Teil haben – Teil werden!

Plakat zur Interkulturellen Woche 2008

„Teil haben – Teil werden!“ – lautet in diesem Jahr der Titel der bundesweit gefeierten Interkulturelle Woche. Tübingen hat sich dieses Motto in vielen Bereichen schon seit Langem zu eigen gemacht. Vom 27. September bis 4. Oktober 2008 finden in der Universitätsstadt zahlreiche Veranstaltungen statt, die helfen sollen, das Bewusstsein für Migrationsfragen zu schärfen.

Wie in den vergangenen Jahren haben sich viele Organisationen und Vereine zusammengeschlossen, um das Thema Migration und Integration mit einer ganzen Reihe von Informations-, Mitmach- und Gesprächs-Angeboten in die Tübinger Öffentlichkeit zu tragen. Diese Veranstaltungen gewähren Einblicke in andere Kulturen, lassen Neues und Unbekanntes vertrauter werden und sensibilisieren für die Lebenswege von Menschen, die aus anderen Teilen der Welt nach Tübingen gekommen sind.Zu den Angeboten der Interkulturellen Woche in Tübingen gehören Filmvorführungen, ein arabischer Abend und ein Tag der offenen Tür im Gebetsraum des Türkischen Vereins. Die Tübinger Interkulturelle Woche informiert über eine Vielzahl interkultureller Themen.

Informationen zur bundesweiten Woche finden Sie unter [ http://www.interkulturellewoche.de ]. Das vollständige Tübinger Programm liegt an zahlreichen Stellen aus oder kann hier abgerufen werden [ Programm der Interkulturellen Woche 2008 ]

Warum blogge ich das (um mit TillWe zu sprechen)? Weil mir das Thema natürlich am Herzen liegt:

  • als Leiter des Runden Tisches Gewaltprävention in Tübingen der reibungsfreie Umgang und die freundschaftliche Integration – und Aktionen gegen Fremdenfeindlichkeit
  • als Sprecher des Vorstands des Gesamtelternbeirats der Kinderbetreuungseinrichtungen (GEB Tübingen) die Integration und Frühförderung von Kindern mit Migrationshintergrund in unserer vorschulischen Bildung
  • als Mitglied des Arabisch-Amerikanischen Dialogs im Deutsch-Amerikanischen Institut dai Tübingen die besondere Situation arabischer Flüchtlinge und hier angekommener MitbürgerInnen.
  • als Grüner Europapolitiker die besondere Situation der “Festung Europa” mit der unmenschlichen Politik, für die die Grenzschutzagentur “Frontex” (PDF-Download) steht – und die menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen.

Darum unterstütze ich auch die Forderung des “Forum Internationales Tübingen” zur Schaffung eines Ausschusses für Migration und Integration in Tübingen.

Teil haben – Teil werden! – Diese Forderung könnte sich im Sinne des Diversity Mainstreaming aber nicht nur auf Menschen mit Migrationshintergrund beziehen, sondern auch auf behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen. Dazu hatten wir gestern eine gemeinsame Sitzung des Vorstands des GEB Tübingen mit der Lebenshilfe Tübingen – und auf diesem Feld klaffen Anspruch und Wirklichkeit oft noch deutlich auseinander. Seit 2001 besteht das Sozialgesetzbuch SGB IX als Gesetz zur Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen, wo es unter §4 Abs.3 heisst:

“Leistungen für behinderte oder von einer Behinderung bedrohte Kinder werden so gestaltet, dass nach Möglichkeit Kinder nicht von ihrem sozialen Umfeld getrennt und gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern betreut werden können. Die Sorgeberechtigten werden intensiv in die Planung und Gestaltung der Hilfen einbezogen.”

Wenn ich von Anspruch und Wirklichkeit spreche, so ist Anspruch im Dopppelten Sinne gemeint: Eltern haben einen Anspruch darauf, dass ihre Kinder soweit das irgend möglich ist, integrativ betreut werden und eine Inklusion in Kindergarten und wo möglich auch Schule stattfindet. Gerade beim Übergang von einer Bildungseinrichtung zur nächsten, zur Schule oder noch mehr zur Sekundarschule, ist von Inklusion kaum zu sprechen – hier gibt es viel zu tun um diskriminierungsfrei Integration aller Kinder zu ermöglichen, damit sie Teil haben am sozialen geschehen und ein Teil werden der Gruppen in ihrem räumlichen sozialen Umfeld.

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