Zuckerberg, Lobo und Antisemitismus

(Warum ich den folgenden Text von Sascha Lobo als Gastbeitrag poste? Weil er sich hinterfragt und ich das auch immer wieder machen muss, weil Antisemitismus neben Antiislamismus und Antiziganismus ein wiederkehrendes und wachsendes Problem in Europa ist – auch und gerade in Deutschland. WGW)

Zuckerberg und Antisemitismus

Folgenden Witz habe ich vor vielen Jahren im Radio gehört:

Ein Jude am Bahnhof einer deutschen Stadt fragt Passanten:

“Entschuldigung, sind Sie Antisemit?” – “Auf keinen Fall! Ich habe sogar jüdische Freunde!”

Dann den nächsten: “Bitte um Verzeihung, sind Sie zufällig Antisemit?” – “Nein, dafür habe ich gar keine Zeit.”

Schließlich den Dritten: “Entschuldigen Sie die Frage, sind Sie Antisemit?” – “Aber selbstverständlich!” – “Oh, ich verstehe. Könnten Sie kurz auf meinen Koffer aufpassen? Sie sind der einzige ehrliche Mann hier.”

Eigentlich ist das ein bitterer Witz, weil er auf die große Verbreitung antisemitischer Haltungen und Strömungen verweist, auch in Deutschland, auch im Jahr 2015. Die Sorge, dass Flüchtlinge aus arabischen Ländern einen Antisemitismus importieren, verblasst für mich vor dem heimischen Antisemitismus, der die deutsche Gesellschaft stärker durchzieht, als die meisten Deutschen es wahrhaben wollen. Weiterlesen »

Erstellt am Donnerstag, 10. Dezember 2015 von WGW.
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Rache? Über vergeltungslose Gutmenschen

Bertha von Suttner über Rache. Text/Bild CC-BV Wolfgang G. Wettach
Konstantin Wecker hat,
auf Vorwürfe in Hassmails antwortend, über sich als weltfremder Gutmensch geschrieben. Ein sehr lesenswerter Text von einem Denker, Dichter und Liedermacher, mit dem ich über die Gesellschaft Kultur des Friedens schon gemeinsam gesprochen, gegessen und gesungen habe. Mit ihm werde ich gerne in einen Topf geworfen, was die Etiketten angeht.

Bertha von Suttner, als Friedensnobelpreisträgerin von 1905 ein Gutmensch schlechthin, schreibt:

“Rache und immer wieder Rache. Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecke mit Tinte und Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut, das soll immer wieder mit Blut ausgewaschen werden.”

Bertha von Suttner 1843-1914, ist Gründerin der Deutschen Friedensgesellschaft, heute DFG/VK, der ich ebenso lange angehöre wie der Grünen Partei, seit ich 16 bin nämlich. Weiterlesen »

Erstellt am Donnerstag, 19. November 2015 von WGW.
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Nach Länderspiel #GERNED Absage: Mehr Bomben oder mehr Fussball?

Fussball für globale Entwicklung - Buch von Uli Jäger hier ansehen

Mehr Fussball oder mehr Bomben? Was ist die richtige Antwort auf die Anschläge von Paris und die Absage des Fußball-Länderspiels Deutschland-Niederlande in Hannover gestern?

De Maiziere’s Antwort darauf würde die Deutschen verstören, deshalb ersparen wir sie uns.

Wie sind die Reaktionen im Netz?

“OOhhh Spiel abgesagt …. der IS hat keins Lust auf Fussball kucken …
Wann ist genug der Naivität ? Wann wird bitte der Militäretat verzehnfacht ?
Freiheit wird nicht mit Blumen sondern mit Gewalt erkämpft!”

