Archiv für Juni, 2008

Basisarbeit und Diskussionen

Free Image Hosting at www.ImageShack.usGestern also 6 Stunden Diskussionen zur Zukunft des Kosovo (wobei mich der Kontakt zur Paneuropa-Union ähnlich freut wie zum kosovarischen Regierungsberater Herrn Hamiti, beides wird gepflegt werden) , mit MdEP Posselt und MdB Arnold, mit General und Polizist, mit Herrn und Frau Wetter, heute erst drei Stunden Podiumsdiskussion zum Kurswechsel in Afghanistan (wie der Friedenspolitische Kongress gut organisiert von Grete Misselwitz, weshalb ich einfach mal mein Bild von dort recyclen werde) , wobei die Bundestagsfraktion unter Fritz Kuhn den Dialog mit der Basis suchte, Alex Bonde als Moderator des Abends, Biggi Bender im Publikum während “Vätergrün” Jörg Rupp (Karlsruhe) als Kritiker der Militärstrategie auf dem Podium war. Was fehlt zwischen beiden Terminen? Die Basisarbeit, die ich darüber nicht vergessen darf. Ganz simple Dinge wie die Kassenprüfung des Grünen Kreisverbands Tübingen, für die ich mich auch habe wählen lassen. Muss auch sein. (Mehr dann morgen) Und was fehlt nach den Terminen der letzten Tage? Die Stimme. Und der Dank an Ingo, Chris, Chris und Agnes. Ihr wisst schon. Motigo Webstats - Free web site statistics Personal homepage website counter

Erstellt am Montag, 30. Juni 2008
Kategorie: Deutsch, Kurzmeldung | 1 Kommentar »

Die Europameisterschaft ist vorbei…

Después de algunos años sin ver fútbol en TV...

Die Deutsche Mannschaft hat es, anders als die Türkische und die Russische, ins Finale geschafft und hatte danach das klare Ziel, gegen den Endgegner Spanien nun auch Europameister zu werden. Das Spiel ist vorbei, die EM, die EURO2008 in Österreich und der Schweiz auch. Ein Glückwunsch an den Europameister Spanien. Und ich kann dem Spanier der jetzt zum Dank den Jakobsweg pilgern will auch dazu nur gratulieren – das ist ein grossartiger, europäischer Weg, den ich auch gehe.

Football?! Fussball allerorten Bild: CC psd/FlickR

Etwas Lokal- patriotismus sei mir als Bildungsbürger Braunschweiger Herkunft (meine schulische Bildung jedenfalls ist Braunschweiger Herkunft) noch gestattet, nämlich als Verweis auf die Herkunft des Fussballs in Deutschland: Herr Koch, ein Lehrer für Latein und Griechisch am Braunschweiger Gymnasium MK, ist es gewesen der dermaleinst das Fussballspiel in Deutschland einführte, damit die körperliche Ertüchtigung der jungen Menschen nichtvernachlässigt sondern im spielerischen Wettkampf gefördert werde. (Zu anderen positiven Aspekten siehe hier)

Football fans 1. Bild: CC: celesteh/FlickR

Deutschland ist heute Europameister im Export, Weltmeister wenn man den Export in andere EU-Länder mitrechnet (wie das meist getan wird). In anderen Bereichen aber hinkt Deutschland im europäischen Vergleich hinterher:

* Zum Beispiel bei Frauen in Führungspositionen. Deutschland ist weltweit Schlusslicht bei Frauen in Führungspositionen, noch hinter Saudi-Arabien. Weniger als 10 Prozent der 80.000 Führungspositionen in deutschen Unternehmen sind mit Frauen besetzt. In den hundert größten Unternehmen ist nur eine Frau in führender Position, in den DAX 30 Unternehmen findet sich in den obersten Gremien keine einzige weibliche Führungskraft. (Quelle: Autorenpapier Grüne Marktwirtschaft)

* Zum Beispiel beim Mindestlohn. 20 EU-Länder haben ihn schon, mehrere andere haben Regelungen mit vergleichbarer Wirkung. Nur Deutschland …hat zwar eine Debatte, aber noch keinen flächendeckenden Mindestlohn. Wer das spielerisch angehen und/oder sich mal informieren möchte, kann das bei einem Online-Fussballspiel des Deutschen Gewerkschafts-Bundes DGB tun:Motigo Webstats - Free web site statistics Personal homepage website counter

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Erstellt am Sonntag, 29. Juni 2008
Kategorie: Deutsch | Kommentieren »

Atomwaffenfreies Deutschland?

Von und zu: www.atomwaffenfrei.de

Patrick Jedamzik hat dieser Tage das Thema behandelt, das auch in der aktuellen ZivilCourage, der Zeitschrift der DFG/VK, dominiert: Jetzt sollten wir das Zeitfenster für einen Atomwaffenabzug aus Deutschland nutzen, um ein atomwaffenfreies Deutschland zu erreichen. Beim Atomwaffenlager Büchel (zwischen Cochem/Mosel und Nürburgring) findet vom 23.08. bis 01.09.2008 ein grosses Aktionscamp statt – am 30. August 2008 eine Grosskundgebung am Haupttor in Büchel mit Nina Hagen.

