Wie begründen wir Europa neu?

Plenumsdiskussion „Wie begründen wir Europa neu?” Die Referentin: Daniela Schwarzer von der Stiftung Wissenschaft und Politik, SWP, beim #BAGkonvent #GRÜNE am 07.12.2013 // VID 00060 20131207 1116

4 Kommentare zu “Wie begründen wir Europa neu?”

  1. Kay Karpinsky schreibt:

    Hallo Wolfgang, da das naturgemäß nicht Vorrede und Diskussion abbildet, erlaube ich mir, mal einen anderen Eindruck von Anspruch und Wirkung zu geben.

    1. Der Bundesgeschäftsführer merkt richtigerweise an, dass wir mehr auf unsere Sprache achten müssten. Das Europaprogramm sei im Vergleich zum Budnestagsprogramm dazu ein erster Schritt, eine Einschätzung, die ich durchaus teile. Die positive Entwicklung im Punkt “Sprache” ist auch zu begrüßen.
    2. Wir hören daraufhin eine “Key Note Speech als Input”.
    3. Die anschließende Diskussion dreht sich nicht erkennbar um die Frage, wie wir Europa entwicklen wollen. Vielmehr verzetteln sich viele Beiträge in Details und wir baden schnell in einer Flut von Fachbegriffen. Das Bedürfnis nach sprachlicher Distinktion ist greifbar.
    4. Zusammengefasst: Wir wollen Menschen unsere Ideen für Europa erklären und landen am Ende beim Hinweise, wir bräuchten dringend einen “makroökonomischen Stabilisator”.

    Ich denke, das Problem ist klar.

  2. WGW schreibt:

    Hallo Kay,

    das sollte jetzt auch nur der erste von drei Blogbeiträgen zum Konvent sein, sozusagen der inhaltliche Auschlag, mit dem ja auch der Konvent begann, wenn du den Anfang nicht in den vielen Gesprächen und Nebenabreden der vorherigen 50-90 Minuten siehst, in denen noch Leute eintrafen.

    Und so wichtig ich genau den “makroökonomischen Stabilisator” finde, den Elisabeth Schroedter auf der BAG Europa-Mailingliste in den letzten Wochen erklärt und verteidigt hat, und den das Programm nicht beim Namen nennen will oder soll, so sehr verstehe ich das sprachliche Problem das Nicht-Fachleute mit dieser Umschreibung haben. Gewählt wird sie aus Angst vor Populisten und vor innerparteilichem Streit mit Kraften auch bei den Grünen, die vor allem die Sorge umtreibt, Deutschland könnte Nettozahler einer Transferunion sein, werden und bleiben.

    Klar ist doch, die “Gemeinsame Agrar-Politik” GAP ist als der makroökonomische Stabilisator, als der sie einst eingeführt wurde, in einer echten Währungsunion längst nicht mehr ausreichend. Und auch sie ist übrigens als Begriff bei weitem nicht selbsterklärend genug.

    Ein Programm, das für Fachmenschen eindeutig genug die Richtung festlegen will, also nicht im ungefähren stehen bleibt, muss wohl notwendigerweise stellenweise entweder in Details gehen um zu erklären, oder Definitionen und Begriffe wählen, die dann eindeutig sind wenn man sie bereits kennt und versteht, die ohne erklärenden Absatz aber Unkundigen unverständlich erscheinen.

    Ein Ausweg? Meiner Überzeugung nach tatsächlich auch hier: Eine Übersetzung und Ausgabe des Programms in Leichter Sprache, einfacher, plakativer und direkter. Vielleicht darf in dieser der makroökonomische Stabilisator auch bei dem Namen genannt werden den wir meinen: eine Europäische Arbeitslosen-Versicherung. Damit EAV beim Lesen unseres Programms künftig nicht mehr für “Erste Allgemeine Verunsicherung” steht.

  3. Kay Karpinsky schreibt:

    Das sind jetzt aber zwei ganz verschiedene Dinge. Das distinktiv eingesetzte Fachvokabular können wir vermeiden, zum Beispiel indem wir in der von Dir hier und von Franziska auf dem Konvent vorgeschlagenen Weise den Begriff “Europäische Arbeitslosenversicherung” verwenden. Darunter können sich die, die wir mit diesem Programm ansprechen wollen, etwas vorstellen. Unter dem “makroökonomischen Stabilisator” nicht unbedingt. Das ist betriebsblinder und technokratischer Sprachgebrauch, Der Anspruch ist richtigerweise, eine Häufung solcher Begriffe sendet die Botschaft, dass uns Menschen jenseits des Fachpublikums im Zweifel egel sind. Auch Mitarbeiterinnen im Bundesfinanzministerium müssen da mal lernen sich anzupassen.
    Die “leichte Sprache” ist das aber noch lange nicht. Natürlich brauchen wir ein Programm in leichter Sprache, das aber unabhängig von dem oben formulierten Anspruch. Leichte Sprache ist ein Element der Barrierefreiheit und unterliegt klaren Kriterien. Sie nimmt dafür in Kauf, Vereinfachungen vorzunehmen, die auch manches wünschenswerte inhaltliches Detail verschwinden lassen. Das Programm in leichter Sprache ist eine Ergänzung, ist aber nicht die Antwort auf den technokratischen Sprachgebrauch.

  4. Kay Karpinsky schreibt:

    Ups, da habe ich in der Mitte mal zwei Sätze in einem. Ich glaube, es ist dennoch klar, worauf ich hinauswill.

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