Archiv für April, 2012

Zahl des Monats April: 650.000.000

Zahl des Monats April 2012: 650.000.000

Anzahl der kleinen Schusswaffen, die es schätzungsweise weltweit gibt. Durch sie sterben jeden Tag 1000 Menschen. Viele Schusswaffen mit denen weltweit getötet wird kommen aus Baden-Württemberg. In der Grünen Lande­sarbeits­gemeinschaft LAG Internationales, die Walter Schwenninger lange geleitet hat, bereiten wir dazu einen „Grünen Ratschlag“ vor, in dem wir im November 2012 das Thema „Rüstungsexporte aus Baden-Württemberg“ aufgreifen und angreifen wollen.

Wolfgang G. Wettach

Erstellt am Montag, 30. April 2012
Kategorie: Deutsch | Kommentieren »

Nicht nur Trolle: Christoph Hardebusch in der Debatte zum Urheberrecht

Urheberrecht pt.1

Wer sich derzeit zum Thema Urheberrecht äußert, muss schon ziemlich einen an der Waffel haben. Die Atmosphäre ist vergiftet, und es wird so viel Bullshit – von beiden Extrempositionen wohlgemerkt! – abgesondert, dass man eigentlich eine Hazmat Suit braucht, um sich einen Weg durch die Schützengräben der Meinungsvielfalt zu bahnen. Ach ja, feuerfest sollte der Schutzanzug auch gleich sein, weil man auf jeden Fall geflamt wird, egal was man sagt, und wahlweise ein überholte Privilegien reitender Dinosaurier oder ein langfingriger Internet-Nerd ist; vertritt man nicht eine Extremposition, sondern irgendwas dazwischen, also mehr rational als emotional, kann man sogar beides gleichzeitig sein! Weiterlesen »

Erstellt am Sonntag, 15. April 2012
Kategorie: Gastbeitrag, Gastbeiträge, GrünKultur, Netzpolitik | 2 Kommentare »

Urheberrecht, Kunst und Kommerz: “Mein Plattenladen heißt Herunterladen”

Achtung, dieser Text ist lang. (und: von Dietrich Brüggemann)

CC-BY-SA-AndrewNesbitt

Sven Regener schimpft und wird beschimpft. 51 Tatort-Drehbuchautoren sind sauer und werden gescholten. Der Chaos Computer Club antwortet und kriegt eins auf die Mütze. Alle kloppen sich. Und zwar wegen Urheberrechten sowie einer Partei, die die Piraterie im Namen trägt. Piraten und Netzaktivisten befürchten eine Welt, in der Firmen wie Disney und Bertelsmann auf jedes geschriebene Wort, jede gepfiffene Melodie und jede Zeile Programmcode sofort ihren Copyright-Stempel draufknallen, dem Urheber dafür anderthalb Cent hinwerfen, das Werk die nächsten 180 Jahre in den Kerker sperren und nur für horrende Summen herauslassen. Die Musiker, Schriftsteller und Filmemacher hingegen befürchten eine Entwicklung, bei der ihre gesamte Arbeit von gierigen, bleichen Computerkindern ins Netz gestellt wird und sie bzw. wir alle verhungern. (Bildende Künstler haben sich übrigens noch nicht beschwert, aber die haben ja auch ein krisensicheres Geschäftsmodell – sie fertigen Einzelstücke und verkaufen sie zu horrenden Preisen an Einzelpersonen. Wobei den eigentlichen Reibach ja angeblich meist der Zwischenhändler macht.)

Es gibt zwei Dinge, die mich daran stören.

Zum einen die Hysterie. In den beiden oben geschilderten Szenarien steckt der gleiche Denkfehler wie in den bunten Zukunftsbildern aus den 50er Jahren, auf denen wir im Jahr 2000 in atombetriebenen Flugautos herumkurven. Man beobachtet eine Entwicklung, verlängert sie in die Zukunft und gerät in in Panik. Das ist so, als säße ich auf dem Beifahrersitz eines Autos, das an der Ampel losfährt, würde den Tacho beobachten und sagen: Verdammt, jetzt haben wir schon in sieben Sekunden von null auf fünfzig beschleunigt, wenn das so weitergeht, werden wir demnächst die Schallmauer durchbrechen, da sollte ich jetzt besser mal dem Fahrer laut schreiend ins Steuer greifen und den Wagen gegen die nächste Wand lenken.