In Büchel lagern noch 20 Atombomben, die in ihrer Wirkung mehreren Hundert Hiroshima-Bomben entsprechen. “Deutsche Soldaten üben den Atomwaffeneinsatz mit Tornado-Flugzeugen”, heisst es bei der Kampagne “unsere zukunft – atomwaffenfrei“. PatJe schreibt:

Mehr hierzu und den völkerrechtlichen Problemen habe ich vor etwas weniger als einem Jahr geschrieben.amerikanische Untersuchung Sicherheitsmängel an den europäischen Atomwaffenstandorten festgestellt hat. Politiker aller Oppositionsparteien fordern deshalb jetzt den Abzug dieser Waffen aus Deutschland und auch in der SPD gibt es kritische Stimmen. Alleine die CDU hält die atomare Teilhabe für notwendig. ()

Es folgt die AktionsEmpfehlung: “Jetzt darum nur kurz der Hinweis, dass bei campact nun eine entsprechende Appell-Aktion an die Bundeskanzlerin vorliegt mit der Bitte hier die Aufforderung nach einem Abzug der Waffen zu unterzeichnen.”

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Erstellt am Samstag, 28. Juni 2008
Kategorie: Deutsch | Kommentieren »

Wolfgang surft mit…

…so titelt Michael Scharfschwerdt in einem seiner Blogbeiträge zur Überwachung:

Screenshot Datenschutz ist BürgerrechtDie Grünen haben eine Kampagne über Datenschutz im Internet gestartet. Wer ganz autoamtisch rausfinden will, was er/sie für Spuren im Web hinterlässt, wie man anonym surft und was eigentlich Wolfgang Schäuble mit dem allen zu tun hat, der findet jede Menge Infos auf www.datenschutz-ist-buergerecht.de.

Also einfach mal reinklicken….

Natürlich lese ich mit – und Datenschutz und Bürgerrechte liegen mir auch am Herzen. Aber tatsächlich bin ich oft nicht der einzige der mitliest. Swechelon liest mit, zum Beispiel – das Überwachungsnetz aus Schweden, das während der EM, der EURO2008, nebenbei leise verabschiedet werden sollte, dann kurz zurückgezogen und leicht verändert doch beschlossen. Auch Nestlé list mit oder lässt mitlesen, wie auch die Schweizer Firma Securitas, jedenfalls beim globalisierungskritischen Netzwerk Attac, zu dessen bundesweiter EU-AG ich gehöre. Auch von den österreichischen Sicherheitsbehörden heisst es, sie würden “die Stasi-Gesetze” (genauer das Sicherheits-Polizei-Gesetz SPG) intensiv nutzen. Wie intensiv? Statistisch alle 45 Minuten wird von den Österreichern die Identität eines Internet-Nutzers ermittelt, also fast 4000 mal in den letzten vier Monaten. Unterdessen steigt die Telefonüberwachung zum Beispiel der Berliner Polizei um 100% .

betacam surveillance

Der Anhalter verweist auf die Grüne Seite, darüberhinaus auch auf eine neue vom AK Vorrat, zum Thema Schüler-ID in Bayern, gegen den geplanten “gläsernen Schüler”. In wenigen Tagen gibt es die Verhandlung zur Vorratsdatenspeicherung beim EuGH, da kann sich rascher etwas bewegten als manchen lieb ist – in diese oder jene Richtung. ELENA ist auch unterwegs um unsere Daten zusammenzuführen.

Unterdessen gibt es Leute, die versuchen, die positive Seite der Überwachung zu sehen. CrunchNow com etwa zeigt, frei von jeder ironischen Distanz, “sechs gute Anwendungen” von mehr Sicherheit durch Totalüberwachung mit Videokameras: Zum Beispiel in Kindertagesstätten wo man nach immer mehr Kleinkindern schauen müsse. Im Altenheim, soviel Privatsphäre soll sein, sollte man sich aber dezent auf die Flure und öffentlichen Räume beschränken. Die “Vorteile des Überwachungsstaats” sucht auch 100,6 MotorFM in 12 kurzen Audio-Folgen, die es als kostenlosen Podcast im iTunes Store gibt, über dessen Datenschützerische Aspekte man sich bitte auch keine Gedanken machen sollte.

Wer das alles nicht ganz so lustig findet,

Carluv ist zuzustimmen: Claudia Roth hat es, nachdem mein Vornamensvetter Wolfgang Schäuble jetzt auch noch ein zentrales Melderegister will, treffend formuliert:

„Innenminister Schäubles Sammeltrieb kennt keine Grenzen. Mit seinem Plan, ein zentrales Bundesmelderegister einzurichten, wird er zum Dagobert Duck des Datenzeitalters. Er will im Datenmeer schwimmen.” (Quelle und mehr)

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Erstellt am Freitag, 27. Juni 2008
Kategorie: Deutsch | 1 Kommentar »

Fi-na-le: Gönüllerin Sampiyonu

Zwei Fussballfans in TübingenDas türkische Sommermärchen, das so schön begonnen und zu unvernünftigen Hoffnungen bisweilen Anlass gegeben hatte, ist also vorrüber. Dafür ist die türkische Mannschaft von Fatih Terim “Gönüllerin Sampiyonu”, Sieger der Herzen, geworden und der deutsche Traum geht weiter – was keine Anspielung auf das Lahm-e und stellenweise schlafwandlerische Spiel der deutschen Mannschaft sein soll, bei dem man sich, so ein Komiker hinterher, fragte “ist das noch das Standbild oder schon wieder die deutsche Mannschaft?”

