Archiv für März, 2009

Geburtstag 2.0

Gestern hatte ich ja Geburtstag – für mich Gelegenheit, einmal eine kleine Statistik zu machen, auf welchen Kommunikationswegen (ausser dem direkten Gespräch, Händeschütteln und Umarmungen, wie heute nachträglich als ich auf Listenplatz 1 der Liste zum Ortschaftsrat von Bebenhausen gewählt wurde) mich Glückwünsche erreicht haben (Update 01.04.):

Offline:

  • Telefon: 2
  • SMS: 1
  • Brief: 1
  • Postkarte: 1
  • Zotter-Schokolade: 1
  • Heliumballon: 1

Web 1.0:

  • eCard: 1 (all-yours.net)
  • Webservices-Gratulationen: 8 (von Bahn.de über Elfster bis Web.de)
  • Persönliche Emails: 1
  • InstantMessenger: 2
  • Forum: 2

Web 2.0:

Was sagt das? Dass Twitter weniger ‘persönlich’ ist oder jedenfalls genutzt wird – mehrere meiner etwas über 300 Twitter-Kontakte haben mit statt dort eben auf Facebook gratuliert. Brief und Telefon spielen eigentlich keine Rolle mehr, auch Firmen gratulieren soweit sie online sind eben jetzt per Email oder auf ihrer Webseite, zum Teil mit Bonusgeschenken oder -Angeboten verbunden. LiveJournal ist als einstiger Schwerpunkt digitaler Grüße aus dem Bild gefallen: Bei einer ähnlichen Kontaktzahl wie im VZ ist die Konversionsrate in Glückwünsche mit 0 absolut abgesackt. Wer-kennt-Wen spielt erwartungsgemäss für mich keine Rolle (dass bei unddu.de überhaupt jemand was schreibt verwundert dagegen) und XING ist nicht das richtige Forum dafür. Foren, das zum Schluss, haben gegenüber vor fünf Jahren (2004) an Bedeutung auch abgenommen, auch wenn ich in mindestens einem noch täglich bin. Insgesamt: Web 2.0 schlägt den Rest locker, Facebook alleine schlägt die anderen Kommunikationswege alle zusammengenommen (wenn man die Werbung abzieht).

Erstellt am Dienstag, 31. März 2009
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Kreistagsliste gewählt: Kreistagswahlprogramm fertig geschrieben

Bei der KreisMitglieds-Versammlung (KMV) der Grünen Tübingen zur Aufstellung der Liste für die Kreistagswahl im Rahmen von Kommunal- und Europawahl am 07. Juni dieses Jahres, ist eine gute und gegenüber der Gemeinderatsliste doch anders zusammengestellte Liste gewählt worden:Wappen Landkreis Tübingen

  1. Bärbel Schmid
  2. Gerd Hickmann (BAG Verkehr)
  3. Claudia Patzwahl
  4. Markus Goller
  5. Sabine Schlager (Ex-MdL, GAR)
  6. Daniel Lede Abal (bis hierhin alle mit 100% der Stimmen)
  7. Nele Schönau
  8. Christoph Georgi (der Stammwähler, ein Nichtmitglied)
  9. Ilka Neuenhaus (MdL)
  10. Wolfgang G. Wettach (das wäre dann ich selbst)
  11. Stefanie Hähnlein
  12. Gebhard Weber-Keinath
  13. Urs Rath
  14. Manuel Heinrich
  15. Elvira Martin
  16. Heinrich Schmanns
  17. Suset Ylmer
  18. Berndt Rüdiger Paul
  19. Katja Braun
  20. David Greiner
  21. Ulrike Baumgärtner
  22. Mark Obrembalski
  23. Julia Gartmann
  24. Hussein Soylemez
  25. Ingeborg Graf
  26. Christian Brugger
  27. Ulrike Gottschalk
  28. Christian Niederhöfer
  29. Alisa Volkert
  30. Arvid Goletz
  31. Annette Schmidt

Auf die Ersatzliste kamen

32. Dieter Zeller / 33. Helga Vogel / 34. Walter Heim / 35. Beate Kolb

Das Kreistagswahlprogramm, an dessen Erstellung ich mitgearbeitet habe, ist unterdessen als Fassung fertig und kann hier heruntergeladen werden.

Erstellt am Freitag, 27. März 2009
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30 Jahre GAU in Three Miles Island (Harrisburg,PA)

Zum 30. Jahrestag der Katastrophe im AKW Harrisburg erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

Atomlügen abwählen - Zeit wird's

“Vor genau 30 Jahren verwandelte sich der Traum von einer sicheren und
sauberen Energieversorgung mit Atom abrupt in einen schrecklichen
Alptraum. Die partielle Kernschmelze im Reaktor von Three Mile Island in
Harrisburg offenbarte, wie gefährlich und unkontrollierbar die Nutzung
von Atomenergie ist. Die Katastrophe von Tschernobyl, aber auch der
Beinahe-GAU im schwedischen AKW Forsmark und unzählige Zwischenfälle in
deutschen Atomkraftmeilern seitdem beweisen: Atomkraft ist eine
unbeherrschbare Risikotechnologie.

