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Adam Ramsay: The Atrocities in Aleppo are taking place

“The Atrocities in Aleppo are taking place”:
Syria- two years of tragedy (8642756918)
“The Gulf War will not take place”, “the Gulf War is not taking place” and “the Gulf war did not take place” was a series of essays in Liberation and The Guardian by Jean Baudrillard in 1991. In them, he argued that the difference between the propagandised images of the first war in the era of rolling news, and the actual atrocities taking place in Iraq – with no real scrutiny of death rates, and heavy Pentagon influence over coverage – was so great that they could not be given the same name. If “The Gulf War” was the title given to the fictionalised simulation unfolding on TV; the simulacrum of a war; then we couldn’t also call the actual bombing, blood, death and horror in Iraq by the same name. The Gulf War is merely the title of a show whose screenplay was written in the bowels of the Pentagon building and read by ‘embedded’ CNN journalists to enthralled viewers. What really happened in the Gulf that year was fire, agony and anguish.

It seems to me that the terrifyingly cynical reaction from many to the ongoing atrocities in Aleppo is in part the result of two and a half decades of this media manipulation. People have become so cynical of anything which they believe approximates to the Pentagon line that they end up believing what is essentially the Kremlin line. They are so aware of the power of propaganda that they sneer at genuine footage of humans broadcasting their last, terrified words. As civilians are asphyxiated with poisoned gas, cynicised Westerners sniff the air and say “I smell bullshit”.

The age of cable news has given way to the age of social media; the age of rolling news to the age of scrolling news. There is propaganda, more than ever; from states and those who fight them, from corporations and their billionaire beneficiaries, from Washington and from Moscow. It comes in a different form from 1991, and it’s there more than ever.

We cannot, however, allow the knowledge of that to stop us from believing that atrocities are taking place. We cannot let critical questioning to lead to cynicism and cynicism to mean spirited smearing of those who suffer.

The atrocities in Aleppo are not a simulacrum. They are not a representation of a representation of brutality. They are real. And we can’t let the history of Pentagon propaganda poison us so much that we fail to see the truth when it unfolds, with all it’s powerful horror, in front of us.

Author: Adam Ramsay. Source on Facebook: https://www.facebook.com/adamramsay/posts/10101967125038061 Shared with permission.
Image credit: In Aleppo, Karm al Jabal. This neighborhood is next to Al Bab and has been under siege for 6 months, 4 March 2013. Credit: Basma via Wikimedia Commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Syria-_two_years_of_tragedy_(8642756918).jpg

Erstellt am Sonntag, 18. Dezember 2016
Kategorie: English, Frieden, Gastbeitrag, Gastbeiträge, Internationales, NichtDeutsch | Kommentieren »

Zuckerberg, Lobo und Antisemitismus

(Warum ich den folgenden Text von Sascha Lobo als Gastbeitrag poste? Weil er sich hinterfragt und ich das auch immer wieder machen muss, weil Antisemitismus neben Antiislamismus und Antiziganismus ein wiederkehrendes und wachsendes Problem in Europa ist – auch und gerade in Deutschland. WGW)

Zuckerberg und Antisemitismus

Folgenden Witz habe ich vor vielen Jahren im Radio gehört:

Ein Jude am Bahnhof einer deutschen Stadt fragt Passanten:

“Entschuldigung, sind Sie Antisemit?” – “Auf keinen Fall! Ich habe sogar jüdische Freunde!”

Dann den nächsten: “Bitte um Verzeihung, sind Sie zufällig Antisemit?” – “Nein, dafür habe ich gar keine Zeit.”

Schließlich den Dritten: “Entschuldigen Sie die Frage, sind Sie Antisemit?” – “Aber selbstverständlich!” – “Oh, ich verstehe. Könnten Sie kurz auf meinen Koffer aufpassen? Sie sind der einzige ehrliche Mann hier.”

Eigentlich ist das ein bitterer Witz, weil er auf die große Verbreitung antisemitischer Haltungen und Strömungen verweist, auch in Deutschland, auch im Jahr 2015. Die Sorge, dass Flüchtlinge aus arabischen Ländern einen Antisemitismus importieren, verblasst für mich vor dem heimischen Antisemitismus, der die deutsche Gesellschaft stärker durchzieht, als die meisten Deutschen es wahrhaben wollen. Weiterlesen »

Erstellt am Donnerstag, 10. Dezember 2015
Kategorie: Gastbeitrag, Gastbeiträge | Kommentieren »

Rache? Über vergeltungslose Gutmenschen

Bertha von Suttner über Rache. Text/Bild CC-BV Wolfgang G. Wettach
Konstantin Wecker hat,
auf Vorwürfe in Hassmails antwortend, über sich als weltfremder Gutmensch geschrieben. Ein sehr lesenswerter Text von einem Denker, Dichter und Liedermacher, mit dem ich über die Gesellschaft Kultur des Friedens schon gemeinsam gesprochen, gegessen und gesungen habe. Mit ihm werde ich gerne in einen Topf geworfen, was die Etiketten angeht.

