Archiv für Juli, 2008

Bündnis für Bildung und Erziehung

Am Freitag den 11.07.2008 trafen sich in Stuttgart im Haus der Wirtschaft Vertreter der Freien und kirchlichen Träger, der Elternschaft vertreten durch drei Mitglieder des Landeselternrats LER, des Kultusministeriums vertreten durch Frau Häfner, Frau Engemann und Kultusminister Helmut Rau, sowie viele viele Erzieherinnen aus dem ganzen Land um über die Krise in den Kitas zu beraten. Petra Fritsch vom kath. Kindergarten St.Paulus hatte den Fachtag unter dem Motto ” Mehr in gute Rahmenbedingungen in Kindertageseinrichtungen investieren” organisiert, aus dem das KiTa-Bündnis Baden-Württemberg hervorging. Als Vorsitzender des Landeselternrates Baden-Württemberg hielt ich eine der ersten Ansprachen (Dank der A8, sozusagen):


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Viele Themen, so führte ich aus, sind in den letzten fünf Jahren dazugekommen zu den Anforderungen an Erzieherinnen und KiTa-LeiterInnen: Das Qualitätsmanagement, die Sprachstandserfassung mit SELDAK und SISMIK, das Diversity Management, der Orientierungsplan. Wir haben als Landeselternrat und als Gesamtelternbeiräte vieles davon begleitet. Um all das umsetzen zu könnn aber braucht es Verfügungszeit. Wir wollen sozial gestaffelte Gebühren, damit die Gebühren niemand davon abhalten, die eigenen Kinder in die Kindergärten zu bringen. Wenn wir erwarten, dass die Kindergärten die Vorbereitung auf die Schule dienen, Vorschulen werden, müssen sie selbst darauf besser vorbereitet werden.

Kultusminister Rau

Kultusminister Helmut Rau hatte gesagt: “Es führt kein Weg daran vorbei, die Eltern in die Bildungsanstrengungen einzubinden.” Meine Antwort, in Absprache mit Peer: Unsere Eltern sollen keine Institutionen bedienen müssen. Wir können nicht die Lückenbüsser für einen mangelhaften Stellenschlüssel und fehlende Springkräfte sein, wie das in der Fläche immer wieder vorkommt.

Wir brauchen gute, bedarfsgerechte Plätze. Dafür sind wir im Gespräch mit den Trägern, ob staatlich, kirchlich oder frei. Wir wollen dafür auch die Betriebe, die Unternehmen in die Pflicht nehmen, mit der Belegung von Plätzen dauerhafte Sicherheit zu schaffen. Wir wollen eine Verzahnung von Kindergarten und Grundschule, die deutlich verbessert wird, damit ein Schulanfang auf neuen Wegen gerne auch in die Bildungshäuser 3-10 führen kann, die ich für den LER begleite. Als landesweite Vertretung der GEBs für Kinderbetreuungseinrichtungen sind wir auch für Schülerhorte und schulische Kinderbetreuung durch Erzieherinnen zuständig – und ich wünsche mir ähnlich fliessende Übergänge auch zwischen Grundschule und weiterführenden Schulen. Was wir nicht wollen: amerikanische Verhältnisse, bei denen private Kindergärten die Zuleitung für private Schulen werden.

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Bei der Podiumsdiskussion: Von links nach rechts: Frau Hild vom KBA, Wolfgang G. Wettach vom Landeselternrat LER, der Vertreter der Freien Träger in Baden-Württemberg, der Moderator des Tages vom Bundesverband der Freien Träger, der Kultusminister Helmut Rau, eine Erzieherin und die Initiatorin des KiTa-Bündnisses, Petra Fritsch.

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Erstellt am Sonntag, 20. Juli 2008
Kategorie: Deutsch | 1 Kommentar »

Antike Globalisierung im Imperium Romanum?

“Das Imperium Romanum: Ein antikes Modell einer globalisierten Wirtschafts- und Werteordnung?” So lautete der Titel der abschliessenden Vorlesung von Prof. Dr. Frank Kolb in der Reihe “Globalisierung – ökonomische und kulturelle Herausforderungen” der von mir sehr geschätzten “Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft” ASM e.V.. Gehalten am Montag 14. Juli, aber erst jetzt hier besprochen.

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Die Aktualität des antiken Themas zeigte die soeben von Nicolas Sarkozy begonnene Mittelmeerunion, die aus dem Mittelmeer einmal mehr das “Mare Nostrum” machen solle. Wer ist Professor Kolb, ausser der Althistoriker, der mitdem Troja-Archäologen Professor Manfred Korfmann über Troja als Stadt der Antike prominent gestritten hat? Stationen einer Wissenschaftlerlaufbahn: Nach Studium in Bonn und Forschungsaufenthalt in Princeton hatte er eine Assistenzprofessur an der Freien Universität Berlin und dann eine ordentliche Professur an der Universität Kiel bevor er schliesslich 1986 nach Tübingen kam, wo er seither den Lehrstuhl für Alte Geschichte innehat. Gastprofessuren hatte er an den Universitäten Macerata, Perugia, Aix-en-Provence und Kopenhagen, sowie am Institute for Advanced Study, Princeton inne.