Und zum anderen: Weiterlesen »

Erstellt am Dienstag, 10. April 2012
Kategorie: Gastbeitrag, GrünKultur, Netzpolitik, Piraten | Kommentieren »

Ankündigung: FROIM – Der Junge aus dem Ghetto – Lesung mit Walter Sittler am 17.04. im “Lamm” in Tübingen

Einladung zu Froim

Einladung zu Froim - PDF hier

Dass auch Kinder im Holocaust gelitten haben, das wird häufig vergessen.
Der Anteil an Kindern war sogar beträchtlich. Jedes vierte der etwa sechs Millionen jüdischen Opfer des Nationalsozialismus’ war ein Kind.
Wann: 17.4.2012, 20 Uhr
Was: Buchvorstellung und Lesung mit Walter Sittler
Vorgestellt wird das vor kurzem ins Deutsche übersetzte Kinderbuch „Froim – der Junge aus dem Warschauer Ghetto” über die Jugend von Erwin Baum.
Wo: Ev. Gemeindehaus Lamm, Tübingen (Am Markt 7)
Wer: Walter Sittler. Veranstalter: Gegen Vergessen – Für Demokratie, Sektion Herrenberg-Böblingen-Tübingen/Buchhandlung Gastl in Zusammenarbeit mit: Geschichtswerkstatt Tübingen e. V.

Buch direkt bestellen hierAus dem „Child“ ist in der Übersetzung nun „Froim – der Junge aus dem Warschauer Ghetto“ geworden. Als dieser „Froim“ sich im Jahr 1944 im KZ-Außenlager Hailfingen/Tailfingen befand, muss er gerade mal 18 Jahre alt gewesen sein. Das Buch beschreibt nun die Leidensgeschichte des jüngsten von sieben Kindern einer armen Familie aus Warschau. Erich Baum – so lautete Froims richtiger Name – kommt 1938, nach dem Tod seines Vaters, zunächst in ein Waisenhaus. Zwölf Jahre ist er da alt. Er erlebt mit, wie 400 000 Juden in engsten Verhältnissen im Warschauer Ghetto leben.
Später, beim Abtransport ins Lager nach Treblinka, hat er riesiges Glück, dass er die Binde mit dem Judenstern, die er zum Brotschmuggeln immer abgelegt hat, einmal nicht trägt. Wenige Jahre später im riesigen Konzentrationslager Auschwitz, kann er geistesgegenwärtig bei der Selektierung ein zweites Mal einem sicheren Todesurteil entkommen.

Eintritt: 8,- Ermässigt 6,-€
Vorverkauf: Buchhandlung Gastl, Am Lustnauer Tor 7, Tübingen

Weitere Informationen siehe Flyer! (PDF)

Erstellt am Mittwoch, 4. April 2012
Kategorie: Gastbeitrag, GrünKultur, Kinder, Termine | Kommentieren »

Kaufen für die Müllhalde: Geplante Obsoleszenz für den Wachststumswahn?

Beim deutsch-französischen Fernsehsender arte gab es eine sehr gute Dokumentation über die sogenannte “geplante Obsoleszenz”, den eingeplanten Verfall und das erzwungene Nachkaufen von bewusst kurzlebig konstruierten Produkten, “Kaufen für die Müllhalde“, die jemand vor dem depublizieren, vor der eigenen geplanten Obsoleszenz, bewahrt hat. Es geht vom Glühbirnen-Kartell über den Nylonstrumpf bis zum iPod und Computerdrucker – und ist sehr zum Betrachten und Nachdenken empfohlen.*


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Erstellt am Dienstag, 3. April 2012
Kategorie: Internationales, Umwelt, Video | Kommentieren »