Nehmt einander an – Gedanken zur Jahreslosung

Für den Neujahrsempfang des Ferienheims Aschenhütte – Jugendbildungsstätte der “djo – Jugend in Europa” am 04.Januar, habe ich mir ein paar Gedanken zur Jahreslosung 2015 gemacht, da die Aschenhütte mit dem deutschen “Bund Christlicher Jugend” BCJ begonnen hat und bis zur Übergabe an die djo vom Verein Evangelisches Ferienheim Aschenhütte e.V. getragen wurde:

Romans 15:7 by Philipp-JC on DeviantArt

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.
Römer 15 7

In diesem Sinne möchte ich Euch alle willkommen heissen zum Neujahrsempfang des Vereins Evangelisches Ferienheim Aschenhütte e.V. im Neuen Jahr 2015

Ich möchte das gerne in den Kontext des Römerbrief-Kapitels stellen: Wer ist gemeint, wer soll wen annehmen, so wie er ist, wer soll angenommen werden?Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, schreibt Paulus und beginnt das Kapitel mit dem klaren Satz:

“Wir aber, die Starken, sind verpflichtet, die Schwachheit der Ungefestigten zu tragen und nicht uns selbst zu Gefallen zu leben”.

Die Starken sollen die Schwachen annehmen und die streng Gläubigen auch die Heiden.

Ich könnte vieles sagen, über PEGIDA über Ängste und wie Ängste uns schwächer machen, auch wenn wir die Starken sind. Darüber, dass wir stark genug sein sollten, Menschen anzunehmen, auch wenn sie anders sind. Damals waren es die Unbeschnittenen, von denen Paulus der Gemeinde in Rom schreibt, das man sie annehmen solle auch wenn sie anders sind. Heute sind es eher die Beschnittenen, die in Rom und in Italien ankommen, die als anders wahrgenommen werden und vor deren Anderssein manche Angst haben. Die Neueste Angst nennt sich dabei “Geisterschiffe” – ein Schiff, steuerlos im “Mare Nostrum”, ein Schiff das geladen ist “bis an sein höchsten Bord”. Die Schiffe haben aber keine Geister an Bord, sondern Menschen, die arm sind, rechtlos, auf der Flucht vor Elend und Verfolgung.  In der Bergpredigt heisst es bei Matthäus 5, Vers 11: “Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden,  denn ihrer ist das Reich der Himmel.”

Nun wissen wir alle mit ziemlicher Gewissheit, dass Menschen nicht nur wegen der Gerechtigkeit verfolgt werden, sondern auch wegen ihrer Religion, ihrer politischen Überzeugung, ihrer Verwandten oder wegen ihrer sexuellen Orientierung. Und es gibt auch andere Gründe zu fliehen, aber “mühsam und beladen” sind sie, die Schwachen, die da kommen, vor denen manche Angst haben. Ich glaube aber, wir sollen nicht Angst haben, sondern Hoffnung.
An unsere Hoffnung wurden wir die letzten Wochen erinnert, als mit dem Advent das neue Kirchenjahr begonnen hat. Ich möchte mit Euch singen:
“Es kommt ein Schiff geladen,
bis an sein höchsten Bord /
trägt Gottes Sohn voll Gnaden /
des Vaters ewigs Wort.

Das Schiff geht still im Triebe /
es trägt ein teure Last /
das Segel ist die Liebe /
der Heilig Geist der Mast”

Der Anker haft auf Erden /
da ist das Schiff an Land /
Das Wort will Fleisch uns werden /
der Sohn ist uns gesandt. “
Wir alle sind aufgerufen, aus dieser Hoffnung etwas zu machen und einander anzunehmen, wie Christus uns angenommen hat, zu Gottes Lob. Und gemeinsam eine Gemeinde zu werden. Der Verein Evangelisches Ferienheim Aschenhütte ist, so wie die Aschenhütte selbst vor über 90 Jahren, aus dem Bund Christlicher Jugend, dem BCJ entstanden, ein Ansatz einer Gemeinde, die sich dieses Haus gebaut hat, dieses Schiff, in dem heute die Jugend in Europa und der Welt zuhause und zu Gast sein darf.
Wenn das das Schiff ist, sind wir diejenigen, die an Bord sind, ob seit 3 Jahren, wie die djo, ob seit Jahrzehnten, im Meer der Zeit, wie manche hier. Um im Bild zu bleiben, ein Vers aus Lied 595, das ich mit euch singen will:
“Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, /
fährt durch das Meer der Zeit. /
Das Ziel, das ihm die Richtung weist,
ist Gottes Ewigkeit /

Das Schiff, es fährt vom Sturm bedroht /
durch Angst, Not und Gefahr /
Verzweiflung, Hoffnung, Kampf und Sieg /
so fährt es Jahr um Jahr

Und immer wieder fragt man sich, /
Wird denn das Schiff bestehn? /
Erreicht es wohl das Große Ziel, /
Wird es nicht untergehn?

Bleibe bei uns Herr, Blei-heibe bei uns Herr /
denn sonst sind wir allein auf der Fahrt durch das Meer /

O bleibe bei uns Herr!

Das Ende des Kapitels soll auch das Ende dieser Ansprache sein:
Der Gott der Hoffnung aber erfüllte euch mit aller Freude und allem Frieden durch den Glauben, damit ihr reich seid in der Hoffnung, durch die Kraft des heiligen Geistes.

Amen – und nochmals: Willkommen zum Neujahrsempfang des Aschenhüttenvereins 2015.

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