Die Versuche der Atommultis RWE und Vattenfall, Schrottmeiler durch
Tricksereien, Verzögerungen und rechtliche Schritte länger in Betrieb zu
belassen, sind daher unverantwortlich und gefährlich. Das
Bundesverwaltungsgericht hat gestern klug entschieden, als es die
Übertragung von Reststrommengen des AKW Mülheim-Kärlich auf die
Schrottreaktoren Biblis A und Brunsbüttel untersagte.

Der Atomausstieg und die ökologische Energiewende hin zu Erneuerbaren
Energieträgern ist der einzig richtige Schritt hin zu einer sicheren
Energieversorgung. Nur mit dem Ausstieg aus der Atomenergie – ohne
Verlängerung der Laufzeiten – kann die Energiewende gelingen.”

Den Traum was “eine sichere und saubere Energieversorgung” angeht haben viele wie auch ich schon damals nicht mit der Atomkraft sondern mit Erneuerbaren Energien, mit Wind wie in Tvind, verbunden, zu groß das Risiko, zu zahlreich bereits damals die Unfälle und Pannen auch in deutschen Atomkraftwerken, zu problematisch gemäß den Aufsätzen von Holger Strohm und anderen auch die zusätzliche Niedrigstrahlung im Regelbetrieb. Direkt vor dem GAU, dem Größten Anzunehmenden Unfall, der laut dem nach seinem Herausgeber so genannten “Rasmussen-Report” nur einmal in 24.000 Jahren vorkommen würde, kam schon der Film “Das China Syndrom” in die Kinos, der eindrücklich genau diesen Fall vor Augen führte. Direkt für die Tage nach diesem GAU war schon lange die Großdemonstration gegen Atomkraft und den sogenannten “Entsorgungspark Gorleben” (mit sogenanntem “Endlager” und sogenannter “Wiederaufbereitungsanlage”) in Hannover geplant, auf die auch durch diese Ereignisse in Three Miles Island (TMI) bei Harrisburg aufgerüttelt schliesslich 100.000 Deutsche strömten. Das war nicht der Anfang der Anti-AKW-Bewegung in Deutschland, das war nur der “Tipping Point” wie Malcolm Gladwell es nennen würde, der Punkt wo die Stimmung im Land kippte und auch Philisterpräsident Ernst Albrecht nicht anders konnte als zuzusichern dass Gorleben doch nicht gebaut würde. Es war auch der Anfang meiner eigenen Anti-AKW-Bewegtheit. Zwar war ich noch zu jung um selbst an der Demonstration in Hannover teilzunehmen, aber ich folgte ihr kontinuierlich über die damals durchgängige Vor-Ort-Berichterstattung des Norddeutschen Rundfunks (NDR) im Radio.Zu keinem Zeitpunkt, das muss man sich heute nochmals klar machen, hatten die Betreiber des AKWs TMI die Situation unter Kontrolle. Dass aus dem GAU von Harrisburg nicht, wie in Tschernobyl, ein Super-GAU wurde, ist nicht der Verdienst beherzter Techniker sondern schieres Glück gewesen. Selbst warum es nicht schlimmer kam konnten die Betreiber, die nur ohnmächtig beobachteten statt zu steuern, hinterher nicht plausibel erklären.

Das 30jährige Jubiläum dieser Katastrophe die hätte schlimmer kommen können ist kein Grund zum Jubeln – aber wie Claudia Roth auch anregt ein Grund, heute nochmals deutlich zu machen, dass Atomstrom keine Alternative ist. Eva Lichtenberger, Europaabgeordnete der Grünen aus Österreich, hat das in einer ECard sehr gut verdeutlicht, die ich hiermit wiedergeben möchte:

Erstellt am Freitag, 27. März 2009
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Alternative und Grüne Liste Tübingen

In Tübingen ist von Alternative Liste (AL) und Bündnis90/Die Grünen in Fortsetzung der ersten Sitzung, bei der nur Platz 1-12 gewählt wurden, die restliche gemeinsame Liste der KandatInnen für den Gemeinderat der Stadt Tübingen gewählt worden.http://www.al.gruene.de/fileadmin/gifs/back2-footer.gif

Auf der Ersatzliste landeten dann

Damit enthalten beide Listen zusammen 24 Frauen und 23 Männer – und mich gerade noch in der oberen Hälfte.

Erstellt am Sonntag, 15. März 2009
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Farbenspiele oder Grüne Ziele? (Update)

 

Berlin: DDR Ampel-Männekens by Rolf.

Grüne Politik ist nicht nur Politik der Grünen, sie muss Politik aller Parteien und Praxis auch der Wählenden werden. Derzeit aber scheint es, als bestünde die grüne Politik daraus, neue Farbzusammenstellungen zu erdenken oder herbeizureden, mehr daraus jedenfalls als aus den anderen hier diskutierten Inhalten.