Inhaltlich begann er mit dem Wort Globalisierung: Beim Wort des Jahres 1996 belegte ‘Globalisierung‘ Platz 4, im Duden findet es sich erst seit dem Jahr 2000. War die Forcierung dieses Begriffes und der Idee nicht einfach ein Marketing der selbststilierten ‘Global Player‘, die einen rechtfertigenden Rahmen für ihr Handeln wollten? Nun könnte man darüber trefflich streiten was denn ein Global Player sei. “Nicht die Türkei” rufen die Gegner einer Türkei-Mitgliedschaft, “aber Indien, nicht nur militärisch“, rufen andere. Gemeint hier sind aber tatsächlich die Weltkonzerne.

Fasst man den Begriff der Globalisierung weit, so lassen sich von der historischen Wissenschaft mehrere Phasen einer historischen Globalisierung unterscheiden: Die präglobale oder archaische Globalisierung, vom Altertum bis etwa 1500 n. Chr., die Protoglobalisierung der kolonialen Epoche 1600 bis 1800 n.Chr., dann die erste Stufe der eigentlichen Globalisierung von 1800 bis etwa 1914 oder 1950 unserer Zeitrechnung und schliesslich die moderne Globalisierung seit 1950, nach manchen auch erst seit 1980. Unterscheiden sollte man nach Kolb zwischen Globalisierung als Prozess einerseits, und Globalität als Ergebnis eines solchen Prozesses andererseits.

Ist die Globalisierung allumfassend? Wie bei den alten Römern, wo ein kleines Dorf eifrig Widerstand leistete und den bekannten Spruch prägte: “Die spinnen, die Römer“, so gibt es auch heute noch Weiterlesen »

Erstellt am Samstag, 19. Juli 2008
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung | 1 Kommentar »

3. Deutscher Antidiskriminierungstag in Bonn

Am 18.07.2008 findet der 3. Deutsche Antidiskriminierungstag in Bonn statt.
Herr Vladimir Špidla, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit, ehemaliger Premierminister der Tschechischen Republik, wird die Perspektiven der Europäischen Antidiskriminierungspolitik erläutern.

Vladimír ŠpidlaDer Antidiskriminierungstag kehrt 2008 nach einer Sonderveranstaltung im Bundestag in Berlin zurück nach Bonn. Wir freuen uns ganz besonders, daß einer der engagiertesten Kämpfer für ein diskriminierungsfreies Europa, Vladimir Špidla, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit, ehemaliger Premierminister der Tschechischen Republik, uns die Perspektiven der Europäischen Antidiskriminierungspolitik erläutern wird.

Von besonderer Bedeutung für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Antidiskriminierungsrechts ist die Einrichtung der ersten ständigen Forschungsstelle dazu in Deutschland. Die Fachhochschule Nordhessen hat mit der Errichtung der Forschungsstelle für Arbeits- und Antidiskriminierungsrecht den Rahmen gegeben für eine kontinuierliche interdisziplinäre wissenschaftliche Arbeit an diesem großen neuen Arbeitsgebiet.

Ich selbst halte… Weiterlesen »

Erstellt am Freitag, 18. Juli 2008
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung, Termine | 1 Kommentar »

Mitreden über Europa: Karlsruhe

Image Hosted by ImageShack.usDas Bürgerforum “Mitreden über Europa” findet seit 1996 immer mal wieder in ausgewählten Städten statt, um den Europadialog vor Ort zu stärken und Vertreter des Europäischen Parlaments, der Europäischen Komission und Europaexperten als Dialogpartner der Bürger anzubieten sowie regionale Europa-Initiativen in den Rahmen der Veranstaltungen einzubinden, damit auch diese ihren Teil dazu beitragen können, Europa den Bürgern näher zu bringen. Im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten nehme ich an diesen Veranstaltungen teil – so auch diesen Donnerstag 10. Juli 2008 im Karlsruher Schloss.
Auf dem Podium von links nach rechts (mehr oder weniger) zu sehen: Daniel Caspary, MdEP bei der EVP für die CDU aus Baden, Heide Rühle, MdEP von Greens/EFA aus Esslingen für Bündnis 90/Die Grünen aus Baden-Württemberg, Prof. Norbert Höpter, Europabeauftragter des Wirtschaftsministeriums BaWü, leitet das Steinbeis-Europa-Zentrum mit Büros in Karlsruhe und Stuttgart, dann (weitgehend verdeckt) Klaus Gaßner, Leiter der Gesamtredaktion der Regionalzeitung Badische Neueste Nachrichten BNN und Moderator des Abends, Evelyne Gebhardt, MdEP der SPD und dort zB in den Ausschüssen für die Beziehungen zu China und Korea. Rechts aussen sitzt Henning Arp, Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Komission für Bayern und Baden-Württemberg mit Sitz in München.