Bertha von Suttner, als Friedensnobelpreisträgerin von 1905 ein Gutmensch schlechthin, schreibt:

“Rache und immer wieder Rache. Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecke mit Tinte und Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut, das soll immer wieder mit Blut ausgewaschen werden.”

Bertha von Suttner 1843-1914, ist Gründerin der Deutschen Friedensgesellschaft, heute DFG/VK, der ich ebenso lange angehöre wie der Grünen Partei, seit ich 16 bin nämlich. Weiterlesen »

Erstellt am Donnerstag, 19. November 2015
Kategorie: Frieden, Gastbeitrag, Gastbeiträge, Reden | Kommentieren »

Statt Berichterstattung: Europa bekommt eine neue Regierung

Gastbeitrag von Steffen Voß:
Jean-Claude Juncker
Kein Schwein ruft ihn an. Keine Sau interessiert sich für ihn: Jean-Claude Juncker | Foto: European People’s PartyCC BY 2.0

Europa bekommt eine neue Regie­rung und kei­ner bekommt es mit, weil kaum ein Medium berich­tet. Mir wäre das gar nicht auf­ge­fal­len. Ich folge bei Twit­ter dem Euro­päi­schen Par­la­ment und eini­gen Abge­ord­ne­ten. Da gibt es seit Beginn der Anhö­run­gen kein ande­res Thema mehr. Aber der Jour­na­list Falk Stei­ner wies dar­auf in sei­nem Blog hin: Kei­nes der klas­si­schen Medien berich­tet dem Ereig­nis angemessen.

Wäh­rend der Twitter-Account des Euro­päi­sche Par­la­ments jeden Tag pünkt­lich auf den Start der jewei­li­gen Anhö­run­gen hin­weist, die Abge­ord­ne­ten aus den Sit­zun­gen twit­tern und hin­ter­her Pres­se­mit­tei­lun­gen mit ihren Ein­schät­zun­gen ver­lin­ken, berich­ten nicht ein­mal die bun­des­wei­ten Medien. Bei shz.de oder kn-online gäb es gar nichts, gäbe es nicht den „lus­ti­gen“ Herrn Son­ne­born — man könnte ihm fast danken.

Also: Nach der Euro­pa­wahl am 25. Mai 2014 hat sich erst das Euro­päi­sche Par­la­ment zusam­men­ge­fun­den. Die haben sich in Frak­tio­nen zusam­men­ge­tan, die Aus­schüsse besetzt und so wei­ter. Im Juli hat das Par­la­ment dann Jean-Claude Juncker zum Prä­si­den­ten der Euro­päi­schen Kom­mis­sion gewählt. Das war schon ein wenig hin und her, denn obwohl die Kon­ser­va­ti­ven Mit­glieds­par­teien der Euro­päi­schen Volks­par­tei mit Jean-Claude Juncker als Spit­zen­kan­di­da­ten ange­tre­ten sind, woll­ten sie ihn nach der gewon­ne­nen Wahl dann doch nicht mehr als Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten vor­schla­gen. Am Ende hat sich aber das Par­la­ment durch­ge­setzt. Die natio­na­len Regie­rungs­chefs haben Herrn Juncker vor­ge­schla­gen und das Par­la­ment hat ihn gewählt.

Die Kom­mis­sion ist in etwa mit der Lan­des­re­gie­rung ver­gleich­bar. Aller­dings kann sich der Kom­mis­si­ons­prä­si­dent seine Kom­mis­sare — also seine Minis­ter — nicht selbst aus­su­chen. Alle Mit­glieds­län­der schi­cken eine Per­son als Kom­mis­sar oder Kom­mis­sa­rin und der Prä­si­dent kann dann zuse­hen, wie dar­aus eine ver­nünf­tige Res­sort­ver­tei­lung wird.