Man kann durchaus von der Ampel reden – sie kann, verbunden mit dem Grünen Pfeil nach Rechts, den uns Bündnis90 mitgebracht haben, im Bereich Verkehr sehr hilfreich sein, auch in der Kennzeichnung von Nahrungsmitteln, im Verbraucherschutz und bei gesunder Ernährung also kann sie eine gute und wichtige Rolle spielen. Diese Ampel ist es aber nicht, von der die Spitzenpersonen der Grünen derzeit reden.

Sie reden ganz offen davon dass Opposition auf Dauer keine Option ist mit der die Grünen ihre Politikvorstellungen in Zukunft voranbringen könnten. Daueropposition führt -siehe Linkspartei- zu “wünschdirwas” ohne Umsetzungsnotwendigkeit, oder es führt -siehe FDP- zu starrsinnigem Trotz und mantrahafter Wiederholung der selben Rezepte und/oder Schlagwörter. Bei der FDP wäre das “Steuersenkung” bei uns könnte das Mantra jetzt “Green New Deal” werden.

Von mir ist bekannt dass ich vor Koalitionen mit der CDU sowenig Angst habe wie vor Koalitionen mit der Linkspartei. In beiden Fällen kommt es auf Inhalte an, und auf die Personen mit denen man diese umsetzen will oder gegen die man diese durchsetzen muss.

Wäre die SPD eine 40% Partei, wäre sie meines Erachtens unser nächstliegender Koalitionspartner, aber sie ist weit davon entfernt und es wäre ein Fehler, uns an deren leckendes Schiff festzuketten.
Wäre die FDP eine 40% Partei, wer weiss, vielleicht würden wir dort mehr Gemeinsamkeiten suchen und finden und sie uns als Koalitionspartner erschliessen.

Aber die Wahrheit ist komplizierter: SPD und FDP sind keine 40% Parteien – und Koalitionen sind nicht das, was grüne Politik ausmacht.

In aller gebotenen Kürze: Es ist doch grob vereinfachend, so zu tun als gäbe es “die Union”, “die SPD” oder “die FDP” und in diesen Parteien keine Richtungskämpfe und keine für sehr unterschiedliche Inhalte stehenden Personen.

Mit einer Kanzlerin Merkel über Klimaschutz zu reden dürfte nicht wesentlich schwieriger sein als mit einem Kanzler Schröder oder (einst eine reale Perspektive) Clement.

Mit einer Ministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger über Freiheit und Bürgerrechte und auch Datenschutz zu reden ist garantiert einfacher als mit einem Minister Schäuble – oder Schily.

Auf die Inhalte kommt es an – und auf die Personen mit denen oder gegen die sie durchzusetzen sind. Ob jetzt ein Missfelder oder ein Philipp Rösler oder ein Bodo Ramelow am Verhandlungstisch schlimmer wären, darüber können wir immernoch reden wenn wir an diesem Tisch überhaupt sitzen.2008 Fotomarathon_0015 by Kopernikus1966

Dafür aber brauchen wir keine “grüne Nabelschau angesichts der Krise”, keine Farbenspiele und kein Flügelflattern, sondern müssen gemeinsam für unsere (beschlossenen gemeinsamen) Inhalte eintreten und wahlkämpfen! Und damit das bestmögliche Wahlergebnis einfahren, mit dem wir dann weiter für unsere Inhalte und die Umsetzung unserer Ziele streiten können.

Welche Ziele das sind und welche Wege zur Umsetzung wir sehen, dafür gibt es nicht nur die Beschlüsse der Grünen Parteitage, dafür gibt es auch die Diskussionsbeiträge hier in diesem Blog. “Und das ist gut so”, um mit einem Berliner Zitat zu schliessen.

 

Anmerkung: Aus Diskussionsbeiträgen bei Facebook habe ich diesmal zunächst einen Blogbeitrag bei GreenRenaissance gemacht, um dort in den Disput mit den anderen Beteiligten und Lesenden einzutreten. Dieser war die Grundlage für diesen Eintrag in meinem eigenen Blog “Grüne Kraft für Europa“.

Update: Ich halte es, nochmal als kurzen Einwurf, für falsch, den Wählenden oder den schwarzgrünen GesprächspartnerInnen zu erklären, die Ampel sei die einzige Alternative der Grünen zu RotGrün, und Schwarzgelb sei die einzige Alternative der CDU zur sogenannten “Grossen Koalition”.

Es ist auch ganz deutlich in unserem eigenen Interesse als dritte politische Kraft in diesem Land, dass die CDU eine Äquidistanz zur FDP und zu anderen politischen Parteien wie der SPD wahrt, anstatt die FDP als scheinbaren Ausweg aus den Problemen der “Großen Koalition” zu hypen. Wir wollen keine erneuten “geschenkten Stimmen” der CDU an die FDP.

Erstellt am Freitag, 13. März 2009
Kategorie: Deutsch | 2 Kommentare »