Das schreibt einer meiner Facebook-Freunde, mit dem ich noch vor kurzem bei Tee und Bier zusammen sass. Ein anderer Facebook-Freund, den ich schon lange nicht mehr getroffen aber jüngst wieder gelesen habe, ein Autor mit Donald Duck statt Frankreich-Flagge im Profilbild, schreibt:

SIEG!!!

das fußballländerspiel zwischen deutschland und holland wurde überraschend vom islamischen staat gewonnen! DAS IST NICHT WITZIG! das “abendland” liegt in paralyse …

Andere schreiben, ergibt eine kurze Übersicht bei Facebook, noch deutlich radikaler, denn wenn jetzt schon ihr Fussballspiel abgesagt wird, ist mit dem Spass endgültig vorbei, dann sind als nächstes Weihnachtsmärkte, Karneval oder gar die Bundesliga dran:

Jetzt ist in meiner eigenen Stadt Hannover schon Bomben Alarm & das Länderspiel wird abgesagt! Kann mal einer diese IS Kreaturen über den Haufen schießen?

…schreibt Michi M.K. und Alexander H. antwortet passend: “Michi, hast Du ne Flinte? Dann schießen wir den Zauselbärten Ein Loch zwischen die Augen und schicken Sie zu Allah.Du lädst, ich schieße.” So stellt sich Gisela-Karina B. auch die angemessene Reaktion deutscher Sicherheitskräfte vor, wenn eine verdächtige Person bei einem Stadion gesichtet wird: Störer abschiessen statt Spiel absagen!

“Wenn irgend so ein Islamisten Drecksscweinin er Nähe gesehen wieso wird der nicht einfach und schnell mit einem gezielten Schuß zwischen die Augen ausser gefecht gesetzt. Das ist die einzig richtige Vorgehensweise! Aber da kommen ja wieder irgendwelche Gutmenschen daher dass so etwas nicht geht. Quatsch: Genickschuß und fertig.”

Und wer ist schuld an allem? Wenn man nicht gerade diejenigen fragt, die sich sorgen dass es nur darum geht, Stimmung für eine deutsche Kriegsbeteiligung im Nahen Osten zu machen – denen andere wiederum rasch die Bauanleitung für Aluhüte verlinken – ist die Antwort in Facebook eindeutig: Merkel, die Gutmenschen, die syrischen Flüchtlinge und vor allem Merkel die die syrischen Flüchtlinge mit Hilfe der Gutmenschen in unser Land erst reingeholt habe. Tom D. formuliert das so:

Zwecks Terrorangst Länderspiel der Deutschen abgesagt.Angela Merkel du alte Saudumme Kurva…ich würde sagen schön langsam reicht es..Die größte Gefahr ist ned IS oder sonst irgendwelche radikalen Gruppen sondern die Welcome Tussy aus Berlin…

Diese Reaktion überrascht genauso wenig wie die Mobilisierung der *gida und AfD-Anhängerinnen zu ihren nächsten Aufmärschen, sie erschreckt höchstens in ihrer Breite.

Was also tun? Mehr Bomben oder mehr Fussball?

Mehr Fussball hilft mehr als mehr Militär. Siehe zum Beispiel Fussball für globale Entwicklung (Gerne auch bei mir auszuleihen) Prävention und Völkerverständigung. Aber, so der Einwand, der fanatischen Terroristen wird man doch mit guten Worten nicht Herr, vor Ort ginge es doch auch nur mit Polizei und Gericht, die Ordnung zu halten?

Ich bin sehr für den Internationalen Strafgerichtshof ICC in Den Haag, weil ich überzeugt bin dass auch Kriegsverbrechen und Verstösse gegen das Völkerrecht nur rechtsstaatlich im Rahmen des Völkerrechts geahndet werden können. Nicht durch eigene Verstösse gegen das Völkerrecht (was war die Statistik der letzten US-Drohenangriffe? 47 “Zielpersonen” getötet, knapp 1100 Menschen dabei mitgetötet?)

Und wie schon nach den Aschlägen in Paris geschrieben: Ein massiver “Krieg gegen den Terror” ist schon in Irak und Afghanistan so massiv wie möglich gemacht worden, auch mit sechsstelliger Zahl von Soldaten am Boden plus fünfstelliger Zahl an privaten steuerfinanzierten Söldnern – Ergebnis: Ungeliebte Herrscher weg (Libyen, Irak) oder deutlich geschwächt (Syrien) – und der Terror von Al Quaida und ISIL füllt die Lücke und breitet sich aus.

