Nahostkonflikt in Kurzform

We need peace in Gaza - Salaam Shalom by Takver

Wer hat angefangen? Das ist im Konflikt um Frieden, Israel, Palästina, Gaza, Westbank, Ostjerusalem und besetzte Gebiete nicht einfach eine Frage von Henne, Ei und Sechstagekrieg. Die Schuldfrage ist auch nicht mit Fatah, Hamas oder Harakat Al-Muqaawama Al-Islamiya, Hisbollah, Syrien, Iran und Ägyptens Moslembruderschaft zu beantworten. Als Mitglied des Amerikanisch-Arabischen Dialogs spreche ich regelmässig mit Menschen aus Palästina und Tunesien, Libanon und Algerien, Jemen und Iran, Jordanien und Irak, Detroit und New York, aber auch Abchasien und Türkei… mit US-Deserteuren aus Irak- und Afghanistan-Krieg und mit einem Reservisten aus Israel …

Stop the slaughter in Gaza - Stop Israel's crimes by Takver

und habe so einen breiteren Eindruck von der Situation der Region und ihrer Völker als nur aus Zeitungen und politischen Studien. Das wichtigste ist, dass es einen sofortigen (und nicht einfach baldigen) Waffenstillstand gibt. Eine von UN-Truppen geschützte Pufferzone zwischen beiden Staaten dürfte Falken auf beiden Seiten nicht gefallen, beiden Völkern dagegen schon – wenn das heisst, dass Wasser, Nahrung, Energie und Medikamente wieder nach Gaza und der Westbank frei geliefert werden können.Die Situation ist nicht nur kompliziert, sie ist auch beliebig komplex und jede einfache Antwort wird, wie die Bombardierung von und durch Israel, falsch sein.

Philipp Peter hat im Deutschlandfunk für die Sendung Hintergrund Politik einen Beitrag verfasst, der einen Eindruck von der Vielschichtigkeit der Lage bietet und den ich allen ans Herz legen möchte, die meinen sie wüssten wer Schuld und was richtig sei.

[ Hier ist der Podcast] und in Textform [ hier der Artikel ] zu finden.

Jewish Voice for Peace

Update: Ein Nachtrag zum Netzaktivismus bei “Waffenstillstand jetzt“: Eine Facebook-Gruppe die den Frieden spezifisch aus jüdischer Sicht sucht, aber auch für alle Nichtjuden offen ist, die die Prinzipien der Gruppe unterstützen: “Jewish Voice for Peace

Update 2: (11.01.09) Die Grüne Jugend hat in ihrem Blog ein Thesenpapier zum Nahostkonflikt veröffentlicht, auf das ich gerne verweise, ohne es wie Mitautor Sebastian Brux und die Unterstützenden Max Plenert und Julia Seeliger hier im Volltext wiederzugeben. [ Hier lesen und diskutieren: Der Konflikt der doppelten Standards ] In vielen Punkten stimme ich zu, auch wenn es mir mit Unrecht und Krieg von Israel/Hamas so geht wie früher bei Unrecht von NATO/Warschauer Pakt: Natürlich messe ich mit zweierlei Maß und nehme mir heraus, meine Seite, in diesem Fall das von Deutschland, Grünen und mir in seinem Existenzrecht unstrittige und in den demokratischen Idealen uns und der Europäischen Union eng verbundene Israel, stärker zu kritisieren als die Gegenseite.

Ich erwarte dass jedes beliebige “wir” zu dem ich zähle, zB die westliche Wertegemeinschaft, höhere moralische Standards nicht nur fordert sondern auch einhält. Das gilt auch für die solidarische Kritik an den USA was Menschenrechte und -nur zum Beispiel- Guantanamo und Abu Ghraib angeht. Unrecht des Gegners kann nicht zur Rechtfertigung eigenen Unrechts dienen. Das sage ich natürlich auch umgekehrt, in aller Freundschaft, auch meinen GesprächspartnerInnen beim Arabisch-Amerikanischen Dialog an dessen Sitzungen ich regelmäig teilnehme.

Ein Kommentar zu “Nahostkonflikt in Kurzform”

  1. zeitrafferin » Julia Seeliger » Der Konflikt der doppelten Standards schreibt:

    [...] Wolfgang G. Wettach: “Nahostkonflikt in Kurzform” [...]

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