Archiv für Februar, 2009

Umweltprämie? Aktion des VCD

Umweltprämie statt AbwrackprämieWährend die Welt, die beim Thema Schaeffler-Conti klar sieht, noch rätselt, ob die geplanten rettenden Finanzhilfen für Opel (mit Nationalisierung von Anteilen) so erfolgreich werden wie einst die englischen Bemühungen um “British Leyland” oder ob es sich dabei um eine Abwrackprämie für einen Altmodellbetrieb handelt (weil die erfolgreichen Opel-Kleinwagen nicht in Deutschland entwickelt werden, sondern von der GM-Tochter Chevrolet-Daewoo)… hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) eine beachtliche Campact Campagne Kampagne zum Thema Umweltprämie statt Abwrackprämie gestartet:

2.500 Euro bekommt jeder Autokäufer vom Staat, der seinen alten Wagen
verschrotten lässt und sich einen neuen kauft. Was ist daran ökologisch?
Herzlich wenig. Was ist mit denen, die kein Auto haben und lieber Bus, Bahn
und Rad fahren? Die gehen leer aus. Das nehmen wir nicht hin.

Deshalb haben wir unter http://www.vcd.org/umweltpraemie_jetzt.html eine
Protest-E-Mail an das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle (BAFA) vorbereitet:

Blitzschnell kann über unsere Homepage statt einer Abwrackprämie für Pkw
eine staatliche Förderung zum Kauf eines neuen Fahrrads und von Bus- und
Bahntickets beantragt werden.

Mit dieser symbolischen Aktion kritisieren wir die einseitige staatliche
Hilfe für die Automobilindustrie und geben Euch die Möglichkeit, Einspruch
einzulegen.

Je mehr Menschen die E-Mail abschicken, desto höher wird der politische
Druck. Also, macht mit, erzählt’s weiter, unterstützt uns!

Mache ich doch gerne. Genauer gesagt: Hiermit getan.

 
 

Erstellt am Dienstag, 24. Februar 2009
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung | 4 Kommentare »

Atomforum umzingelt. Nuklear-Renaissance abgesagt.

Weiterlesen »

Erstellt am Freitag, 6. Februar 2009
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung, Video | Kommentieren »

Geh Denken, Williamson – aber nicht nach Hannover!

Dass der Papst Benedikt XVI. genannte Herr Ratzinger neben anderen Ewiggestrigen auch Richard, den Holocaust-leugnenden Bischof rehabilitiert hat, regt verständlicherweise manche auf, auch wenn Bischof Richard Williamson zuvor zurecht kaum bekannt war. Zu denen, die sich echauffieren, gehört, wiederum leicht nachvollziehbar, Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Ihr Vorwurf, die Aufnahme der rechten Piusbruderschaft lasse “Fingerspitzengefühl vermissen”, kann soweit kaum als unangemessen bezeichnet werden.

(Hier befand sich ein Bild Charlotte Knoblochs von Michael Lucan, das aus der Wikipedia verlinkt war. Ohne Fotografen wie ihn könnten viele Artikel nicht geschrieben werden. Meine Entschuldigung für die versäumte Namensnennung sei hiermit nachgereicht.)
Die Hannover Zeitung (via) macht sich jedoch Gedanken ob die Juden es mit ihren Protesten nicht soweit übertreiben, dass sie selbst den Antisemitismus befördern, weil in normalen “deutschen Wohnzimmern” andere Juden ja eigentlich gar nicht wahrgenommen werden, Unter der URL.Überschrift “Frau Knobloch kann einfach keine Ruhe geben” spekuliert die Zeitung “Schürt der Zentralrat der Juden den Antisemitismus in Deutschland?“:

Es stimmt, das der Holocaust ein Teil der deutschen Geschichte ist und ja, es war ein Verbrechen! Aber dieses Verbrechen wurde vor 60 Jahren begangen und es ist langsam an der Zeit den Toten ihre Ruhe zu gönnen. Das andauernd “Wiederaufleben” lassen der Erinnerung in einer Form, die eine “Generalschuld” eines ganzes Volkes bis in die 3, 4, 5 Generation indizieren soll, ist der Sache sicher nicht dienlich. Frau Knobloch sollte sich einmal Fragen, ob sie mit ihren Äußerungen nicht einem neuen Antisemitismus Nahrung gibt.

Der in Deutschland aufkeimende Antisemitismus basiert zum größten Teil auf Vorurteilen, die entstehen weil sich einige, wenige Persönlichkeiten immer wieder ins Rampenlicht spielen müssen. In einer heute durchgeführten Blitzumfrage bei 147 zufällig ausgewählten Passanten gaben 139 an, das sie kein Mitglied der jüdsichen Gemeinde kennen würden, 6 sagten, das sie glauben ein Mitschüler wäre Jude gewesen, waren sich aber nicht sicher. Zwei gaben an das sie jüdische Arbeitskollegen hätten, waren sich aber auch nicht ganz sicher.

