt:

    Europawahlkampf vor Ort in Tübingen – “Europa zum Mitnehmen”…

    MdEP Tobias Pflüger, Matthias Wolf vom Staatsministerium, eine Vertreterin der CDU, Philipp Cerny von der Jungen Union, Max-Richard Freiherr von Rassler, Europakandidat der FDP, und Wolfgang G. Wettach, Europapolitiker der Grünen
    Bild: (c) Wetter (m…

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