Archiv für Oktober, 2008

Freuen auf eine Schlaflose Nacht…

…und nein, ich meine nicht die Nacht von Allerheiligen, Halloween, oder die Nacht nach dem Reformationstag.

Sleepless in Tübingen
Lange Nacht der US-Präsidentschaftswahl

Dienstag, 4. November 2008 ab 20.00 Uhr
Kino Museum
Am Stadtgraben 2
72070 Tübingen

In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut (d.a.i.) Tübingen

Am 4. November wählen die USA einen neuen Präsidenten. Voller Spannung wird nicht nur in den USA, sondern auch bei uns in Old Europe das Ergebnis erwartet.
Wer wird das Rennen machen – Barack Obama oder John McCain? Und was bedeutet das für die angespannte weltpolitische Situation?

Nach dem Erfolg der Election Night Party vor vier Jahren bietet die Reinhold-Maier-Stiftung gemeinsam mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut und SWR4 im Kino Museum wieder ein abwechslungsreiches Programm rund um die US-Präsidentschaftswahl.
Von 20.00 Uhr abends bis 8.00 Uhr in der Früh wird das Kino Museum am 4. / 5. November zum Wett- und Wahlkampfbüro mit CNN-Fernsehübertragungen, Internetschaltungen, Live-Interviews und zahlreichen Dokumentarfilmen zum US-Wahlkampf.

Ich werde mit meinen FreundInnen vom Amerikanisch-Arabischen Dialog dort sein.

Erstellt am Freitag, 31. Oktober 2008
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung, Termine | Kommentieren »

Eindrücke von den Medientagen München

Ifa zeigt flaches Fernsehen by kotofoto

Ob das Fernsehen noch ein ernsthafter Kulturträger ist wird seit der versuchten Verleihung des Fernsehpreises diskutiert – und die eifrige Diskussion zeigt, dass dieses Medium noch nicht von allen aufgegeben wird. Was aber sollen die Medien der Zukunft sein? Der Standort München (zweistellige Prozentzahlen der MitarbeiterInnen im Verlagswesen und in der Filmbranche in Deutschland) freut sich, trotz der Zensurbemühungen mancher Innenminister, dass im Frühjahr 2009 erstmals der Deutsche Spielepreis in München verliehen wird, weil Computerspiele das am stärksten wachsende und langsam auch schon das stärkste Segment der Medienbranche sind, auch vom Umsatz her bedeutender als Hollywood oder eben Geiselgasteig.

In den nächsten Wochen soll in Brüssel die Telekommunikation neu geregelt werden, dabei wird es auch darum gehen, die digitale Dividende zu nutzen um das breitbandige Internet in die Breite, in die Fläche zu bringen. Bayern will hier zeigen dass sie das alleine besser können als eine Behörde der Europäischen Union. Dabei kommt es natürlich auch darauf an eine Lösung dafür zu finden, dass der Computer längst für viele auch der Fernseher ist und diesen ersetzen kann. Was bedeutet das für die Frage der Werbeverbote im Fernsehen, was für die Frage der Rundfunkgebühren?

Eberhard Sinner ist der deutsche Vertreter der 16 Länder bei den Ministertreffen der EU zu Medienthemen und beklagte einerseits die Schwierigkeit der Stimmgewichte (das beliebte Malta 3 gegen Deutschland 29 Stimmen, wobei Deutschland nach dem Maßstab Maltas 400 Stimmen haben müsste) – und andererseits die erhöhte Effizienz eines Gesprächs auf Ministerebene, bei dem dann der Weg eines einzelnen Landes nicht nur als Sonderweg sondern auch als der besonderen Lage des Landes geschuldet gesehen und akzeptiert werden kann.