Solange im NATO-Land Türkei, das den Kampf gegen den Terror mit den USA führt, auch diejenigen als Terroristen gelten, die Kurdengebiete in Syrien gegen den IS verteidigen, ebenso wie diejenigen die als kritische Journalisten darüber berichten, wie Erdogan den IS bisher unterstützt hat, solange Russland als Terroristen auch diejenigen bekämpft die vor allem ihren Verbündeten Assad bekämpfen, und die USA als Terroristen auch diejenigen bekämpft, die gegen Assads Gegner kämpfen… solange wird das nichts mit militärischem Kampf&Sieg – zumal der Terror keine Hauptstadt hat, die man nur erobern müsste um diesen Krieg zu gewinnen.

Mit dem Krieg gegen den Terror produziert man nur mehr Krieg, mehr Leid, mehr Zerstörung und mehr Flucht. Und eine Radikalisierung der Ausgegrenzten im eigenen Land.

Und wie löst man das Problem in Syrien?

Entweder natürlich gar nicht. Zum Beispiel mit mehr Bomben. Oder indem die EU die USA als unsere Verbündeten und die Russen als unsere Nachbarn dazu bringt, sich an einen Tisch zu setzen, an dem Erdogan als NATO-Mitglied zuschauen darf. Indem dort dann eine einvernehmliche Lösung statt eines Stellvertreterkrieges gesucht wird – unser Vorschlag wäre russische Sicherheitsgarantien, dh die Russen dürfen nicht nur ihre Militärbasen in Syrien behalten sondern sich auch eine neue Regierung auswählen – dafür darf die Familie Assad daran nicht mehr beteiligt sein,

Und dann müssen für die Verbündeten der EU (Türkei als NATO-Mitglied und EU-Beitrittskandidat) und der USA (Saudi-Arabien und Quatar) klarere Null-Toleranz-und Null-Unterstützungs-Regeln gegenüber den Bomben-Terroristen aufgestellt werden, gerne auch mit Votum des UN-Sicherheitsrats, in dem sich USA und Russland derzeit wegen Assad noch blockieren. Saudis und Türken müssen einsehen, dass Oppositionelle, Aleviten und Kurden nicht genauso schlimm oder schlimmer sind als der IS, der soweit geächtet werden muss, dass auch denen die ihn unterstützen die internationalen Konten eingefroren werden. Ohne Geld kein IS.

Und was ist mit den Flüchtlingen aus Syrien?

Schliesslich und endlich kommt dazu dass wir dem sogenannten Islamischen Staat nichts schlimmeres antun können als dass wir alle die vor ihm fliehen wollen bei uns in Europa und Amerika aufnehmen und ihnen eine Zukunft bieten, die der IS eben nicht bietet. ISIS bietet keine Zukunftsperspektive sondern nur ein mit Youtube Videos glorifiziertes Ende… Wenn es uns gelingt, Muslime in Europa und Amerika jetzt nicht auszugrenzen, entziehen wir den Terroristen den möglichen Nachwuchs.

Etwas mehr Realismus, etwas mehr Boris Palmer bitte?

Natürlich steckt ein wenig mehr Boris auch in mir: Ich denke nicht dass wir alle vor dem IS Flüchtenden in EU+Amerika aufnehmen können, eben weil die gesellschaftlichen Mehrheiten dafür fehlen.

Als theoretische Antwort auf die Frage: “Was können wir denn tun, um den IS-Terrorismus zu schwächen” ist es allerdings allemal realistischer als Bombenteppiche über islamische Länder bei gleichzeitiger Zurückweisung der aus diesen Ländern fliehenden Menschen ins Nirgendwo – oder zurück in den Bombenhagel den wir nach Meinung mancher mit deutschen Bombern unterstützen sollen. Und es wäre auch billiger als die Verzehnfachung unseres Militärhaushalts.

Also: Wahrscheinlicher sind mehr Bomben. Erfolgversprechender wäre mehr Fussball, gerne auch mit Flüchtlingen. (Am ungarischen Keleti-Bahnhof, wo syrische Flüchtlinge in grosser Zahl unter freiem Himmel ausharren mussten, habe ich im September auch mit ihnen und anderen Freiwilligen Ball gespielt. Spiel hilft, auch Ängste und Druck abzubauen, wie viele meiner Freunde, die selbst gerne spielen, wissen sollten. Und dann empfehle ich am Ende doch wieder das oben abgebildete Buch, das vom Tübinger Institut für Friedenspädagogik herausgegeben wurde.

