Remis und Matt… FingeRWEg von Belene, FingeRWEg von urgewald


RWE will Satire verbieten


RWE-WerbungEs ist ein Stück Anti-Campaigning aus dem Lehrbuch. Der sogenannte Energieriese RWE beauftragt eine Agentur damit eine weitere Greenwash-Kampagne zu machen, in der sich Atomstrom-Betreiber als wahre Klimaschützer gerieren. Das Ergebnis: eine Strommarke namens “Pro Klima” die zu zwei Dritteln aus Atomstrom besteht und dashalb angeblich besonders CO2-arm und darum klimafreundlich sein soll. Auftritt Anti-Campaigning, denn unkommentiert lassen wache NGOs so etwas nicht stehen. Ich zitiere das Textdepot:

Anti-Campaigning ist ein wichtiges Instrument der Nonprofit-Kommunikation. Und meist eines der unterhaltsamsten. Denn Anti-Campaigning bedeutet, eine bestehende Kampagne aufzuspießen, Gegenargumente zu bringen und die andere Seite ein bisschen vorzuführen. Die Werbeagentur Jung von Matt scheint mit solcher Kommunikations-Guerilla jedoch nicht umgehen zu können. Oder wurde die Agentur nur von ihrem Auftraggeber RWE vorgeschickt, um eine unliebsame Gegenkampagne von Umweltschützern juristisch auszuhebeln? (Zum ganzen Blogeintrag)

In der Broschüre “Atomstrom von RWE: teuer, gefährlich, dreckig” (PDF, 245 kb) zeigen .ausgestrahlt und urgewald, dass in dem RWE-Angebot “ProKlimaStrom” zu zwei Dritteln Atomstrom steckt, der keineswegs klimafreundlich ist. Atomstrom, unter welchem Namen auch immer, bleibt gefährlich und dreckig. Und teuer dazu: Der Mix mit zwei Drittel Atomstrom aus längst abgeschriebenen RWE-Reaktoren kostet mehr als grüner Strom von echten Ökostrom-Anbietern.

Mit ihrer Broschüre nehmen .ausgestrahlt und urgewald die RWE-Kampagne satirisch auf: “Wir können auch nicht singen, haben aber bessere Argumente.” RWE hat für seine -Werbekampagne die Pop-Band Trio engagiert, die in den 80-er Jahren mit dem Hit “Da, Da, Da” bekannt wurde, und zeigt “Trio” als Werbeträger für Atomstrom (siehe Foto rechts). Dass nun ausgerechnet Jean-Remy von Mat, der einst die Blogs als “die Klowände des Internets” bezeichnet hat, zu spüren bekommt wie es wirkt wenn auf vielen Blogs seine Kampagne weiter in den Dreck gezogen wird aus dem sie kommt, lässt etwa bei Lanu wenig Mitleid aufkommen. Sound of Sirens, die wie das Textdepot sehr lesenswert über eine ähnliche Problematik berichtet hatte, als Greenpeace mit http://klimaunterschrift-vattenfall.de gegen die sogenannte Klimaunterschrift von Vattenfall geworben hat, verbreiten das Motiv weiter und auch die Zeitrafferin ruft dazu auf, das zu tun und tut es selbst. Silke Gebel tuts, der SaarBreaker tuts, Metronaut und viele andere tuns – ich übrigens auch:

http://img509.imageshack.us/img509/1204/atomstromrwe580.jpg

Der Bund Umwelt und Naturschutz in Deutschland führt die Gegenbemühungen wieder auf den Kern der Sache zurück, auf die Bemühung gegen das Erdbeben-AKW Belene und die RWE-Beteiligung daran zu protestieren: FingeRWEg von Belene – FingeRWE weg von Urgewald heisst da sie Losung, und der Aufruf:

Schicken Sie mit dem unten stehenden Formular eine Nachricht an den RWE-Vorstandsvorsitzenden Dr. Jürgen Großmann mit dem folgenden Wortlaut: Trennlinie

Guten Tag, Herr Dr. Großmann,

mit großer Sorge sehe ich die geplante Investition von RWE im bulgarischen Atomkraftwerk Belene. Der Bau eines neuen, unerprobten russischen Reaktortyps ausgerechnet in einem Erdbebengebiet ist ein unverantwortliches Risiko, das Sie auf keinen Fall eingehen dürfen.

Mit großer Bestürzung habe ich registriert, dass Sie jetzt den berechtigten und nötigen Protest gegen dieses lebensgefährliche Projekt mundtot machen wollen. Die in Ihrem Auftrag tätige Werbeagentur droht der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald jetzt mit Strafanzeige, Schadensersatz, Unterlassungsklage…. Nur weil sie als kreative Protestform Ihre Anzeigenkampagne für “billigen” Atomstrom persifliert hat. (Weiterlesen)

Und da Vattenfall, wie SpiegelOnline meldet, jetzt gegen Deutschland vor das Weltbank-Schiedsgericht zieht, um die Umweltauflagen für das Kohlekraftwerk Moorburg bei Hamburg zubekämpfen, zeigt sich einmal mehr um was für “Klimaschützer” es sich dabei handelt – und ich gebe einen Lesetipp von Greenpeace weiter:

Das “Schwarzbuch Vattenfall – strahlend und verkohlt hinein in den Klimawandel”

Schwarzbuch VattenfallVattenfall versucht, sich mit immer neuen Kampagnen ein grünes Mäntelchen umzuhängen. Mit irreführenden Reports und Schein-Initiativen für den Klimaschutz führt der Konzern ein perverses Spiel mit der Öffentlichkeit.

Greenpeace hat nun eine neue Analyse des Konzerns veröffentlich.

Das “Schwarzbuch Vattenfall – strahlend und verkohlt hinein in den Klimawandel” stellt auf 32 Seiten die zweifelhaften Machenschaften, den aggressiven Lobbyismus und die wahren “Klima-”Kampagnen des Konzerns zusammen.

Download hier:
Vattenfall_Schwarzbuch.pdf

Ein Kommentar zu “Remis und Matt… FingeRWEg von Belene, FingeRWEg von urgewald”

  1. Mit Stromberg aus der Imagekrise | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Mit Stromberg aus der Imagekrise schreibt:

    [...] schön und ökoromantisch inszenierten Welten klangen irgendwie zu dissonant und wollten -zumindest bei den Kritikern- nicht recht zum realen Auftreten von RWE [...]

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