Murdoch Junior singt bei den Münchener Medientagen das Loblied der Befreiung von Werbeflut und meint damit seinen Dienst Sky+, bei dem die Kunden Werbung ausblenden können. James Murdoch ist das junge Gesicht der NewsCorp, der Chef für Europa und Asien, einer Firma die für das rechte Bildzeitungs-Fernsehen Fox-News in den USA steht, das abwechselnd als “Faux-News” oder “Fixed News” oder “Fox Noise” bezeichnet wird. In Deutschland hatten wir vor einigen Jahren die Situation, dass der Chef der Nachrichtenredaktion eines grossen Privatsenders zugleich Wahlkampfberater des CDU-Kanzlers Kohl war, was man diesen Nachrichten (Sat1) durchaus ansah. Aber Sat1 hat bei weitem nicht die Reichweite von Fox, sowenig wie n24 die Reichweite von FoxNews, das heute seine Kommentatoren massiv gegen Obama hetzen lässt. Murdoch steht natürlich auch für MySpace, eine Plattform die vor allem für Bands wichtig ist: In einem Monat wird dort über eine Million Songs dort gehört oder auch heruntergeladen.MySpace nutzen aber auch progressive Gruppen, ich nutze es für meine internationale Vernetzung mit grünen und pazifistischen AktivistInnen, inzwischen auch dort über 300 mit mir vernetzte Gruppen und Personen, von den Iraq Soldiers Against the War bis zu Grünen Jugend Regionalgruppen und den Grünen in Canada.

Fernsehen-Widget by Eay

Diskutiert wird in München unter dem Titel “Werbung im Wandel” über Medien im Allgemeinen und Fernsehen im Besonderen mit einer breiten Runde in der die Hochkultur von Hubert Burda vertreten wird, als Kunstgeschichtler und Kunstliebhaber, Laudator für Peter Handke beim Thomas Mann Preis, auf Petrarcas Spuren auf den Mont Ventoux gestiegen und immer dabei sich philosophisch fortbildend. Die Zukunft wird vertreten durch Philipp Schindler, den Chef für Nord- und Zentraleuropa von Google, dessen Allmacht im Zukunftsmedium Internet vielleicht diskutiert aber nicht kontrolliert wird.

Schindler immerhin erkennt an dass Google nicht die Treiber der Innovation sind, sondern dass die radikale Bewegung der jüngeren Mediennutzer es sind, die die Innovation treiben, die ihre Gewohnheiten jederzeit rasch ändern und von Medienkonsumenten zu Mediennutzern wurden. Google ist bei diesen Bewegungen nur technischer Anbieter – und muss Partner der Nutzer und nicht nur der Werbetreibenden sein.

Erstellt am Mittwoch, 29. Oktober 2008
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40 Jahre Zoll-Union: Geschmuggelt wird immer

40 Jahre Zollunion: Wolfgang G. Wettach bei der Customs Union in Brüssel. Bild: (CC) Wettach. Image Hosted by ImageShack.usDieses Jahr ist auch ein rundes Jubiläum für die Europäische Zollunion: 40 Jahre, von 1968 bis 2008, gibt es sie schon, wenn auch die heutige Dimension des Schengen-Abkommens nochmal eine ganz andere ist als damals.

Geschmuggelt wurde schon immer – früher war es Kaffee, Schokolade oder Wein. Heute finden die Beamte vor allem Zigaretten (gestern 4Millionen Zigaretten), Drogen (letzte Woche Marihuana für 100.000 €) und Waffen (z.B. Handfeuerwaffen). Wie sicher sind die Grenzen der EU?

Auch gefälschte Pillen – ob mit oder ohne Beipackzettel – sind ein beliebtes und häufiges Schmuggelgut. Die Nebenwirkungen sind nicht einzuschätzen und oft gefährlich. Zwar stellten die Zöllner im vergangenen Jahr über vier Millionen Sendungen mit gefälschten Medikamenten sicher. Aber natürlich erwischen sie nicht alles. Die meisten Produkte, die in die EU importiert werden, kommen auf dem Frankfurter Flughafen an. Dabei finden die Zöllner eben auch immer wieder Schmuggelware. (…)

Geschmuggelt werden aber nicht nur Klamotten, Pillen oder Drogen, sondern auch Menschen, die sich dann als illegale Einwanderer durchschlagen müssen. Auf den Kanarischen Inseln landen immer wieder Illegale – oft sind es Fischer aus Mauretanien oder dem Senegal. Wenn man sie fragt, warum sie ihre Heimat verlassen haben, hört man immer die gleiche Antwort: Weil der Fisch weg ist – er wurde illegal weggefischt und weggeschmuggelt, oft von Kuttern aus Europa.

Erstellt am Dienstag, 28. Oktober 2008
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung | Kommentieren »

Wenn wir die Wahl hätten…?

