27.01. – Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus

Die Rote Armee befreite am 27.01.1945 im Zweiten Weltkrieg die verbliebenen ca. 7.500 Gefangenen des weitgehend geräumten Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Das Datum dieses Ereignisses wird 1996 in mahnender Erinnerung als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus zum nationalen Gedenktag in der Bundesrepublik Deutschland erklärt und 2005 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust proklamiert.

Oben im Bild weht die Fahne der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes VVN/BdA bei einer Gedenkfeier am Mahnmal beim Schloss in Stuttgart. Bei der Gedenkfeier in Sachsenhausen heute wurde vor allem der ungarischen Holocaust-Opfer gedacht, es sprach György Konrád und für mich weckte das verschiedene Assoziationen:

* Zum einen an meinen Freund Werner Koch, Überlebender von Sachsenhausen und viele Jahre Präsident des Sachsenhausen-Komittees, der vor 20 Jahren, 1994 gestorben ist.
* Zum anderen an die Pfeilkreuzler in Ungarn, überzeugte Antisemiten und nicht nur willige Helfer der Nazis sondern auch Täter als vor 70 Jahren, im Jahr 1944, beinahe eine halbe Million ungarischer Jüdinnen und Juden in kurzer Zeit deportiert wurden. Ihre Taten und ihre Vorstellung von “reinrassiger Kultur” werden heute nach der völkischen Wende 2010 vom Fidesz und der Jobbik relativiert und zum Teil rehabilitiert. Die neue Vorstellung vom reinen Ungarntum grenzt neben Sinti und Roma alle aus die anders sind. Das richtet sich gegen Homosexuelle und Sozialisten, gegen Juden als Weltverschwörungs-Schuldige – das ist wieder Faschismus, in einer völkischen Strömung, die bei der letzten Parlamentswahl insgesamt 80% bekommen hat.

Sollte uns das Sorgen machen? Allerdings! Das stellt nicht “nur” die Sicherheit all dieser ausgegrenzten Gruppen in Ungarn infrage, sondern die ganze Europäische Union. Wir müssen auch wegen Ungarn nicht nur von der europäischen Wirtschaft reden, was ich gerne mache, sondern auch von der europäischen Idee, europäischen Werten und den Europäischen Grundrechten, die allen Unions-BürgerInnen gleichermassen zustehen und in den wesentlichen Punkten darüber hinaus allen Menschen in der Union. Auch dies ist was ich meine wenn ich sage: Die EU-Donauraumstrategie #EUSDR ist wichtig!

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