Archiv für Mai, 2009

Spieler verteufeln, Waffen erlauben? Gewaltprävention geht anders!

Ich spiele Killerspiele und bin nur deshalb noch nicht zum Amokläufer geworden, weil ich in keinem Schützenverein bin. Worum geht es? Um Spiele. Weltspieletag war gestern, heute wird mal wieder verboten, zum Beispiel ein Spieleabend in Karlsruhe, konkret die Intel Friday Night Games IFNG, die Bundesliga des ESports. Es gab und gibt auch Grüne, die Bedenken gegen diese Spiele haben, vor allem aber gibt es dazu mehrere Positionen, auch bei Grünen. Ich habe meine Position dazu in einer Erwiderung auf die “Jungen Piraten” geschrieben, die Jugendorganisation der neuen “Piratenpartei”,die jetzt auch zur Europawahl antritt (und vornehmlich sonst Grünwählende anspricht, in Stellungnahmen darum besonders die Grünen angreift);

Bitte in der Kritik an uns Grünen die Verhaeltnismaessigkeit wahren, die man sich in der Kritik an sog. Killerspielen wünscht.
Zwei kommunal aktive Mitglieder aus Karlsruhe sind durchaus nicht “Die Grünen”. Nicht mehr jedenfalls als zB Landesvorstandsmitglied Chris Kühn, selbst aktiver Gamer, oder ich der ich die Landesgrünen auf Bundesebene vertrete was Europapolitik angeht, selbst LARPer bin und an der Übersetzung des Ego-Shooters Genetic Species (Amiga) mitgewirkt habe.
Genetic Species
Dass Spielverbote dumme und falsche Placebo Maßnahmen sind hat übrigens auch Claudia Roth gestern in ihrer Ablehnung des Paintball-Verbots erklärt. Sie als Bundesvorsitzende ist eher Stimme der Partei.
Ich bin es gerne auch, auch als einer von vielen Grünen unter den ersten 50000 UnterzeichnerInnen der #zensursula Petition.

Schaut euch die guten Beschlüsse der BDK an und reden wir über gemeinsame Ziele. Dazu gehört dann auch Aufklärung der Nichtgamer. Als Leiter des Runden Tischs Gewaltprävention meiner Region und Vorsitzender des Landeselternrats LER und Grüner leiste ich meinen Anteil.

Das Darktiger-Blog befasst sich dagegen besonders mit der Haltung der CDU:

Interessant an der ganzen Angelegenheit ist eigentlich, mit welchem Selbstverständnis die CDU an die Sache herangegangen ist. Getreu dem Motto, was nicht in unser Weltbild passt, gehört verboten, wird dazu aufgefordert und zur Not per Gemeinderratsbeschluss entschieden, dass rechtsgültige Verträge gebrochen werden sollen. Ingo Wellenreuther, CDU-MdB und Karlsruher CDU-Chef stellt eiskalt fest: “Solche Spiele sind mit dem Werteverständnis der CDU nicht vereinbar. Die Absage ist deshalb die einzig mögliche und richtige Konsequenz.” Was also nicht in das “Werteverständnis” der CDU passt, gehört verboten. Waffen gehören zum Werteverständnis der CDU, denn die sollen ja auch nicht verboten werden, die brauchen die ja auch, um alles zu vernichten, was nicht ins CDU-Werteverständnis passt. Kaum zu glauben, dass so ein Subjekt mal Richter war… Unfassbar.

Dann ziehen Sie sich auch schon mal warm an. Ich hoffe Sie haben keine solche “Killerspiele” wie die Siedler, Age of Empires oder SpellForce zu Hause. Ja, das sind alles Strategiespiele und die wurden als Killerspiele abgestempelt. Da behauptet ein Herr Wellenreuther auch kackendreist weiter, dass es in den besagten Spielen (Warcraft 3 = Strategie = FSK 12 und CounterStrike = Shooter = FSK 16) darum geht “möglichst viel und möglichst grausam zu morden“. Leider wurden, wie gesagt, auch die ElternLANs mit der E-Sprts-Veranstaltung abgesagt. Ziel dieser Veranstaltung ist es, Eltern und Lehrern unter pädagogischer Anleitung den Einstieg in die Medienwelt ihrer Kinder und Schüler zu erleichtern. Vielleicht hätte Herr Wellenreuther mit seinen Karlsruher Parteifreunden einfach mal die Chance ergreifen sollen und solch eine Info-Veranstaltung besuchen sollen.

