Archiv für Juni, 2008

Asse II – Gabriel wacht auf.

wahlplakat_atomkraft Bild CC: Herrtobe/FlickR

Welch eine Überraschung: Im atomaren Versuchszwischenlager Asse II bei Wolfenbüttel in Niedersachsen ist radioaktive Verseuchung der zwischen Fässern herumschwappenden Salzlake gemessen worden. Erst letztes Jahr war beschlossen worden, das marode Lager statt wie geplant 2013 erst 2017 zu schliessen.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat auf einer Bürgerveranstaltung in Semmenstedt vom Land Niedersachsen Auskunft über die Zustände im Atommüll-Versuchsendlager Asse II bei Wolfenbüttel verlangt. Kürzlich war bekannt geworden, dass seit Jahren radioaktive Lauge in das Lager fließt und von den Betreibern in tiefere Teile des ehemaligen Salzbergwerks gepumpt wurde. (Quelle)

http://www.tagesschau.de/inland/asse12.html

Wer wie ich einst in der Stadt “zwischen Asse und Schacht Konrad” gelebt hat (Eigenwerbung: “zwischen Harz und Heide“) – in Braunschweig – der wusste bereits bei Gründung der Grünen dass Salzlauge eingedrungen ist, dass Fässer kaputt gegangen sind – und dass Schächte versiegelt worden waren weil sie unkontrollierbar waren nach Eindringen der Salzlake, die schon damals die Fässer angegriffen hat. 1979/82. Wo war Herr Gabriel damals? Wo vor allem war er zwischen damals und heute?

Fakt ist: Es gibt keine sichere Endlagerung – und die Asse II ist teilweise Endlager geworden, durch die Probleme, ohne je als solches genehmigt worden zu sein.

Fakt ist auch: Das könnte man wissen – gerade als Umweltminister.

Dritter Fakt: Die CDU möchte Atomkraft zum Wahlkampfthema machen, berichtet die taz. Das sollten wir auch tun – dringend!

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Erstellt am Dienstag, 24. Juni 2008
Kategorie: Deutsch | 3 Kommentare »

Migration – Das ungeliebte Kind der Globalisierung

Professor Kohler - Image Hosted by ImageShack.usFür die Vereinigten Staaten sind es vor allem die Jobs die wandern – und in den letzten Jahrzehnten sind die Jobs in der Produktion zu grossen Teilen ausgewandert. “Can you beat the China price?“, kannst du den Preis schlagen den Produktion in China kosten würde, war die Schlüsselfrage – und wer sie nicht zufriedenstellend beantworten konnte musste, angefangen von der US-Textilindustrie, gefolgt von Stahl und immer weiteren Produktionsbereichen, eben aufgeben. Der explodierende Ölpreis und der schwache Dollar machen grosse transozeanische Schiffstransporte aber immer unattraktiver, so dass “Business Week” sich gerade mit der Titelfrage beschäftigt: “Can the US bring back China jobs?“. Die Antwort ist übrigens: Nur teilweise, denn heute fehlt für viele Produktionsbereiche in den USA die Infrastruktur, die Zulieferbetriebe.Motigo Webstats - Free web site statistics Personal homepage website counter

Für uns kommt vor der Globalisierung oft erst die Europäisierung: Teure Jobs wandern ab in billigere Länder auch innerhalb Europas, wie gute Teile der IT-Services nach Irland, wie jüngst Nokia nach Rumänien. Gleichzeitig kommen ArbeiterInnen aus anderen europäischen Ländern, die bereit sind für weniger zu arbeiten als die Einheimischen bisher, weil es mehr ist als sie zuhause bekommen würden oder zuhause bekommen haben. Mit den ‘Fremden’ kommt aber auch die Fremdenangst, die auch aber nicht nur eine Konkurrenz- und Existenzangst ist, so dass es immer wieder Abschottungswünsche gibt, denen die Politik zum Teil nachkommt. Das ist auch in den USA so, besonders an der Südgrenze zu Mexiko, wo die Abschottungswünsche ihren sichtbarsten Ausdruck in dem “Grenzzaun” gefunden haben, der zum grossen Teil bereits eine Mauer ist. An der Grenze zwischen Mexiko und den USA starben beim Versuch, die Grenze zu überwinden, in den letzten Jahren 464 Menschen – mehr als an der Berliner Mauer.