Das sollte uns doch klar vor Augen führen, in Deutschland keine es keine Basis für einen fundierten Antisemitismus, einfach weil die wenigsten Einwohner positive oder negative Erfahrungen in ihrem persönlichen Umfeld machen konnten. Die Vorurteile gegenüber den Juden in Deutschland basieren auf den Aussagen, die von führenden Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in der Öffentlichkeit gemacht werden.

Es ist traurig aber zu verstehen, das die Überlebenden des Holocaust nicht vergeben können. Trotzdem wäre es manchmal angebracht, wenn sie darüber Nachdenken ob sie mit ihren Aussagen dem Gedenken an dieses Verbrechen dienlich sind. Sicherlich handelt Frau Knobloch nur in der besten Absicht, aber es müsste ihr doch auffallen, das sie mit ihren permanten, kritischen Aussagen einen neuen Antisemitismus heraufbeschwört.

Natürlich ist der Kommentar der Zeitung (ein Artikel ist es nicht) dumm, die Argumentation ziemlich hohl. Antisemitismus braucht keine jüdischen Mitbürger, sowenig wie Ausländerfeindlichkeit ausländische Mitbürger braucht – im Gegenteil ist Ausländerfeindlichkeit dort im deutschen Osten am stärksten, wo die Anderen die Ausnahme und nicht die Regel sind.

Für die Ablehnung einer Gruppe reicht es, wenn eine sich als benachteiligt empfindende Gruppe in meinetwegen auch “deutschen Wohnzimmern” das Gefühl hat, andere würden eine Sonderbehandlung bekommen und sich als etwas Besseres empfinden. “Warum sollen die etwas besonderes sein und ich nicht?” – Mehr braucht es nicht, um Ressentiments zu schüren. Dafür reicht aber die Existenz des Zentralrats der Juden – oder des Zentralrats der Sinti und Roma (die auch nicht besser behandelt wurden) oder des Zentralrats der Muslime in Deutschland, also einer Lobbygruppe berechtigter Interessen die sich gegen Diskriminierung ihrer (oder von ihr vertretener) Gruppen einsetzen. Das ist Frau Knobloch kaum anzulasten – ausser mit einer gehörigen Portion (a) Absicht oder (b) Dummheit.

Geh DenkenIn den kommenden zwei Wochen wird auch anderes Gedenken relevant: Das Gedenken an den Bombenhagel auf Dresden wollen Rechtsradikale und Neonazis für einen großen Aufmarsch nutzen, gegen den sich bundesweit Widerstand formiert, nicht zuletzt von der Grünen Jugend (siehe Bericht hier). Der von mir unterstützte Gegenaufruf zu den Bemühungen der rechten Geschichtsrevisionisten, die Deutsche als die eigentlichen Opfer darstellen wollen, ist darum: Geh Denken! Und das sollte man auch Williamson und Konsorten sagen – und manchen bei der Hannover Zeitung.

Einst in Hannover geboren, einst da studierend wo Ratzinger zuvor lehrte, mit einzelnen KZ-Überlebenden befreundet als diese noch lebten – und heute gegen jede Form von Diskriminierung in jedem Land: Der Autor dieser Zeilen.

Einen Satz der Hannover Zeitung an “die Überlebenden des Holocaust” und ihre Nachfahren möchte ich den Nachfahren der Toten des Bombenterrors von Dresden (und eigentlich auch… anderswo) aber doch noch mit auf den Weg geben:

Manchmal ist ein Geste des Vergebens besser um das Andenken an die Geschichte zu erhalten.

Update: Vox Populi, Vox Rindvieh? Diskussion bei Web.de/GMX zu “Immer mehr Bischöfe protestieren gegen den Papst

Erstellt am Montag, 2. Februar 2009
Kategorie: Deutsch | 2 Kommentare »

Mobil ins neue Jahr – bei GreenRenaissance

(CC) Autowrack Sw 2 by FElix NoeLLe

Es gibt neben meinen eigenen Blogs – zur Grünen Kraft für Europa oder zu den Handlungen und Errungenschaften aller Wettachs- ein weiteres politisches Blog, bei dem ich mitschreibe: GreenRenaissance, wo ich einer von etwa einem Dutzend grünen Mitwirkenden bin.

Dieses Blog heißt “Green Renaissance”. Warum? Weil die Zukunft begonnen hat, und weil sie ohne grüne Werte, Ideen und Lebensweisen nicht auskommt. Soviel ist sicher. Klimakrise, Wirtschaftskrise, und was nun? Jetzt kommt es auf grüne Antworten an, die nicht einschränken, sondern zukünftige Handlungsspielräume erhalten und neue Möglichkeiten eröffnen. Die Zukunft ist hier, und sie ist grün!

Zur Zukunft der Automobilwirtschaft mit den Stichworten Bail-outs, Spritpeise, Elektroautos und des ÖPNV mit den Stichworten Bahn-Privatisierung, Stuttgart21, Hunger- oder Mindestlöhne für Busfahrer werde ich hier auf Green Renaissance in loser Folge eine Reihe von Artikeln veröffentlichen. Fragen und Anmerkungen sind dazu natürlich, wie immer, sehr willkommen.

Erstellt am Sonntag, 1. Februar 2009
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung | 1 Kommentar »