Im Rahmen der Aufklärung von Erziehenden sind gerade Eltern-LANs ausdrücklich zu begrüssen und werden von der Bundeszentrale für politische Bildung BPB unterstützt. In Köln, Dresden, Essen und Bremen sind solche Veranstaltungen angesetzt – Karlsruhe wird diese Aufklärung, wie Stuttgart, jetzt fehlen. Hilfsweise etwas Aufklärung mit dem folgenden Gegendarstellungsvideo zum Thema “Killerspiele”:

Viele Argumente gegen ausgiebiges Spielen sind in der Kulturkritik der Vergangenheit auch gegen andere Medien aufgebracht worden, früher waren “Horrorvideos” der Schrecken, davor der “Lesehunger” mit dem man sich in Büchern verlieren konnte – Don Quixote kann ein Lied davon singen. Magister Foran in 'Gewandung' (nicht 'Verkleidung')Natürlich ist es gut, junge Menschen auch vom Computerspiel in den Wald zu bringen, wie das als Präventionsprojekt gegen exzessives Spielen schon getan wird. Wenn Spieler dann aber selbst schon in den Wald ziehen um dort mittelalterlich-phantastisches Improvisationstheater, kurz LARP (Live Action Role Playing) zu spielen. dann sollten die Verantwortlichen sich freuen und nicht – wie jüngst in Dortmund geschehen, auch solche Fantasy-Events im Freien noch zum gegenstand von Verboten unter Berufung auf den Amoklauf von Winnenden machen und das auch noch “Gewaltprävention” nennen. Was die Probleme sind und was die richtigen Schritte sein können, welche Möglichkeiten Lehrende, Erziehende und Politiktreibende haben, werde ich in einer öffentlichen Sitzungdes Runden Tisches Gewaltprävention RTG Tübingen am 23. Juni 2009 behandeln, der sich um 19:30 Uhr im Institut für Friedenspädagogik in der Corrensstrasse trifft. Mit dabei sein wird neben TIMA und Pfunzkerle, die von ihrem EU-geförderten Projekt zur Häuslichen Gewalt berichten, die Pädagogin Martina Hoanzl von der FH Reutlingen, die zum Massaker von Erfurt geforscht hat und eine Vorlesungsreihe zu den Folgen von Winnenden vorbereitet.

[ Wiederveröffentlicht im Grün Wirkt! Blog ]

Erstellt am Freitag, 29. Mai 2009
Kategorie: Deutsch, Termine | 11 Kommentare »

SpitzenkandidatInnen der Parteien zur Europawahl

Im ersten Expertenchat der von mir begleiteten Virtuellen Akademie-Tagung zur “Zukunft Europas” bei der “Stiftung für die Freiheit” tauchte die These auf, die meisten BürgerInnen würden die SpitzenkandidatInnen der Parteien für Europa nicht kennen.

Vielleicht können wir das an dieser Stelle einmal angehen: (Via [de.wikipedia.org] )

Grüne Europaspitzen Rebecca Harms und Reinhard Bütikofer mit dem Grünen Europapolitiker Wolfgang G. Wettach (BAG Europa)

Die Spitzenkandidaten der großen Parteien sind:

Und wer kennt nicht Helga Zepp-La Rouche, die schon bei den ersten Europawahlen antrat, damals mit den Worten “Mein Mann, der amerikanische Präsidentschaftskandidat Lyndon La Rouche”? Wissen alle wie die einstige EAP jetzt heisst und zwischendurch hiess?

Auch Dr. Gabriele Pauli von den Freien Wählern, der Schrecken der CSU, ist sicher unvergessen.

Was aber ist mit Eberhard Kopp und Margit Reiser-Schober, mit Ursula Winkelsett oder Leonhard Mayer? Wer weiss für wen der erfolgreiche Wirtschaftswissenschaftler Prof. Selten oder der erfolgreiche Judoka Klaus Glahn als Spitzenkandidaten antreten?

Scherz beiseite, reden wir über die grossen SpitzenkandidatInnen. Tagesschau.de etwa hat Portraits der Spitzenkandidaten begonnen, wo sich mehr lesen lässt und anders als Kandidierende es darstellen würden.

Beispielsweise Reinhard Bütikofer (GRÜNE): [www.tagesschau.de]
Oder Martin Schulz (SPD):[www.tagesschau.de]
Beim BR findet sich ein Portrait von Markus Ferber (CSU): [www.br-online.de]

Gerne würde ich mit euch diskutieren, welche Impulse die Spitzenkandidierenden für ein Europa wie ihr es euch wünscht bringen können oder welche Probleme ihr mit einzelnenPersonen und ihren Statements habt.