Rosa-Clemente, Grüne Vizepräsidentschaftskandidatin 2008Manche meinen vielleicht, mit den zehn Wahlen die auf uns zukommen (und der Wahl der Bundespräsidentin ohnehin noch dazu) sei eigentlich genügend zu wählen. Aber da ist eine Wahl die wir nicht haben: Am 04.November wird gewählt und das Ergebnis wird ganz entscheidend sein für Europa, für die Wirtschaft, für Krieg und Frieden, für den Kampf um den Klimawandel und wenn es gut läuft vielleicht auch noch für die Frage der Biodiversität, der Artenvielfalt, deren Verlust auch ganz massive wirtschaftliche Nachteile hat. Für Unentschiedene (“ComedyCentral’s Indecision’08″interviewt auch die Grüne Vizepräsidentschaftskandidatin Rosa Clemente, Bild rechts) gibt es nun weltweit die Möglichkeit sich zu entscheiden zwischen John McCain und Barack Obama – und wir sehen was herauskäme

Wenn die Welt die Wahl hätte

Erstellt am Montag, 27. Oktober 2008
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung | 2 Kommentare »

Castor 2008: Wir Grünen stellen uns quer!

Nicht mehr frisch, aber lesenswert, ist zum Thema Atomkraft der Aufruf “Grüne stellen sich quer” bei Julia Seeliger:

http://julia-seeliger.de/castor2008/wp-content/themes/emptiness/header.jpg

Wir kämpfen dafür, dass die Schrauben des Atomausstiegs angezogen werden und widersetzen uns jedem Versuch, sie zu lockern. Dafür werden wir in den kommenden Wahlkämpfen streiten. Das wird jedoch nicht genügen – wir brauchen eine Renaissance der Anti-Atombewegung auf der Straße. Auch wir tragen hierzu bei: Wir unterstützen den gemeinsamen Aufruf von Bundesverband und Landesverband Niedersachsen zur Teilnahme an kraftvollen und gewaltfreien Demonstrationen vom 8. bis 10. November im Wendland.

Auch praktisch werden wir uns an den Castor-Protesten rund um Gorleben beteiligen: Bei der Auftaktdemonstration am 8. November in Gorleben zeigen wir Gesicht für eine andere Energiepolitik. Darüber hinaus engagieren wir uns dafür, dass mit Unterstützung der Grünen möglichst viele AtomkraftgegnerInnen an der Demonstration teilnehmen können und dass dorthin Busse fahren. Am 9./10. November stellen wir uns selbst quer und beteiligen uns an der gewaltfreien Sitzblockade des Castor-Transports im Wendland. Hierzu werden wir uns den Aktionen von X-tausendmalquer anschließen und/oder weitere Aktivitäten planen.

Ich freue mich über diese Initiative – eine von vielen Grünen Aktivitäten im Umfeld der bundesweiten Gorleben-Demonstration. Noch im September bei der Herbstkonferenz der Anti-AKW-Bewegung in Braunschweig bin ich ziemlich allein darin gewesen, die Grüne Fahne hochzuhalten, Grüne Präsenz zu zeigen. Eine Frau aus der GrünenJugend war am ersten Tag als Gast dabei, die Vorsitzende der Grünen Braunschweig, die wie ich auch Gründungsmitglied der Braunschweiger Grünen ist, am letzten Tag, ich als Grüner Europakandidat die ganze Zeit, was wertvoll für die Vernetzung mit europaweiten AktivistInnen ist.

Auch ich habe mich dort deutlich lesbar verewigt:

Wolfgang G. Wettach, KV Tübingen, Grüner Europakandidat
Nicht nur in Deutschland, sondern europaweit gilt es, für die Stillegung der Atomanlagen und gegen den Neubau aktiv zu werden. Auch in Frankreich und UK werde ich das tun, mit europäischen Freunden.

Alle Grünen Mitglieder sind aufgefordert unter Hinweis auf ihren Kreisverband (und ggf. ihre Funktion in der Partei) diese Erklärung dass sie selbst aktiv werden, hier zu unterschreiben. Wer nur lesen will, wer schon alles von den Grünen unterschrieben hat, kann auch das tun: http://julia-seeliger.de/castor2008/wir-stellen-uns-quer/

Erstellt am Samstag, 25. Oktober 2008
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