Professor Wilhelm Kohler (oben links im Bild), Leiter des Lehrstuhls für Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Tübingen, begann mit dieser Zahl seinen Vortrag über “Migration – das ungeliebte Kind der Globalisierung” im Rahmen der Reihe “Globalisierung – ökonomische und kulturelle Herausforderungen“, die die Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft ASM e.V. gemeinsam mit dem Studium Generale der Universität Tübingen veranstaltet. “Hohe politisch induzierte Barrieren” nannte Kohler das, was bei der Migration verhindert, was bei anderen Aspekten der Wirtschaft selbstverständlich ist:

Restrict trade and cries of protectionism resound.
Suggest linking labor standards to trade and it’s protectionism in disguise.
Limit capital flows and the International Monetary Fund is on your back.
But restrict people? That’s just an accepted exercise of national sovereignty!”
… [ R. Freeman (2006) ]

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Erstellt am Montag, 23. Juni 2008
Kategorie: Deutsch | Kommentieren »

Gesuchtes Blog

statistics often lie. CC: mac steve/FlickRImmer mal wieder schaue ich, woher meine LeserInnen so kommen (und nehme Landtage, Bundestag und Europaparlament ebenso interessiert zur Kenntnis wie Washington DC oder Burghaslach, Firmennetzwerke wie die HSBC Bank in der City of London oder Standardprovider wie die Telekom in Itzehoe). Was mich aber interessiert ist: Wonach oder nach wem suchen die Menschen, die über Suchmaschinen auf mein Kampagnen-Blog kommen?

Nach Franziska Brantner, zum Beispiel, mehr als nach Boris Palmer oder Tarek Al Wazir, mehr als nach Cem Özdemir oder Volker Ratzmann, um die beiden Kandidaten für den Bundesvorsitzenden der Grünen zu nennen. Gesucht wird nach den EU Mitgliedsländern 2008, nach Lissabon und dem Fingerabdruck, und die klassische Frage der

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Europäischen Union: Soll man die EU “erweitern oder vertiefen”?

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Erstellt am Sonntag, 22. Juni 2008
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung | 2 Kommentare »

Türkei und Russland

Zwei Länder, die beide im Westen den Zweifel wecken ob sie denn überhaupt zu Europa gehören würden. Nach dem unerwarteten Sieg der Türkei gestern und dem unerwarteten Sieg Russlands heute besteht zumindest die Gewissheit, dass sie beide im Halbfinale der Europameisterschaft sind und mindestens einer von ihnen rechnerisch auf mindestens dem 3.Platz dieser EM, der EURO2008, landen wird. Noch immer, aber gerade als Inklusionist, würde ich mich freuen, wenn diese beiden das Finale unter sich austragen würden – und damit in der Mitte Europas, oder wenigstens der Mitte der Wahrnehmung auch ganz einfacher EuropäerInnen, ankommen würden. Motigo Webstats - Free web site statistics Personal homepage website counter

Erstellt am Samstag, 21. Juni 2008
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung | 2 Kommentare »

Europameister im Improvisieren

Fans near Hauptwache. Bild CC: Travel Aficionado/FlickR

Den Titel haben nicht die von Jürgen Habermas in der Süddeutschen gelobten Iren, sondern die Elf von Fatih Terim heute Abend im ARD-Kommentar schonmal bekommen. Ob sie weitere Titel bekommen, wie Michael Scharfschwerdt angeregt hatte? War das ein Krimi zum Abschluss… Vorher hatte ich ohnehin keine Zeit: Ich habe heute Abend den Dolmetscher gespielt für ausgestiegene US-Soldaten, die von Irak, Guantano und Afghanistan erzählen wollten. Zu den Veranstaltern gehörten die Tübinger Progressive Americans. Zeugenaussagen des ehemaligen US-Marineinfanteristen James Gilligan gegen den Krieg, gibt es mit deutschen Untertiteln hier. (Der Verlauf war anders als geplant aber nicht weniger wichtig.) Zu dem Anlass kam ich mal wieder ins Schlatterhaus, wo ich mich nicht nur zuhause fühle sondern auch lange zuhause war.

Danach bin ich, mit Henning Zierock von der Gesellschaft Kultur des Friedens (die gerade Jubiläum hatte) und der Tübinger MdB Heike Hänsel, weitergegangen zum 4.Jubiläum des Arabisch-Amerikanischen Dialogs im Deutsch-Amerikanischen Institut DAI – und danach zum Abschluss des Türkei-Spiels zum Halb-Public Viewing auf Grossleinwand ins ‘LittleItaly’, wo ich ab Minute 115 alles mitbekam – und also nichts verpasst habe. Mit allen anderen habe ich mich sehr, erst über das Tor von Semih Şentürk dann über das Endergebnis gefreut – und als es an den Jubelkorso ging, mich ganz umweltbewusst auf das Fahrrad geschwungen und die Klingel betätigt. :-) Und zuhause? Der Freixenet war schon geöffnet und kaltgestellt, ich musste mir nur noch einschenken. :-) Motigo Webstats - Free web site statistics Personal homepage website counter

Erstellt am Freitag, 20. Juni 2008
Kategorie: Deutsch | 3 Kommentare »