Erstellt am Donnerstag, 28. Mai 2009
Kategorie: Deutsch, Fotos, Kurzmeldung | Kommentieren »

Grün rockt Europa am 31.05. in Berlin!

BAG Europa, Bundesverband und Landesverband Berlin von B90/Die Grünen sowie die Grüne Jugend laden ein:
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wir möchten Sie herzlich zu „GRÜN rockt EUROPA“ mit Rebecca Harms, Spitzenkandidatin für die Europawahl, Cem Özdemir, Bundesvorsitzender, sowie Jürgen Trittin, Spitzenkandidat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, ins Kiki Blofeld in Berlin/Mitte einladen. An diesem Abend feiern wir Europa mit Live-Musik, Poetry Slam, Grillen, Kickern, Billiard und Spitzenkandidaten am DJ-Set. Im Rahmen der Veranstaltung wird es einen Fototermin mit den anwesenden Spitzen geben.

Ort:
—-
Berlin, Kiki Blofeld, Köpenickerstr. 48

Datum/Uhrzeit: Sonntag, 31. Mai 2009 ab 20:00 Uhr

Erstellt am Mittwoch, 27. Mai 2009
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung, Termine | Kommentieren »

Europawahlkampf in Tübingen – “Europa zum Mitnehmen”

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MdEP Tobias Pflüger, Matthias Wolf vom Staatsministerium, eine Vertreterin der CDU, Peter Tscherny von der Jungen Union, Max-Richard Freiherr von Rassler, Europakandidat der FDP, und Wolfgang G. Wettach, Europapolitiker der Grünen

Bild: (c) Wetter (mit freundlicher Genehmigung)

Der blaue Oberbürgermeister Boris Palmer als Vertreter des Ehrenstandorts Tübingen dieser Tour

Neben dem Studio Tübingen des SWR-Radios und dem regionalen Fernsehsender RTF1 berichtete auch das Schwäbische Tagblatt von der Wahlkampf-Aktion:

Das Interesse an der Europawahl ist – Umfragen zufolge – noch sehr begrenzt. Das sollten Aktionen gestern auf dem Tübinger Marktplatz und vor der Uni-Bibliothek ändern.

Tübingen. Für Europa warben auch Sprüche: „Tust du immer das, was man dir sagt? Schock deine Eltern. Geh wählen!!!“ Diese Sätze waren auf einem Plakat zu lesen. Es zeigte einen jungen Mann, der sich mehr für HipHop und Graffiti zu interessieren scheint als für die Politik aus Straßburg, Luxemburg und Brüssel. Im Marktplatz-Eck stand ein großer Bus im Europa-Design. Er tourt seit Ende April durch Baden-Württemberg – an 40 Tagen in über 50 Städte und Gemeinden. Am Sonntag hat ihn ein Fahrer der Tübinger Firma Kocher aus Freiburg geholt. Denn neben dem Staatsministerium, der Landeszentrale für politische Bildung, dem Europazentrum und der Europa-Union beteiligen sich auch die Omnibusunternehmer im Ländle an der Werbung. Eins ihrer Ziele: für eine hohe Wahlbeteiligung am 7. Juni zu sorgen.

Siehe auch:
Kommentar: Europa profitiert von der Kommunalwahl 26.05.2009

Zu den Kindern kam Europa in Form von blauen Luftballons mit gelben Sternen oder gelben FDP-Windrädern. Denn auch die Parteien waren mit Ständen auf dem Marktplatz vertreten. Manche Passanten hatten völlig unpolitische Absichten. „Wir sind nur da wegen der Luftballons“, sagte eine Mutter mit Kleinkind im Buggy unumwunden.

Es gab Broschüren in Massen. „Wie funktioniert die Europäische Union?“ Oder: „50 Wege vorwärts“ über „Europas größte Erfolge“. Die Tübinger Bäcker Gehr und Gauker hatten Brezeln beigesteuert und dafür eigens die Buchstaben „EU“ geformt. An einem Quizrad konnten Interessierte ihr Wissen etwa über europäische Hauptstädte testen. Etliche Menschen in blauen Europa-T-Shirts standen bereit, Fragen zu beantworten und zu diskutieren. Eine von ihnen war Eva Scherwitz, die Projektleiterin der Bus-Aktion. „Was bringt mir Europa?“ Das ist eine der Fragen, die das Team vom Staatsministerium immer wieder zu hören bekommt. Reise- und Bewegungsfreiheit, Frieden und Studium im Ausland waren vier Stichworte, die der Politologin spontan einfielen. Sie findet zudem die Möglichkeit spannend, die Europäische Union (EU) zu gestalten.