Erstellt am Mittwoch, 18. November 2015 von WGW.
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“Peace for Paris” – Nicht “War on Islam”.

Peace for Paris

Gedanken zu #NousSommesParis#WeAreUnited – aber nicht im “War on Islam” der LePens oder im “War on Terror” mit militärischen Mitteln.

Wenn Leute die die selbe Religion haben wie Anders Breivik jetzt alle die die selbe Religion haben wie die Attentäter von Paris als Hintermänner darstellen entbehrt das nicht einer gewissen Ironie.

Die Gesinnungsgenossen Anders Breiviks rufen jetzt zum Kampf gegen den Islam vor der Haustür auf. Die Leugnungsmaschinerie in islamischen Staaten weist jede Mitverantwortung für die Anschläge von sich, auch wenn das eigene Land die Kämpfer des ISIS mit Geld, Waffen und anderen Hilfen unterstützt haben sollte. Die Leugnungsmaschinerie der Islamophoben hierzulande aber funktioniert so, dass vor Flüchtlingen gewarnt wird, als seien die zahlreichen Anschläge die wir seit der Ankunft so vieler Flüchtlinge in Deutschland haben, nicht rechter Terror deutscher Bürger, und hier eben nicht islamischer Herkunft,.

Es geht nicht darum zu sagen “Wir haben uns alle Lieb”, es geht darum, zu sagen: Wir stehen entschlossen gegen jeden Extremismus, gegen den der IS, Al Quaida und ihrer Unterstützer, gegen den der Antisemiten, auch gegen den der Antiislamisten, der Brandstifter in Deutschland und ihrer Unterstützer.

Es geht durchaus darum, gegen den Wahabismus und religiösen Faschismus zu stehen und ihren Unterstützenden in Saudi Arabien und durchaus auch Erdogans Umfeld jede Unterstützung zu entziehen. Saudi Arabien und die Türkei verstehen unter “Terroristen” eben nicht das Gleiche und bekämpfen nicht die gleichen Gegner wie wir.

Es geht aber auch darum, jetzt klar zu machen: “Krieg gegen den Terror” mit Bomben und Drohnen ist jetzt in Afghanistan und Irak über ein Dutzend Jahre, in Libyen und Syrien über viele Monate bereits “brutalstmöglich” und mit deutlichem Ergebnis versucht worden:

Der militärische Krieg gegen den Terror hat nur mehr Terrorismus gebracht und den sogenannten “Islamischen Staat” erst hervorgebracht. Mehr Krieg ist nicht die Lösung. Ein militärisch geführter Krieg gegen Nichtstaatliche Gegner wie Terroristen kann nie den Frieden bringen und hat das auch noch nie getan.

Was sonst? Die Europan Green Party EGP hat dazu bei ihrem heutigen #EDP23 Council in Lyon eine Erklärung verfasst. Die Kernaussage:

The best answer to terrorism is more democracy and openness, the Norwegian Prime Minister had said when his country witnessed the terrorist murders of many of its citizens. His words shall guide us in our reactions.

We will not abandon our shared values: Liberté, Egalité, Fraternité.

Erstellt am Samstag, 14. November 2015 von WGW.
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Ohne Mauer und Schiessbefehl – Offener Brief an Boris Palmer

OB Boris Palmer mit mir beim Neujahrsempfang der Stadt Tübingen

Lieber Boris, als Medienmensch bist du dir der Aufmerksamkeitsökonomie doch sicher durchaus bewusst. Und wenn du von der Abschottung der Grenzen “zur Not mit Bewaffnung” redest, dann ist das letztere doch nur die Zuspitzung die es in mehr als eine Schlagzeile schafft, die zu noch mehr Interviews führt.

