Grüne Marktwirtschaft ist diskriminierungsfrei – 3.Antidiskriminierungstag

Grüne Marktwirtschaft ist diskriminierungsfrei – und muss es sein, ausgehend von den folgenden Prämissen, die Auszüge aus der Präsentation während meines Vortrags beim 3. Deutschen Antidiskriminierungstag in Bonn waren. (Das ist zwar schon ein paar Tage her, aber heute, nach dem Sommerfest der Grünen KV Wangen und KV Ravensburg in Zurwies, finde ich mal die Zeit, es zu bloggen.)

Wolfgang G. Wettach als Redner beim 3.Antidiskriminierungstag in Bonn. CC-BY-NC-SA - Free Image Hosting at www.ImageShack.us

● Bildung ist der Treibstoff der Wissensgesellschaft
● Der Demographische Wandel bedingt Migration
● Personalreserven müssen aktiviert und qualifiziert werden: Frauen zuhause, MigrantInnen, Behinderte und Benachteiligte
● Jede Form der Diskriminierung schadet darum der Wirtschaft, vor allem im Bereich der Bildungsgerechtigkeit

Jede Diskriminierung grenzt Menschen aus, deren Potential der Wirtschaft verloren geht. Name, Aussehen, Geschlecht, sachfremde Behinderung dürfen Beschäftigung der Besten nicht im Weg stehen.
● Wir begrüssen die Bemühungen der Komission mit klaren Vorgaben, den Barcelona-Prozess zu Art.3 und das aktuelle Coleman-Urteil des EuGH.
● Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Dads Army, Reeves), die Integration ausgegrenzter Gruppen, die individuelle Förderung von Bildung nach Möglichkeit sind die Hauptbausteine.

Die Westeuropäer werden älter. Wenn die Altersgrenze erhöht wird , müssen ältere Beschäftigte aber auch die Chance erhalten, tatsächlich bis zur Regelaltersgrenze zu arbeiten. Aber viele Betriebe haben sich noch nicht damit auseinandergesetzt, dass ihre Belegschaften altern und dass sie darauf angewiesen sein werden, ihre Beschäftigten nicht abzuschieben, sondern im Betrieb zu halten und qualifiziert mitzunehmen.
● Die Wirtschaft wird globaler. Interkulturelle Kenntnisse werden nicht nur im Europa der 27+ immer wichtiger. Migranten und hier geborene Ausländer bringen diese mit.
● Greencards für Auserwählte werden nicht reichen. Die Gesellschaft muss lernen, einen Zustrom von Migranten aufzunehmen, der unseren Kindermangel ausgleicht. Dafür muss Ausgrenzung aufhören und die Grenzen und Herzen sich mehr öffnen. Vielfalt bereichert, Brain Gain ermöglicht Wohlstand.

Gründung braucht Chancen:

● Ein wesentlicher Impuls wird die Gründerszene bleiben. Einen wachsenden Teil der Gründer machen die Migranten aus. (Vgl. Smallbone 2008)
● Wir müssen sie begrüssen, integrieren, weiterbilden und fördern. Frei von Diskriminierung.


Das ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt meiner Rede beim 3. Deutschen Antidiskriminierungstag in Bonn, bei dem auch die Forschungsstelle für Arbeits- und Antidiskriminierungsrecht an der FH Nordhessen eröffnet wurde. Neue Forschungsarbeiten zum Thema wurden vorgestellt, Betroffene kamen zu Wort, wie Josef Eisele, dessen Frau Sule Eisele-Gaffaroglu nach ihrer Schwangerschaft mit einer kalten Kündigung von der R+V Versicherung diskriminiert wurde, wie die bulgarische Frau deren Mann, ein Wissenschaftler, von einem neuen Chef gezwungen wurde, seinen Namen auf allen künftigen Publikationen zugunsten des Namens des Chefs zu streichen…
Vlnr Alenfelder, Prystawik, JansenEs gab Vorträge der Fellows der neuen Forschungsstelle, hier rechts im Bild. Vor allem mit Dr. Prystawik (Mitte) vom European Antidiscrimination Council EAC mit Sitz in London habe ich mich gut unterhalten und ausgetauscht was künftige Zusammenarbeitsmöglichkeiten angeht. Rechts von ihm der Anwalt Jansen von der Deutschen Gesellschaft für Antidiskriminierungsrecht DADGR, links von ihm Prof. Dr. Alenfelder, Fachanwalt für Antidiskriminierungsrecht, Vertreter des EAC in der Bundesrepublik und Gastgeber des Deutschen Antidiskriminierungstags.ZDF und WDR waren mit Kamerateams dabei und haben gefilmt, auch wenn das ZDF erst direkt nach meinem Vortrag kam und aufbaute. Mehrere Pressegespräche fanden natürlich in den Pausen und einer parallel angesetzten Pressekonferenz statt. Stargast für viele Anwesende und die Medien war natürlich EU-Komissar Vladimír Špidla, der die neue EU-Richtlinie und die Pläne der EU-Komission zum Thema vorstellte. Erfreulicherweise ergaben sich auch mit ihm Gelegenheiten zum Austausch (unten im Bild mit mir).
Wettach und Spidla. CC-BY-NC-SA - Free Image Hosting at www.ImageShack.us
Die SPD war dieses Jahr nur mit einem verlesenen Grußwort vertreten, die CDU durch Stephan Eisel (MdB), Grüne Politik durch mich als Grünen Europakandidaten. Mit Herrn Eisel konnte ich in ausführlichen Seitengesprächen feststellen dass wir zur Frage der Verfassung der EU (in beiderlei Wortsinn) mehr Gemeinsamkeiten haben als beim Thema Antidiskriminierung.Blog Top Liste - by TopBlogs.deMotigo Webstats - Free web site statistics Personal homepage website counter

4 Kommentare zu “Grüne Marktwirtschaft ist diskriminierungsfrei – 3.Antidiskriminierungstag”

  1. 3. Deutscher Antidiskriminierungstag in Bonn - Grüne Kraft für Europa - Wolfgang G. Wettach - http://gruene.wettach.org schreibt:

    [...] Grüne Marktwirtschaft ist diskriminierungsfrei – 3. Antidiskriminierungstag [...]

  2. Diskriminiert aber nicht bestraft: R+V erstmal billig davongekommen - Grüne Kraft für Europa - Wolfgang G. Wettach - http://gruene.wettach.org schreibt:

    [...] zuständigen EU-Kommissar Vladimir Spidla nach meinem Vortrag darüber, warum Grüne Marktwirtschaft diskriminierungsfrei sein muss) bereits auf den Fall Eisele eingegangen, genauer auf die Diskriminierung der R+V [...]

  3. Ein Grüner sieht ROT! « zorro7000 schreibt:

    [...] zuständigen EU-KommissarVladimir Spidla nach meinem Vortrag darüber, warum Grüne Marktwirtschaft diskriminierungsfrei sein muss) bereits auf den Fall Eisele eingegangen, genauer auf die Diskriminierung der R+V [...]

  4. Aktivismus klassischer Art: (2) Die Demonstration / Rückblick auf 2008 - Grüne Kraft für Europa - Wolfgang G. Wettach - http://gruene.wettach.org schreibt:

    [...] Rahmenbedingungen in der vorschulischen Bildung in Stuttgart (Gründung des KITA-Bündnis) und beim 3. Deutschen Antidiskriminierungstag in Bonn sah. Mich beschäftigte ausserdem das Finale des Münchener Businessplan-Wettbewerbs [...]

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