Da die Kom­mis­sa­rin­nen und Kom­mis­sare eben­falls vom Par­la­ment gewählt wer­den müs­sen (anders als im Land­tag), wer­den die vor­her befragt. Und diese Befra­gung läuft gerade. Falk Stei­ner erklärt den Ablauf:

„Fünf Minu­ten Ein­gangs­state­ment, dann eine Minute für die Frage des Par­la­men­ta­ri­ers, zwei Minu­ten für die Ant­wort des Kan­di­da­ten, keine Pause bis zum Schluss. Dann letzte Worte des Kan­di­da­ten, vier bis fünf Minu­ten Abschluss­state­ment, das wars.“

Das Ganze dau­ert pro Kan­di­da­tin drei Stun­den und ist alles andere als eine Show. Bereits bevor das Euro­päi­sche Par­la­ment 2009 durch den Ver­trag von Lis­sa­bon wesent­lich mehr Rechte bekam, hat es 2004 den ita­lie­ni­schen Vor­schlag für einen Jus­tiz­kom­mis­sar abge­lehnt.

Das Euro­päi­sche Par­la­ment hat auf sei­ner Home­page eine gute Über­sicht aller Kan­di­da­ten samt ihren Lebens­läu­fen und den Ter­mi­nen ihrer Anhö­run­gen. Da sind einige umstrit­tene Per­so­nen dabei:

Der Brite Jona­than Hill zum Bei­spiel soll für die Regu­lie­rung der Finanz­märkte zustän­dig sein. Er war zuvor Finanzmarkt-Lobbyist — Die Über­wa­chung der Banker-Gehälter hat ihm Juncker des­we­gen auch schon ent­zo­gen.

Der  unga­ri­sche Vor­schlag, Tibor Nav­rac­sics, kommt aus der natio­nal­kon­ser­va­ti­ven Fidesz-Partei, die dort mas­siv Demo­kra­tie, Men­schen­rechte und Rechts­staat­lich­keit abbaut soll sich um Bil­dung, Kul­tur, Jugend und Bür­ger­schaft kümmern.

Dar­über, dass Gün­ther Oet­tin­ger Deutsch­land reprä­sen­tie­ren soll und vom Ener­gie– ins digi­tale Res­sort wech­selt, haben viel­leicht zumin­dest die Leser von netzpolitik.org erfahren.

Noch ein­mal deut­lich: Es ist nicht die Euro­päi­sche Union, die sich diese Leute holt. Es sind die gewähl­ten Regie­run­gen der Mit­glieds­staa­ten, die diese Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter schicken.

Die Frak­tio­nen — bzw. die deut­schen Abge­ord­ne­ten­grup­pen der Frak­tio­nen kom­men­tie­ren die Anhö­run­gen laufend:

Wer da regel­mä­ßig bei der Par­tei sei­nes Ver­trau­ens schaut, kann die feh­lende Bericht­er­stat­tung ver­mut­lich ganz gut erset­zen. Wir bekom­men eine neue Regie­rung in Europa. Das sollte man sich anschauen. Weiterlesen »

Erstellt am Freitag, 3. Oktober 2014
Kategorie: Europa, Gastbeitrag, Gastbeiträge | Kommentieren »

Gastbeitrag: Patrick Harvie, MSP for the Scottish Green Partie, convincing in #indiref TV-debate for the Green YES

Green Yes, the Scottish Green Party’s campaign for a Yes vote in the independence referendum, is hailing the vision laid out by Green MSP Patrick Harvie during tonight’s high profile debate on STV and ITV Border.
As the polls narrow, and as momentum for Yes grows, Mr Harvie used the national television platform to say: “Scotland is ready now. Let’s vote Yes.”
Reaction on social media was overwhelmingly positive, with a surge of praise during Patrick’s closing remarks on behalf of Yes.
Mr Harvie, the Co-convener of the Scottish Greens, spoke of the opportunity for Scotland to become one of the world’s leading mediators, promoting peace and international cooperation.
He also highlighted the threat to Scotland’s future in Europe from a Conservative/UKIP agenda, compared to having our own seat at the European table to enable Scotland’s priorities to finally be heard.
Green MSP Alison Johnstone said:
“This debate showed there’s a range of voices on both sides, and without a doubt Patrick presented a hugely compelling vision of a better Scotland, a vision that just simply isn’t forthcoming from the No side. As we enter the final fortnight of campaigning Greens will continue to persuade voters who’re unsure of independence to see the amazing opportunity they have to truly shape the direction of our country.”

Erstellt am Mittwoch, 3. September 2014
Kategorie: English, Europa, Gastbeitrag, Gastbeiträge, NichtDeutsch, Partei | Kommentieren »