Das wollen auch die Vertreter der Parteien. Der Tübinger Europa-Abgeordnete und -Kandidat Tobias Pflüger (Linke) findet „den Versuch richtig, die Leute zur Wahl zu motivieren“. Er ließ jedoch die Antwort auf die selbstgestellte Frage offen, ob das Staatsministerium dafür die richtige Institution ist. Zumindest liest sich die Position der Linken zum Vertrag von Lissabon anders als der Text in der Broschüre aus dem Ministerium.

Friedenssicherung und Völkerverständigung – das sind zwei Gründe, warum sich Annegret Eppler für Europa engagiert. Sie ist Kreisvorsitzende der überparteilichen Europa-Union, die in Tübingen 53 Mitglieder hat. „Die Tatsache, dass Staaten einen Teil ihrer Souveränität abgeben und zusammenarbeiten“, empfindet die Politologin, die über das Erasmus-Programm der EU in Brüssel studiert hat, als „etwas Tolles“.

„Überregulierung“ – dieses Wort stieß eine Passantin aus. Eigentlich ein Thema für Max-Richard Freiherr von Rassler, den die FDP als Europa-Kandidaten ins Rennen schickt. Doch die Frau hat keine Zeit. Sie wollte ihre Einkäufe vom Wochenmarkt nach Hause bringen. „Die Währungsunion“ sagt der Hotelier von Schloss Weitenburg spontan zur EU, sei „eine ganz tolle Errungenschaft“.

Thomas Schwenke am CDU-Stand wundert sich, dass eine Mehrheit der Deutschen kaum Interesse am politischen Europa hat. „Es gibt noch viel zu wenig Europa-Bildung in der Schule“, findet er. Dass nicht mal die Spitzenkandidaten bekannt sind, hat von Rassler erlebt. Er ist auf einem Plakat mit der in allen Medien präsenten FDP-Frontfrau Silvana Koch-Mehrin zu sehen. Ein belesener Mann, erzählte von Rassler schmunzelnd, habe ihn gefragt, ob das seine Lebensgefährtin sei.

„Wirtschaft, Klima, der Hunger in den Entwicklungsländern“ – das sind aus Sicht des Grünen-Wahlkämpfers Wolfgang G. Wettach Herausforderungen, „die wir nur gemeinschaftlich lösen können“. Europa muss mehr sein als nur ein freier Markt: gerecht und sozial. Diese Botschaft hätten Passanten am SPD-Stand mitnehmen können. Doch gegen Mittag stand das Team – vorher unterstützt von der Tübinger SPD-Landtagsabgeordneten Rita Haller-Haid – voll in der Sonne.

Appetit machen mit frischen „Europäern“

Selbstgebackene „Europäer“ statt „Amerikaner“, Äpfel, eine Leine mit Wunschzetteln an die EU: Die „Jungen Europäischen Föderalisten“, der Nachwuchs der Europa-Union, verwandelte die Wiese vor der Uni-Bibliothek in ein Informationszentrum. „Werben für Europa, sensibilisieren und kritisch reflektieren“ nannte Christine Sudbrock als Ziele der JEF-Aktivisten. Die Politikstudentin hat ein europäisches Freiwilligen-Jahr absolviert und war als Erasmus-Studentin in Polen. Ausbildung, Studium, Reisemöglichkeiten, Umwelt, Frieden und die „Festung Europa“ sind ihrer Erfahrung nach Themen, die Studierende bewegen. Vor ihrem Wahlkampfauftritt suchte auch die CDU-Kandidatin Elisabeth Jeggle im Schatten des Europa-Busses das Gespräch mit Studierenden.

…und ich natürlich auch:

[ Wiederveröffentlicht im Grün Wirkt! Blog ]

Erstellt am Montag, 25. Mai 2009
Kategorie: Deutsch, Fotos | 2 Kommentare »

Erst wenn der letzte…

Von myhead.de » Erst wenn der letzte…

Erstellt am Sonntag, 24. Mai 2009
Kategorie: Deutsch, Fotos, Kurzmeldung | Kommentieren »