Frohes Neues Jahr – mit Zehn Jahren Euro

Europakandidat Wolfgang G. Wettach vor dem € an der Europäischen Zentralbank; Image Hosted by ImageShack.usDas neue Jahr hat begonnen und entgegen aller Unkenrufen von sogenannten Wirtschaftsweisen ein relativ gutes Jahr was die Stabilität unseres Europäischen Wirtschafts- und Währungssystems angeht. Der Euro, dessen Einführung als Buchwährung heute vor zehn Jahren stattfand, hat dafür gesorgt dass die Auswirkungen der Vertrauenskrise an den Finanzmärkten, bei allem Gejammer einzelner Branchen (vom Bankensektor über die Autoindustrie bis sonstwohin), weniger gravierend sind als sie sein könnten und trotz genereller Kurssenkungen an den Aktienmärkten von einem Crash weit entfernt. Grund zum Feiern.

Gefeiert hat in diese Nacht hinein auch in der Slowakei, die heute als 16. Land den Euro offiziell eingeführt hat und damit der Eurozone beigetreten ist:

«Wir sagen der slowakischen Währung auf Wiedersehen, die so viel für uns bedeutet hat», sagte der slowakische Ministerpräsident Robert Fico am Silvesterabend in Bratislava (Pressburg). Der Euro sei für die Slowakei aber auch ein erheblicher Vertrauensgewinn in den Zeiten der globalen Finanzkrise. (…) Die Slowakei führt der Eurozone 5,4 Millionen zusätzliche Verbraucher hinzu. Zu den ersten slowakischen Euro-Besitzern in der Slowakei gehörte Regierungschef Fico, der an einem Geldautomaten fünf frisch gedruckte 20-Euro-Banknoten in Empfang nahm. (…) Die alte slowakische Währung, die Koruna, bleibt neben dem Euro bis zum 16. Januar gesetzliches Zahlungsmittel. Am Neujahrstag bleiben die Banken geöffnet, um die slowakische Krone in den Euro umzutauschen. (Quelle)

Nachdem der Euro in Deutschland und zehn anderen Staaten 1999 als Buchwährung eingeführt wurde gehörte meine Firma zu den ersten, die ihre Konten bereits auf Euro umstellten, während der von mir geschätzte Volkswirtschaftler Joachim Starbatty zu den wichtigsten Kritikern der Euro-Einführung zählte. Heute ist es weitgehend unstrittig, dass der Euro ein Erfolgsmodell ist. Neben den jetzt 16 Mitgliedsländern der Euro-Zone gibt es über Währungsunionen etwa mit den europäischen Zwergstaaten Andorra, Monaco, Wertseite der Euro-Münze. Quelle: WikipediaSan Marino und Vatikanstaat, durch einseitige Übernahme des Euro in Kosovo und Montenegro und durch Bindung nationaler Währungen an den Euro insgesamt 40 Staaten und Territorien, deren (Leit)Währung der Euro ist. Was Professor Starbatty seit den 90er Jahren sagt, bleibt aber dennoch richtig: Eine gemeinsame Währungszone sollte für die Stabilität einhergehen mit einer gemeinsamen Wirtschafts- und Finanzpolitik. Im Grünen Europaprogramm liest sich das derzeit so:

Wir GRÜNE wollen den europäischen Integrationsprozess in der Wirtschafts- und Finanzmarktpolitik vorantreiben. Die Europäische Union, und noch viel stärker die Euro-Zone sind eine engstens verflochtene Wirtschaftszone. Die Schaffung eines gemeinsamen Binnenmarktes, eng vernetzter Finanzmärkte und einer Währungsunion hat viel wirtschaftliche Dynamik entfesselt. (…) Eine gemeinsame Währung kann auf Dauer nur funktionieren, wenn auch die Wirtschaftspolitiken der Mitgliedsstaaten eng aufeinander abgestimmt sind. Die Euro-Gruppe muss aufgewertet werden, um gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank unter Beteiligung der Sozialpartner die makroökonomischen Rahmenbedingungen zu setzen. Außerdem wollen wir GRÜNE die makroökonomischen Leitlinien zur Währungs- und Haushaltspolitik unbeschadet der Rechte der nationalen Parlamente durch das Europaparlament diskutieren und parlamentarisch mitentscheiden lassen. Die Aufgabenstellung der Zentralbank muss – wie das bei der Fed in den USA der Fall ist – neben der Geldwertstabilität auch eine stabile gesamtwirtschaftliche Entwicklung einschließlich der Beschäftigung umfassen. (…) (Quelle und Kommentare)

Die Krone in der Slowakei ist also Geschichte, die Krone in Island wird wohl auch bald Geschichte sein und dem Euro weichen, wie EuropaHeute am 08. Dezember berichtete. Mit meiner Verbindung nach Großbritannien beschäftigt mich natürlich die Frage, ob Lord Peter Mandelson tatsächlich hinter den Kulissen die Euro-Einführung auf der Insel voranbringt – und die Antwort dass sie gut für Schottland wäre. Im Blog des extrem euroskeptischen Konservativen Daniel Hannan (MEP) findet sich eine Diskussion über Vor- und Nach- und Vorur-teile aus englischer Sicht für Interessierte.

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