Es wurde mitgeredet über Europa

Diskutiert wurde über vieles und es zeigte sich vor allem ein grosses Mitteilungsbedürfnis vieler Bürger, deren Fragen und Beiträge dann oft mit den Worten begannen: “Ich habe jetzt eine Dreiviertelstunde gewartet…” Ein Bürger drückte den Ärger über die erlebte Bürgerferne der EU dann auch so aus: “Ich habe von Europa geträumt, aber nicht von diesem Europa, das seine Bürger nicht fragt.” Ein Themenkomplex war die militärische Dimension der EU, konkret gefragt wurden etwa die Abgeordneten ob sie für oder gegen eine auch militärische Nutzung des Satelliten-Navigationsprojekts “Gallileo” gestimmt haben. Wenig überraschend: Daniel Caspary war klar dafür, die anderen dagegen. Heide Rühle wies jedoch darauf hin dass ihre Fraktion in dieser Frage gespalten war, sie sich aber dem ‘Nein’ einiger Fraktionskollegen angeschlossen habe. Sie erklärte: “Europa muss auch in militärischen Fragen von den USA unabhängig werden, um entscheiden zu können, wo und mit welchen Mitteln, welchen Waffen, geschlichtet wird – es kann ja nur um das Schlichten gehen.” Zu Themen wie etwa dem Raketenschild mit der Aufstellung amerikanischer Basen und der Sorge zu möglichen Reaktionen aus Russland dazu erklärte Caspary: “Ich bedauere das, diese Entscheidung, aber ich finde es richtig dass Tschechien ein souveräner Staat ist, ebenso wie die USA, die beide eigenständig handeln können.

Evelyne Gebhardt fasste die Stimmung zusammen: “Was ich höre ist, dass sie alle ein mehr an Europa wollen, aber ein Europa, das bürgernäher ist. Das ist wichtig – und auch, dass mehr Soziales hinein kommt. Es stellt sich die Alternative: Will ich eine Freihandelszone, dann kann ich bei Nizza bleiben. Oder will ich ein Europa, das immer enger zusammen wächst. Dann können wir auch bei Lissabon nicht stehen bleiben. ” Heide Rühle antwortete in ihrem Abschlusstatement auf Kritik des Publikums an “Europa”: “Ich glaube nicht, dass wir viel zu abgehoben sind und nicht wissen, wo der Schuh drückt. (…) Aber wie gesagt, die Lösungen sind nicht so einfach, deshalb werden die Auseinandersetzungen jetzt heftiger werden.” Daniel Casparys Schlussstatement: “Für die Generation meiner Großeltern war Europa ein Traum. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit. Ich will keinen Traum, sondern einfach praktisch Politik gestalten.

Europa: Von Guernsey über Le Havre bis ans Kaspische Meer, mit der Türkei und ihren Kurden… Weiterlesen »

Erstellt am Donnerstag, 17. Juli 2008
Kategorie: Deutsch | Kommentieren »

Zuviele Termine… um drüber zu bloggen

Bildvoransicht Gründung des KITA-Bündnisses Baden-Württemberg am letzten Freitag, dann das Wochenende auf der Aschenhütte in Bad Herrenalb mit dem Thema Lebens-Raum Wasser am Samstag und meinem Kurzvortrag über Tourismus-Marketing im Schwarzwald am Sonntag, Montag Antike Globalisierung zum Abschluss der Reihe über kulturelle und ökonomische Herausforderungen der Globalisierung der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft ASM, am gestrigen Dienstag Grüner Stammtisch mit Chris Kühns Bericht aus dem Landesvorstand und Diskussionen erst zu Grundeinkommen, dann zu Europa (und -wahl), jetzt Vorbereitung einer Reihe zu Gewaltprävention an Tübinger Schulen während der Woche “Tübingen – Stadt des Friedens” im nächsten Mai, was ich als Leiter des Runden Tisches Gewaltprävention begleite, danach der letzte Arabisch-Amerikanische Dialog vor der Sommerpause… und die nächsten Tage jeden Tag zwei Termine… (ach schaut selbst). Das ist gut so und mir keineswegs zuviel solange es sich zeitlich vereinbaren lässt. Aber es lässt (zu)wenig Zeit um darüber dieser Tage auch noch zu bloggen. Weiterlesen »

Erstellt am Mittwoch, 16. Juli 2008
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung, Termine | Kommentieren »