Hürriyet schlagzeilt: “Üzülmeyin. Biz kazandik” – “Seid nicht traurig: Wir haben gewonnen.” Und setzt hinzu: “Yari finalde Almanya’ya kaybettik ama dünyadan alkis aldik” – “Das Halbfinale gegen Deutschland haben wir verloren, aber den Beifall der Welt haben wir gewonnen.”

Ein herzliches “Tesekkürker cocuklar” – “Danke, Jungs” – von Radikal“.

Die Wirtschaftszeitung Referans: “Milli Takim’in direnci ve umudu Türkiye’nin marka olmasini saglar.” – “Der Einsatz und die Hoffnung des Nationalteams hat die Türkei zu einer Marke gemacht.” (Quelle)

Als Phänomen hat dieses Spiel grosse Teile der Bevölkerung erfasst. Ein deutschtürkischer Taxifahrer in Bonn erklärte mir, er wolle dass Deutschland gewinne. Meine Argumentation verstehe er, aber die Fans in der Türkei würden sie nicht verstehen – die verlören den Respekt vor Deutschland, wenn ihre C-Auswahl gegen unsere besten Spieler gewinnen würde. Andere Deutschtürken sahen die türkischen Fans ähnlich kritisch wie ich die deutschen: Zuviel Nationalismus sei nicht gut, befanden sie, auch nicht durch Fussball befördert.

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Ich war am Nachmittag zu einem Gespräch mit Professor Dr. Klaus-Michael Alenfelder, dem deutschen Vertreter des European Anti-Discrimination Council EAC, in Bonn um über mögliches gemeinsames Vorgehen gegen Diskriminierung und für AGG und die volle Umsetzung der EU-Richtlinien gegen Diskriminierung. Fälle gibt es mehr als genug: Wenn etwa bei Bewerbungen ein Mädchen nicht genommen wird weil ihr Name sich Yasmin statt Jasmin schreibt, wenn ein junger Mann, der als Deutschtürke sich von der Sonderschulempfehlung zum qualifizierten Realschulabschluss vorgearbeitet hat, bei der Aufnahmeprüfung für das Abendgymnasium als einer der fünf Testbesten abschneidet aber gesagt bekommt wegen Überfüllung sei für ihn leider kein Platz mehr – dann ist das Diskriminierung. Sie trifft Schwule und Lesben, sie trifft junge Mütter und ältere Männer, und eine junge deutschtürkische Mutter wie Sule Eisele-Gaffaroglu, deren Klage gegen den Arbeitgeber R+V Versicherung Alenfelder vertritt.

Auf der Heimreise im Intercity, im selben Ton in dem der nächste Bahnhof und eine bedauerliche Verspätung angesagt wurde, kam die Ansage: “Meine Damen und Herren, die Türkei hat soeben das 1:0 geschossen.” Kurz darauf dann: “Soeben kam der 1:1 Ausgleich durch Bastian Schweinsteiger.” Im ICE ab Mannheim gab es Public Viewing: eine deutschtürkische Reisegruppe, zum Sommerferienbeginn in Nordrhein-Westfalen unterwegs in den Süden, hatte einen grossen Laptop mit Internetempfang – und der ganze Grossraumwagen verfolgte darauf das Spiel. Ein kleinerer Laptop, eine kleinere Gruppe Zuschauer, im Zug von Stuttgart nach Tübingen, mit dem 2:1 / 2:2 bis zum 3:2 Abschluss bei Wendlingen. Ab da auf jedem Bahnhof “Fi-na-le” mit Hupkonzert, auch in Tübingen, wo das obige Bild entstand. Gemeinsam und friedlich wurde da gefeiert, überschwnglich aber unproblematisch – nicht wie in Dresden wo 30 deutschnationale Fans nacheinander drei Dönerbuden überfielen, demolierten und es zu Verletzten kam. Wie ist es mit Fussball und Gewalt?

Fußball für EntwicklungFussball wird auch für Gewaltprävention eingesetzt, für Völkerverständigung, Globales Lernen und das Training in FairPlay. KickFair ist einer der Namen die dafür stehen, Integration durch Sport und Streetfootballworld zwei andere. Wer sich dafür interessiert, dem empfehle ich den Aufsatz von Uli Jäger vom Institut für Friedenspädagogik Tübingen (IFT), auch Autor des nebenstehend abgebildten Buches “Fussball für Entwicklung“:

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Erstellt am Donnerstag, 26. Juni 2008
Kategorie: Deutsch | 1 Kommentar »