Aber ohne dir im Vergleich jetzt unterstellen zu wollen du würdest jetzt planen, Katzenkrimis zu schreiben: Auch bei deren Verfasser ist doch der eine vielzitierte Satz nur ein zugespitzter Teil des Problems, und auch der hat wie du seinen Halbsatz anders gemeint als es zunächst von anderen verstanden wurde.

Auch bei dir aber ist doch der zweite Fehler ein Grundfehler, der den Rest des Textes kennzeichnet: Wenn du dich gebetsmühlenhaft hinstellst und rufst “wir schaffen das nicht”, dann ist dir Aufmerksamkeit sicher. Und wenn sie abflaut legst du nach – es bleibt aber dabei, dass du argumentativ näher bei Horst Seehofer stehst als bei unserem Ministerpräsidenten oder deinen Amtskollegen aus Stuttgart (“nicht hilfreich”) und Freiburg.

Wenn du sagst: “Das ist nicht leicht” bin ich ganz bei dir. Wenn der Schulsport verlegt werden muss weil die Kreissporthalle mit Flüchtlingen belegt ist, dann sitze ich ja auch im entsprechenden Ausschuss des Tübinger Gemeinderats. Und dass das für das Rathaus-Team noch deutlich schwerer ist als für jemand der im Gemeinderat nur mitredet ist mir klar.

Wenn du forderst, der Bund müsse die Kommunen mehr unterstützen, wenn du forderst, starre bürokratische Regeln in dieser Situation zu lockern, damit man unbürokratisch helfen kann, wenn du forderst, man müsse in den Hauptankunftsländern der Syrienflüchtlinge massiv helfen, um das Elend dort und den Druck zu mindern, diese Flüchtlingslager aus Not zu verlassen… dann bin ich ganz bei dir.

Aber die Kanzlerin, unser Ministerpräsident und der Präsident des Europaparlaments sagen alle dass sich die Grenzen der EU nicht mit Drahtzaun und Mauern abschotten lassen, nicht gegenüber den offiziellen Beitrittskandidaten und schon gar nicht gegeneinander. Und mit was sagen sie das? Mit Recht.

Und an der Stelle wo du sagst: “diese Realität ist mir egal, die Regierung muss sich überlegen wie sie uns abschottet damit weniger Flüchtlinge kommen” verlässt du unseren Konsens und begibst dich ins Feld der AfD. Du sagst du wollest den Flüchtlingen anders als die PEGIDA ja helfen. Wobei du wohl eher den “richtigen Flüchtlingen” helfen willst und Roma und andere rascher abschieben (während ich es wichtig finde, auch da jeden Fall zu prüfen – in anderen Ländern, in denen diese Volksgruppe nicht wie in Deutschland während der Nazizeit verfolgt, vertrieben oder vernichtet wurde, ist die Anerkennungsquote zum Teil deutlich höher als bei uns, und das nicht weil wir alles richtig machen würden) …

Aber es sollte dir doch klar sein, dass du durch die Art wie du argumentierst und zu immer drastischeren Worten greifst nicht Tübingen, nicht anderen Kommunen und gewiss nicht den Flüchtlingen hilft – sondern nur dem rechten Mob und den Ängsten in ganz normalen Bürgern von nebenan. Und wenn dir das nicht klar genug ist oder egal genug solange du dich im Recht fühlen kannst – dann hoffe ich,dass noch viele Freunde, auch Parteifreunde, dir das sagen.

Damit wir nicht mehr Angst haben müssen was du denn wohl im nächsten Interview von dir gibst.

P.S.: Nachsatz: Boris ist ein guter OB, als solcher schätze ich ihn, wie oben im Bild zu sehen, auch durchaus. Ich hoffe dass das bei aller Kritik oben herauskommt. Und hätte er sich die letzten Stunden und Tage auf die in den Tagesthemen gesagten Dinge beschränkt wäre dieser Text nicht nötig gewesen – und Boris wahrscheinlich nicht in die Tagesthemen gekommen. Inziwschen haben übrigens  auch MdL Daniel Lede Abal und MdB Chris Kühn Stellung genommen.

Erstellt am Donnerstag, 22. Oktober 2015 von WGW.
Kategorie: GrüneBW | 3 Kommentare »